Montag, 26. September 2011

[News] Sie lebt noch ;)

Nach der Rezension gestern, noch mal ein etwas längeres Lebenszeichen von mir.:)

Als erstes habe ich gestern gesehen, dass ich mittlerweile schon 90 Leser habe! *Happydance* Vielen lieben Dank!!! Momentan sieht es zwar eher mau bei mir aus, aber ich denke sehr viel über den Blog nach und sammle Ideen, wie es - wenn ich endlich eine neue Wohnung gefunden habe und umgezogen bin - weiterlaufen kann. Fühlt euch also nicht vergessen, liebe Storytime-Leser.

In einem vorigen Post hatte ich noch geschrieben, dass es das ein oder andere Buch gibt, das ich noch lesen möchte. Diese stelle ich euch kurz vor:

1. Dass das Glück dich findet von Kate Le Vann

Klappentext
Als Rains Mutter starb, war Rain gerade einmal zehn Jahre alt. Sie vermisst ihre Mutter schrecklich, und hat noch immer ihr fröhliches Lachen im Ohr. Mit siebzehn fährt Rain nach London, dorthin, wo ihre Mutter aufgewachsen ist. Mit siebzehn ist sie genauso alt wie ihre Mutter als sie schwanger wurde. Noch einmal will sie ihr so nah sein wie möglich: Sie will im alten Zimmer ihrer Mutter wohnen, in derselben Küche sitzen, in der sie gesessen hat, und all ihre Lieblingsplätze sehen. Rain macht sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit. Doch sie findet bloß unzählige Rätsel … und schließlich die Zukunft – ihre große Liebe.

Eine Entdeckung, die ich in der Bibliothek gemacht habe. Der Prolog las sich so schön, dass ich es mitgenommen habe und hoffentlich im nächsten Monat auch schaffen werde zu lesen.


2. Affinity Bridge von George Mann

Klappentext:
In einem Königreich, in dem Tote wandeln, Luftschiffe brennen und geisterhafte Polizisten sich der Kunst des Mordens widmen, können nur zwei Menschen das Empire retten: der Ermittler Sir Maurice Newbury und seine schlagfertige Assistentin Veronica Hobbes.
Willkommen im London des Jahres 1901! Doch dies ist nicht London, wie wir es kennen. Hier regiert Queen Victoria, halb Mensch, halb Maschine. Und ihr Reich ist erfüllt von Luftschiffen, Dampfloks und revolutionären magischen Erfindungen. Tote erheben sich aus ihren Gräbern, und Geister treiben ihr Unwesen als Serienmörder … Sir Maurice Newbury, Ermittler im Namen der Krone, muss ein bizarres Verbrechen aufklären und gerät in immer seltsamere Verwicklungen. Und bei seiner Reise in das geheimnisvolle dunkle Herz Londons kann er sich nur auf eines verlassen – auf die Schlagfertigkeit seiner unverzichtbaren Assistentin Veronica Hobbes.

Ich überlege ja, ob ich eine Steampunk-Ecke einrichten soll, denn dieses Genre hat es mir wirklich angetan und ich bin schon sehr gespannt auf das Buch. Mittlerweile habe ich ja doch ein paar Bücher aus diesem Bereich gelesen und von kleinen Enttäuschungen waren auch echte Glücksgriffe mit dabei.

3. The Iron King von Julie Kagawa

Inhalt:
Meghan Chase has a secret destiny—one she could never have imagined…
Something has always felt slightly off in Meghan's life, ever since her father disappeared before her eyes when she was six. She has never quite fit in at school…or at home.
When a dark stranger begins watching her from afar, and her prankster best friend becomes strangely protective of her, Meghan senses that everything she's known is about to change.
But she could never have guessed the truth—that she is the daughter of a mythical faery king and is a pawn in a deadly war. Now Meghan will learn just how far she'll go to save someone she cares about, to stop a mysterious evil no faery creature dare face…and to find love with a young prince who might rather see her dead than let her touch his icy heart.

Steht schon seit zwei Monaten in meinem Regal. Es wird Zeit, dass ich es lese!

Als nächstes steht die Rezension zu Das verbotene Eden: David und Juna von Thomas Thiemeyer an.

Bis dahin liebe Grüße,
Izzy

Sonntag, 25. September 2011

[Rezension] Wenn du mich siehst von Tara Hudson

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Heyne Verlag )
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453267237
Originaltitel: Hereafter
Inhalt:
Eine Liebe, die selbst den Tod besiegt

Amelia ist 18 – zum Zeitpunkt ihres Todes. Seitdem streift sie als ruheloser Geist durch die Kleinstadt, in der sie einst zur Schule ging, mit Freunden die Nachmittag verbrachte, lernte, lachte, liebte: All dies scheint ihr unwiderruflich verloren. Doch dann lernt sie Joshua kennen, der mit seinem Wagen über die Böschung schießt und beinahe ertrinkt – in jenem Fluss, in dem Amelia ihren Tod fand. In letzter Minute wird er gerettet. Tief in den dunklen Fluten aber erblickt er für einen Sekundenbruchteil Amelia, die ihm in dem verzweifelten Versuch zu helfen hinterher gesprungen ist. Und das Wunder geschieht: Die Gabe, Amelia sehen, hören und sogar berühren zu können, bleibt Joshua erhalten. Er trifft sich mit ihr und die anfängliche Beklommenheit beider weicht bald einer zarten Liebe. An seiner Seite kann Amelia das unheimliche Zwischenreich, in dem sie einer Gefangenen gleich orientierungslos umherirrte, verlassen und ein Stück weit ins Leben zurückkehren. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer: Denn da ist noch jemand, der Amelia sehen kann, jemand, der Böses im Sinn hat und sie endgültig ins Jenseits befördern will …

Der erste Satz:
„Es war wie immer, aber anders als beim ersten Mal.“

Was Izzy dazu sagt:
Ich gebe es von vorneweg zu: Ich habe einen Narren an der Anfangsszene dieses Buches gefressen. Im ersten Augenblick dachte ich, dass man unmittelbar dabei ist, wenn der Hauptcharakter, Amelia, in einem Fluss ertrinkt. Aber ist das wirklich der Fall? Sieht man sich den ersten Satz an, wird das  schnell unmöglich. Und trotzdem schafft Tara Hudson es sofort eine stimmige Atmosphäre zu schaffen, jedes Gefühl, dass Amelia bei ihrem Tod empfunden haben muss, einzufangen. Gepackt von diesem tollen Beginn las ich das Buch rasch weiter und verfolgte die Entwicklung um Amelia, die nicht genau weiß, warum und wann sie gestorben ist und dazu noch von Alpträumen geplagt wird, in denen sie ihr Ertrinken immer und immer wieder durchleben muss.
Schnell bilden sich Fragen im Kopf des Lesers: Wie genau ist Amelia gestorben? Wie lange ist ihr Tod her? Und warum muss sie ihn wiederholt durchleben? Amelia selbst hat keine Antworten auf diese Fragen und droht in ihrem Geisterdasein – so völlig isoliert von anderen – zu verzweifeln.
Dann begegnet Amelia eines nachts Joshua, einem Jungen, der um Haaresbreite in demselben Fluss ertrinkt und – ungewohnt für sie – Amelia von da an sehen kann. Joshua ist ein lockerer Typ, der im Verlauf des Buches eine Familiengeschichte bekommt, die nicht unerheblich für die Beziehung zu Amelia wird. Doch ich muss hier offen gestehen, dass ich ihn als Charakter nicht sehr sehr einfallsreich gestaltet fand. Natürlich wird direkt bei der ersten Begegnung klargestellt, dass er der bestaussehende Junge ist, den Amelia je gesehen hat. Wie sollte es momentan in Jugendbüchern mit romantischer Storyline auch anders sein? Das war schon der erste Punkt der meine Begeisterung ein wenig abschwächte. Ebenso die Tatsache, dass auch Amelia wunderhübsch ist und deswegen nicht von Joshua vergessen werden kann. Und so kommen sich die beiden durch seine Hartnäckigkeit näher. 
Joshua zeigt sich später bei der Enthüllung um Amelias Geisterdasein doch sehr schnell als verständnisvoll und es kümmert ihn nicht, dass er sich in einen Geist verliebt. Das mutmaßte mir  sehr merkwürdig an. Es ist ein Buch, ich weiß, aber ein wenig mehr über diesen Umstand nachdenken können, hätte Joshua schon. Schließlich ändert sich dadurch vieles in seinem Leben und könnte kompliziert werden. Was er anscheinend nicht so sieht, denn die momentan weit verbreitete „Wir kennen uns drei Tage und sind jetzt die Liebe unseres Lebens“-Regel greift auch hier. Und Nachdenken hat da wirklich überhaupt nichts zu suchen (vielleicht würde den Charakteren sonst auffallen, wie absurd das Ganze ist).
In dieser Beziehung muss es eben schnell gehen, was durch mögliche Grübeleien nur gestört werden würde. Denn innerhalb von kürzester Zeit sind Amelia und Joshua natürlich sehr verliebt. Als dann eine Bedrohung aus der Geisterwelt versucht die zwei auseinanderzubringen, ist klar, dass Joshua – wie soll es auch anders für das Love-Interest sein? - den Beschützer spielen will (nicht so penetrant wie andere Exemplare *hust*Edward*hust*, aber trotzdem). Amelia selbst agiert hier zwar relativ autonom und verzichtet darauf sich selbst großartig zu bemitleiden, aber so ganz warm konnte ich dennoch nicht mit ihr werden. Über den Verlauf des Buches schaffte sie es nur selten, dass ich mich ihr als Charakter nahe fühlen konnte. Das liegt zum einen daran, dass viele ihrer Gespräche mit Joshua doch ziemlich kitschig und dementsprechend sinnfrei geraten sind. Ein wenig mitreißen konnte sie mich nur in den Momenten, in denen es ausschließlich um ihr Schicksal oder ihre Familie ging. Die weiteren Charaktere sind ebenfalls nichts Neues, bis teilweise sogar recht schablonenhaft, was insbesondere beim Geist Eli schade ist.
Lobend erwähnen muss ich allerdings, dass die Handlung mich ab und an überraschen konnte und es durchaus Potenzial für weitere Bände gibt. Auch Tara Hudsons Schreibstil ist angenehm zu lesen und teilweise schafft sie es gut Amelias Gefühle zu vermitteln. Doch im Endeffekt hat mir das Besondere an dieser Geschichte gefehlt, einfach weil die Charaktere zum großen Teil nicht ausgearbeitet genug waren und mich ziemlich kalt ließen. Die Liebesgeschichte um Amelia und Joshua entwickelt sich wie erwartet und kann wirklich überhaupt keine Überraschungen bieten, was mich im Nachhinein am meisten an dem Buch gestört und enttäuscht hat, da dieser Strang so ein wichtiger Teil der Geschichte ist.

Fazit:
Noch einmal würde ich Tara Hudsons Wenn du mich siehst wahrscheinlich nicht lesen. Für Leute, die nichts gegen eine romantische Geschichte, mit nicht allzu tiefgründigen Charakteren einzuwenden haben und einen netten Schmöker für Zwischendurch suchen, ist es jedoch durchaus zu empfehlen. Mit Ach und Krach und weil ich es leichter zu lesen fand, als andere Bücher, noch ...



Vielen herzlichen Dank an Heyne fliegt für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Donnerstag, 8. September 2011

[News] Lebenszeichen, Buch des Monats und und und

Hallo ihr Lieben,

leider ist es auf meinem Blog momentan ein wenig ruhig, da das turbulente Jahr 2011 für mich weitergeht und privat bei mir einiges ansteht.
Für den Blog bleibt deswegen nicht so viel Zeit, wie ich es eigentlich gerne hätte. Trotzdem gibt es in diesem Monat zumindest ein festes Programm an Büchern, die ich mir vorgenommen habe zu lesen und die ich rezensieren werde:

1. Oksa Pollock: Die Entschwundenen von Cendrine Wolf und Anne Plichota ...


... ist gleichzeitig auch mein Buch des Monats im September. Ich bin sehr gespannt, wie es mit Oksa weitergeht. Der erste Band hatte für mich durchaus Potenzial. Gestört hat mich aber, dass es stellenweise doch noch sehr kindlich und dementsprechend leicht zu durchschauen war und dass die liebe Oksa doch eine kleine „Ich kann und weiß alles“-Mary Sue war. Alles in allem war der erste Band für mich allerdings noch so gut, dass ich diesen zweiten auch noch lesen werde.

Inhalt: 
Oksa gigantisch! Der zweite Band ist noch spannender

Wenn dein bester Freund in Gefahr ist, wirst du dein Leben aufs Spiel setzen, um ihn zu retten. Die zweite große Prüfung für Oksa Pollock beginnt … Kaum sind Oksa und Gus gemeinsam Orthons Fängen entkommen, da verschwindet Gus plötzlich auf seltsame Weise. Bald wird klar, dass er in einem Gemälde gefangen wurde – und dass eigentlich Oksa das Opfer sein sollte. Gemeinsam mit den „Rette-sich-wer-kann“ folgt Oksa Gus in das Gemälde, um ihn zu retten. Dort warten nicht nur gefährliche Abenteuer auf sie: Zugleich merkt Oksa, dass sie sich nicht nur zu Gus, sondern auch zu Tugdual hingezogen fühlt.

Bevor es an Oksa geht, lese ich allerdings noch zwei andere Bücher.
Passend zum momentan boomenden Genre Dystopie „Das Buch von Eden – David und Juna“ von Thomas Thiemeyer.

Inhalt:
Männer und Frauen.
Feuer und Wasser.
David und Juna.

Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den »dunklen Jahren« leben Männer und Frauen in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städte hausen, haben die Frauen in der wilden Natur ein neues Leben angefangen.

Nichts scheint undenkbarer und gefährlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen der 17-jährigen Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer …


Und „Wenn du mich siehst“ von Tara Hudson.

Inhalt:
Eine Liebe, die selbst den Tod besiegt
Amelia ist 18 – zum Zeitpunkt ihres Todes. Seitdem streift sie als ruheloser Geist durch die Kleinstadt, in der sie einst zur Schule ging, mit Freunden die Nachmittag verbrachte, lernte, lachte, liebte: All dies scheint ihr unwiderruflich verloren. Doch dann lernt sie Joshua kennen, der mit seinem Wagen über die Böschung schießt und beinahe ertrinkt – in jenem Fluss, in dem Amelia ihren Tod fand. In letzter Minute wird er gerettet. Tief in den dunklen Fluten aber erblickt er für einen Sekundenbruchteil Amelia, die ihm in dem verzweifelten Versuch zu helfen hinterhergesprungen ist. Und das Wunder geschieht: Die Gabe, Amelia sehen, hören und sogar berühren zu können, bleibt Joshua erhalten. Er trifft sich mit ihr und die anfängliche Beklommenheit beider weicht bald einer zarten Liebe. An seiner Seite kann Amelia das unheimliche Zwischenreich, in dem sie einer Gefangenen gleich orientierungslos umherirrte, verlassen und ein Stück weit ins Leben zurückkehren. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer: Denn da ist noch jemand, der Amelia sehen kann, jemand, der Böses im Sinn hat und sie endgültig ins Jenseits befördern will … 

In den nächsten Tagen wird es noch einen zweiten Post geben, denn ich habe noch ein oder zwei andere Bücher, die ich neben diesen dreien auch unbedingt lesen möchte (und es gibt noch ausstehende Rezensionen zu Worldshaker und Divergent).
 
Bis dahin liebe Grüße,
eure Izzy

Sonntag, 28. August 2011

[Rezension] Der Engel von Harlem: Die Lebensgeschichte der ersten farbigen Ärztin in New York von Kuwana Haulsey

Es ist zwar ein wenig außerhalb der Reihe, da es nicht um Steampunk geht, aber da ich das Buch über die tolle Seite Blogg dein Buch erhalten habe, möchte ich euch die Rezension zu diesem Buch nicht länger vorenthalten.


*Der Engel von Harlem bei Urachhaus*
Gebundene Ausgabe: 414 Seiten
Verlag: Urachhaus; Auflage: 2
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3825176983
Inhalt:
May Chinn träumt davon, Pianistin zu werden. Aber in den 1920er Jahren ist es unmöglich, sich als Farbige in New York zu behaupten. Als ihr ein rassistischer Professor sagt, dass sie keine Chance auf eine große Karriere hat, studiert sie Medizin. Auch hier wird sie mit heftigem Widerstand konfrontiert und doch gelingt es ihr, die erste schwarze Ärztin New Yorks zu werden.

Der erste Satz:
"Dreiundsiebzig Jahre brauchte mein Vater zum Sterben."


Meine Meinung:
Bücher, die ein solches Thema behandeln, interessieren mich meist. In diesem Fall war ich allerdings besonders gespannt, da ich leider schon einen kleinen Reinfall in diesem Jahr mit einem ähnlichen Buch gemacht hatte.
Nachdem ich die ersten Zeilen von Der Engel von Harlem gelesen hatte, verschwand dieses Gefühl jedoch augenblicklich, denn Kuwana Haulsey hat es auf Anhieb geschafft mich in die Geschichte zu ziehen.
Das Buch wird aus der Ich-Perspektive von May Chinn geschildert, was ich sehr passend empfunden habe. Schon zu Beginn gibt es einen harten Schicksalsschlag für die Protagonistin, den ich wegen des wunderbar bildhaften Schreibstils komplett mitfühlen konnte. Es gibt wirklich wenige Bücher, die es schon so schnell schaffen mir die Tränen in die Augen zu treiben, aber hier ist es der Fall gewesen. Völlig begeistert von der sprachlichen Stärke und dem tollen Erzählstil las ich das Buch also in jeder freien Minute weiter. Dabei ist mir May durch ihre schiere Charakterstärke, sowie der Kraft so viel für andere zu opfern, immer stärker ans Herz gewachsen. Denn immer wieder wird hier deutlich wie schwer es für May als Farbige ist, einfach nur ihren Job im Sanitätsdienst zu erledigen. Von den Krankenwagenfahrern, sogar von einigen Patienten, wird sie zunächst abgelehnt und muss sich durchkämpfen, obgleich sie ebenso fähig ist wie jeder andere.
Auch ihre Eltern, insbesondere die Beziehung zu ihrem Vater, spielen in diesem Teil eine besonders große Rolle.

Im zweiten Teil der Geschichte erlebt man zusammen mit May die Veränderungen, die das Jahr 1917 und die St. Louis Unruhen mit sich bringen. Ihr Leben ist geprägt von der Musik und so ist es ihr Traum Pianistin zu werden, was jedoch für eine Farbige fast schon utopisch ist. Sie sieht dennoch eine Chance und ergreift diese, indem sie sich an der Columbia Universität bewirbt und tatsächlich angenommen wird. Später entschließt sie sich dazu Medizin zu studieren und trotz der Widerstände, denen sie weiterhin ausgesetzt ist, geht sie ihren Weg.
Harlem und das Lebensgefühl dieses Ortes sind meiner Meinung nach sehr gut eingefangen und bieten einen authentisch gestalteten Hintergrund für die Geschichte.
Der dritte und letzte Teil zeigt Mays Wirken als erste farbige Ärztin in New York auf.

Die Lebensgeschichte von May Chinn hat mich komplett gefesselt. Dieses Buch ist wunderbar geschrieben und entfaltet ein komplexes Bild vom Harlem der 1920er Jahre. Dabei habe ich mit May mitgefiebert, getrauert und war entsetzt darüber, was sie erleben musste, um ihrem Ziel näher zu kommen. 
Der Engel von Harlem ist ein Buch, das den Leser nachdenklich zurücklässt und das ich mit Sicherheit nicht zum letzten Mal gelesen habe. Ein toller Schreibstil, der sehr viel Emotionalität mit sich bringt und das Einfühlen in den Hauptcharakter spielend leicht macht, haben mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen.
Kuwana Haulsey hat ein bewegendes Porträt einer bemerkenswerten Frau geschrieben, die vor den schwierigen Rassenproblemen Amerikas dennoch ihren Weg findet und mutig beschreitet.


Dieses Buch habe ich durch Blogg dein Buch erhalten und kann anderen Bloggern diese tolle Seite nur empfehlen. Ein großer Dank geht ebenfalls an den Verlag Urachhaus für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars.

Montag, 22. August 2011

[Rezension] Das Mädchen mit dem Stahlkorsett von Kady Cross


So, dann jetzt auch mal mit Rezension (was soll ich sagen, manchmal drückt die liebe Izzy ein paar Knöpfchen, die sie nicht drücken sollte - verpeilt das - und kommt danach darauf, doch noch einmal an der Rezension zu arbeiten (warum seht ihr, wenn ihr sie dann - endlich - mal gelesen habt^^)


Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Heyne Verlag 
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453267404
Inhalt Heyne:
Sie ist eine ganz besondere junge Dame: Ihr Name ist Finley Jayne, sie ist sechzehn Jahre alt und arbeitet als Dienstmädchen. Gelegentlich. Gelegentlich entschließt sie sich jedoch, auf den Straßen Londons Jagd auf Verbrecher zu machen. Finley mag hübsche Kleider, ihre Unabhängigkeit und wohlerzogene junge Männer. Wen Finley nicht mag, der kommt ihr besser nicht in die Quere, denn sie ist außergewöhnlich stark. Doch hinter ihren enormen Kräften verbirgt sich ein dunkles Geheimnis ...
In London kreuzen Luftschiffe am Himmel, dampfbetriebene Automaten erledigen die niederen Arbeiten, und von jungen Mädchen wird vor allem eines erwartet – anständig sein und hübsch aussehen. Mit Letzterem kann sie durchaus dienen, aber mit der Sittsamkeit hapert es bei Finley Jayne gewaltig, denn sie ist übermenschlich stark, und wenn ihr Temperament mit ihr durchgeht, kann es für ihre Kontrahenten schon mal böse enden. Als sie deshalb ihre Anstellung im noblen Haushalt der Familie August-Raynes verliert, scheint Finleys Schicksal besiegelt. Aber dann begegnet sie dem jungen Adligen Griffin, der gemeinsam mit seinen Freunden die wunderlichsten Experimente veranstaltet. Und Finley passt perfekt in die bunt gemischte Truppe, denn Griffin und seine Freunde haben ebenfalls übernatürliche Fähigkeiten, die sie im Kampf gegen das Böse auf den Straßen Londons einsetzen. Doch Finley trägt eine dunkle Seite in sich, und obwohl Griffin zarte Gefühle in ihr erweckt, fühlt sie sich auch zu dem zwielichtigen Gangster Jack Dandy hingezogen. Als Griffin und seine Freunde einer gigantischen Verschwörung auf die Spur kommen, die nicht nur Königin Victoria, sondern das ganze Empire bedroht, muss Finley sich entscheiden ...

Der erste Satz:
„Als sie den jungen Mann sah, der ihr fröhlich pfeifend und mit wirbelndem Gehstock in dem abgedunkelten Gang entgegenkam, wusste Finley Jayne sofort, dass sie arbeitslos sein würde, noch ehe die Sonne aufging.“

Ansatz:
Weibliche Version des Dr. Jekyll und Mr Hyde trifft auf die Liga der außergewöhnlichen Gentleman.

Was Izzy dazu sagt:
Der erste Satz dieses Buches ist so vielversprechend – zumindest war er das für mich, als ich damals begann die Leseprobe zu lesen. Die empfand ich als richtig gut. Auf den ersten Seiten lernt man sofort den Hauptcharakter Finley kennen. Ein Mädchen, das nach außen hin unschuldig wirken mag, aber das eine dunkle Seite in sich trägt, die sich meist zeigt, wenn Finley in Gefahr schwebt.
Und so nimmt ihre Begegnung in diesem dunklen Gang auf packende Weise seinen Lauf. Gefallen hat mir hier besonders, dass Finley als eine Protagonistin dargestellt wird, die sich selbst zu verteidigen weiß und ordentlich austeilen kann. Für mich gibt es momentan nämlich zwei Dinge im Jugendbuchbereich, die mir aus dem Halse heraushängen. Nummer eins schien durch Finley nicht abgedeckt, sie heulte nämlich nicht sofort herum, weil sie ein armes kleines und ungeliebtes Mauerblümchen ist.
Leider flachte die Story für mich aber mit dem Auftauchen von Griffin und den anderen ziemlich ab. Um den Duke of Greythorne, Griffin King, besser kennenzulernen werden einige Passagen aus seiner Sicht erzählt, ebenso wie aus der seines besten Freundes Sam. Beide jungen Männer verfügen über außergewöhnliche Fähigkeiten. Griffin kann den Äther zur Hilfe rufen und Sam ist übermenschlich stark. Leider konnten ihre Sichtweisen mich ihnen nicht näher bringen. Griffin ist ein langweiliger Gutmensch und Sam ein weinerlicher Kerl, der sich meiner Meinung nach sehr undankbar dafür zeigt, dass Griffin und ihre Freundin Emily ihm einmal durch harte Maßnahmen das Leben gerettet haben. Immer und immer mehr erfährt man von den beiden, nur leider an einer Stelle in der Geschichte, in der ich persönlich nicht wissen musste, wie lange Sam und Griff schon befreundet waren und wie das zustande gekommen ist – doch die Autorin empfand das wohl als sehr wichtig, da insbesondere Sam so viel über solche Belanglosigkeiten berichtet, dass ich manchmal versucht war, weiterzublättern.
Das angespannte Verhältnis zwischen Emily, Griffin und Sam verschärft sich mit Finyleys Auftauchen, denn – Oh Wunder – Griffin findet Finley auf Anhieb ganz wunderbar tollig und Sam ist ganz doll eifersüchtig auf das durchgeknallte, dahergelaufene Mädchen. Was macht Sam also, erzählt einem Wildfremden all seine Geheimnisse und die seiner Freunde. Schließlich sind die anderen ja auch viel zu gemein und verständnislos, um sein Leid zu verstehen. Emily, klein, zierlich, Irin, mit rotem, strubbeligen Haar – was das Buch nicht selten und eigentlich schon zu oft erwähnt oder einwirft – trifft das besonders, da sie mehr als freundschaftliche Gefühle für Sam hegt. Liebestechnisch sollte man hier denken, dass es so doch genügt, aber aus irgendeinem Grund sah Kady Cross es komplett anders, als sie dieses Buch schrieb. Denn nicht nur, dass Griffin noch einen Nebenbuhler haben muss, wenn es um Finleys Herz geht, nein, denn mit dem Cowboy Jasper hat Sam ebenfalls Konkurrenz. Und hier haben wir Nummer zwei meiner momentanen Jugendbuch-Hass-Elemente: (erzwungene ) Liebesdreiecke. Wohl bemerkt hätte ich eines, das gut ausgearbeitet ist, noch verkraftet, aber warum es unbedingt zwei halbgare sein mussten, verstehe ich immer noch nicht so ganz.
Aber zurück zu Liebesdreieck eins. Finley und ihre dunkle Seite sind zu Beginn des Buches nicht im Einklang, was bedeutet, dass sie manchmal unberechenbar agiert oder Dinge tut, an die sie sich später nicht mehr erinnern kann. So zum Beispiel mitten in der Nacht ins übelste Viertel von London zu fahren, um dort den „Prinz“ der Verbrecher, Jack Dandy, aufzusuchen. Den – Oh Wunder zwei – findet sie von Beginn an anziehend, na ja, zumindest ihre dunkle Seite, denn die andere mag ja Griffin (ja, hier habe ich dann auch mit den Augen gerollt). Noch besser Mr Jack – „ich-bin nur-da,-damit-es-noch-ein-zweites-Liebesdreieck-geben-kann“-Dandy erwidert diese Gefühle natürlich und taucht von da an ab und an auf, um in den unrealistischsten Situationen auszuhelfen. Jack Dandy ist mit Abstand einer der überflüssigsten Charaktere, die ich jemals gelesen habe. Er ist weder interessant, noch macht er besonders viel, er soll einfach nur zeigen, dass Finley eben diese dunkle Seite hat. Und sorry, das hätte man anders besser bewerkstelligen können.

Bei den Charakteren konnte das Buch bei mir, wie man langsam merken könnte, also nicht wirklich punkten, einziger Lichtblick ist für mich der Amerikaner Jasper, der aber hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt (, weil er von den Liebesdreiecken erdrückt wird).
Noch enttäuschender war für mich jedoch der Storyverlauf. Finley muss lernen ihre zwei Seiten zu vereinen, das wird dann irgendwann mal so nebenbei von Griffin bewerkstelligt und danach kommt Finley immer besser mit ihrer dunklen Seite zurecht, ohne, dass man so richtig erfährt, wie genau das von Statten gegangen ist. Das kann zumindest für die Autorin schon einmal abgehakt werden. Eigentlich gibt es ja noch einen anderen wichtigen Handlungsstrang, der die Steampunk-Elemente, in diesem Fall Automaten, voll ausschöpft. Hier geht es nämlich um die Frage, warum immer mehr Automaten sich selbstständig zu machen scheinen und gewaltbereit werden, was mit dem Antagonisten und dessen Motiv verknüpft wird.
Und das ist gleichzeitig das allerschlimmste an der Geschichte. Der böse, schlimme Philister, der einen bitterbösen Plan schmiedet, um die Königin zu vernichten und nur von Griff und den anderen aufgehalten werden kann. Der Plan soll  ebenso wie der dazugehörige Drahtzieher richtig böse und hinterlistig sein, was aufgrund mehrerer Dinge nicht funktioniert. Zum einen, da man nicht gerade der hellste Mensch unter der Sonne sein muss, um zu erraten, wer nun der Maschinist ist und zum anderen, weil der angebliche Showdown zum Ende des Buches fast schon lächerlich anmutet. Ich konnte am Ende nur noch mit den Augen rollen, als tatsächlich klar war, dass es auf ein solches Ende hinauslaufen wird. Alles ist dann doch sehr lahm und vorhersehbar. Nicht zu vergessen wird auch hier wieder gut mit den Liebesdreiecken gespielt, oder na ja, es wird eben versucht.

Fazit:
Ich habe wirklich versucht dieses Buch zu mögen, gerade da es Steampunk ist, mir der Anfang so extrem gefallen hat und so viele Leser das Buch gut bis sehr gut finden. Mir persönlich fehlte es hingegen an allen Ecken und Enden. Das Buch verfügt weder über eine so tolle Umsetzung einer altbekannten Geschichte wie zum Beispiel Mission Clockwork, noch bietet es so überzeugende Charaktere wie ein Clockwork Angel. Mit Leviathan oder Behemoth möchte ich es schon gar nicht vergleichen, weil es zu sehr hinken würde, da diese Werke für mich offenkundig in einer völlig anderen Liga spielen.
Für mich ist Das Mädchen mit dem Stahlkorsett ein halbgarer Versuch einer Autorin, auf den Steampunkwagon aufzuspringen, die sich damit schlichtweg übernommen hat. 
Es gibt jedoch sehr viele positive Stimmen und begeisterte Leser dieses Buches, was mich dazu raten lässt, dass jeder für sich selbst es damit versuchen sollte.


Vielen lieben Dank an Heyne fliegt für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars!

Samstag, 20. August 2011

[Steampunk News] Clockwork Prince Klappentext


Allzu lange ist es nicht mehr hin, bis Cassandra Clares zweiter Teil der Infernal Devices-Reihe erscheinen wird. Clockwork Prince wird ab dem 06.12.2011 erhältlich sein. Langsam aber sicher gibt es auch erste Neuigkeiten rund um das Buch, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Auftakt macht heute die Jacket Copy des Buches, die mich persönlich schon extrem neugierig gemacht hat:

In the magical underworld of Victorian London, Tessa Gray has at last found safety with the Shadowhunters. But that safety proves fleeting when rogue forces in the Clave plot to see her protector, Charlotte, replaced as head of the Institute. If Charlotte loses her position, Tessa will be out on the street—and easy prey for the mysterious Magister, who wants to use Tessa’s powers for his own dark ends.
With the help of the handsome, self-destructive Will and the fiercely devoted Jem, Tessa discovers that the Magister’s war on the Shadowhunters is deeply personal. He blames them for a long-ago tragedy that shattered his life. To unravel the secrets of the past, the trio journeys from mist-shrouded Yorkshire to a manor house that holds untold horrors, from the slums of London to an enchanted ballroom where Tessa discovers that the truth of her parentage is more sinister than she had imagined. When they encounter a clockwork demon bearing a warning for Will, they realize that the Magister himself knows their every move—and that one of their own has betrayed them.
Tessa finds her heart drawn more and more to Jem, but her longing for Will, despite his dark moods, continues to unsettle her. But something is changing in Will—the wall he has built around himself is crumbling. Could finding the Magister free Will from his secrets and give Tessa the answers about who she is and what she was born to do?
As their dangerous search for the Magister and the truth leads the friends into peril, Tessa learns that when love and lies are mixed, they can corrupt even the purest heart.

Eigentlich bin ich ja überhaupt kein Fan von Love Triangles und für mich gibt es meist auch jemanden mit dem ich den Hauptcharakter am liebsten sehen möchte, aber in diesem Fall bin ich wirklich gespannt, da ich Jem und Will beide für tolle Charaktere halte. Am liebsten wäre es mir sogar, wenn sie Tessa einfach  links liegen lassen würden, um ihre Männerfreundschaft aufrecht erhalten zu können, die ist nämlich sehr putzig.

Ab es gibt nicht nur dden Klappentext, denn für die neugierigen unter euch gibt es hier noch die Kapiteltitel sowie kurze Erläuterungen von Cassie dazu.

Freitag, 19. August 2011

[Rezension] Clockwork Angel von Cassandra Clare (The Infernal Devices Bd. 1)

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Gebundene Ausgabe: 496 Seiten,
Verlag Margaret K. McElderry
ISBN-13 978-1416975861
Sprache: Englisch
Inhalt (Rezension vom 14.10.2010):
Die 16-Jährige Theresa Gray, Tessa genannt, reist nach dem Tod ihrer Tante von New York nach London. Dort erwartet sie von ihrem älteren Bruder Nate abgeholt zu werden. Als Tessa jedoch in England eintrifft, ist von Nate keine Spur. Statt seiner wird sie von den Dark Sisters und deren mysteriösen Bediensteten in Empfang genommen, die in Nates Auftrag handeln. Tessa ist zunächst skeptisch, doch sie folgt den beiden Frauen. Zu Tessas Unglück liegt sie mit ihrer Skepsis richtig. Die Dark Sisters bringen sie nicht zu ihrem Bruder, sondern halten sie von nun an in deren Haus gefangen. Das ersehnte Treffen mit Nate rückt nicht nur in weite Ferne, schlimmer noch, die Schwestern zwingen Tessa sich an Kräften zu erproben, von denen sie selbst nicht einmal wusste, dass sie sie hat. Doch sollte sie sich weigern, wird Nate sterben. Nach Wochen der Verzweiflung, beschließt Tessa einen Fluchtversuch zu wagen, währenddem sie auf einen dunkelhaarigen jungen Mann trifft, der ihr hilft. Sein Name ist William Herondale (von allen Will genannt) und er ist ein Schattenjäger des Londoner Instituts. So kreuzen sich die Wege der beiden, und Tessa lernt schnell, dass alles, was sie für wahr hielt, nur die Oberfläche eines großen Ganzen ankratzt. Die Dinge, die sie zu wissen glaubte, nur Teile eines Puzzles sind, das sie gemeinsam mit den Schattenjägern lösen muss. Denn nicht nur Tessas Bruder schwebt in Gefahr, der mysteriöse Magister, der hinter ihr her ist, plant eine Armee von Automaten auf London loszulassen.

Der erste Satz:

„The demon exploded in a shower of ichor and guts.“

Ansatz:
Die Welt der Schattenjäger im Jahre 1878.

Meine Meinung:
In „The Clockwork Angel“ entführt Cassandra Clare den Leser in das viktorianische England des Jahres 1878. Die Handlung spielt, wie bei einem Prequel nicht anders zu erwarten, in ihrer erschaffenen Welt der Schattenjäger. Wer jedoch glaubt eine exakte Neuauflage von den „Chroniken der Unterwelt“ vor einem anderen Hintergrund zu lesen, wird schnell merken, dass dem nicht so ist. Zwar gibt es Parallelen zwischen Will und Jace – beide sind arrogant und sarkastisch (scheint also in der Familie zu liegen) – doch Clare macht deutlich, dass sie sich aus völlig verschiedenen Gründen derart Verhalten. Jace ist ehrlich, Will grausam - etwas, das man im Verlauf des Buches mehr und mehr lernt.
Unterschiede gibt es auch in der Atmosphäre. Sind die „Chroniken der Unterwelt“ actionreich und sarkastisch, so erscheint TID eher düster, verworren und tragisch. Besonders Letzteres spiegelt sich in den Schicksalen der Schattenjäger wieder, auf die Tessa trifft. Alle jüngeren Schattenjäger haben ihre Eltern verloren bzw. scheinen nicht mehr zu ihrer Familie zurückkehren zu können. Jem hat ein trauriges Geheimnis, das seinen weisen und freundlichen Charakter umso sympathischer macht. Tessas Welt zerfällt in Stücke, die sie selbst wieder neu zusammensetzen muss.
Fragen nach der Wahrheit und der eigenen Identität, aber auch die Entscheidung jedes einzelnen, wer man wirklich sein möchte, spielen eine zentrale Rolle.
Die Stärken des Buches liegen zum einen in der düstereren, beinahe gruseligen Atmosphäre, sowie bei den Charakteren. Erstes wird besonders durch die Automaten und die Machenschaften des Magisters getragen, aber auch das alte England trägt seinen Teil dazu bei. Letzteres zeigt sich bei skurrilen Nebencharakteren wie Henry, der auf seine eigene Art liebenswert ist. Oder der vorlauten Sophie, die stets mehr zu sein scheint, als eine Bedienstete. Alle haben ihre eigene Geschichte und zeitgleich ihren Platz in der von Tessa. Durch Tessas bedachten und durch ihre Frauenrolle geprägten Charakter entwickelt sich die Geschichte ruhig, ohne dabei jedoch langweilig zu werden. Die Story gipfelt schließlich in einigen actionreichen Szenen und endet nicht ohne einen Schock.
Für Leser der „Chroniken der Unterwelt“ lässt sich ebenfalls erwähnen, dass eine bekannte und beliebte Figur aus dieser Reihe auch eine Rolle in TID hat. Der bunte Hexenmeister Magnus Bane. Welche Rolle er spielt, wird hier allerdings nicht verraten.

*Deutsche Ausgabe*
„The Clockwork Angel“ ist ein gelungener Auftakt einer neuen Schattenjäger-Trilogie. Die Charaktere sind interessant aufgebaut, haben ihre Geschichten, die teilweise gelüftet scheinen. Trotzdem beschleicht einen als Leser nicht selten das Gefühl, dass es noch mehr zu erfahren gibt. Bei dem einen Charakter offensichtlicher, bei dem anderen auf subtilere Art angedeutet.
Obwohl das Buch sehr lesenswert ist, gab es trotzdem einige Kleinigkeiten, die mich gestört haben: Wills Geschichte wird so kryptisch dargelegt, dass es manchen Lesern schwer fallen wird, sein Verhalten zu durchschauen oder es gar zu verzeihen. Über Magnus Banes Rolle in diesem Band lässt sich streiten (wobei ich zugebe, voreingenommen zu sein, da er einer meiner Lieblingscharaktere ist). Und mich lässt das Gefühl nicht los, dass Cassandra Clare mit den Folgebänden noch eins draufsetzen kann, was die Schockmomente und Action angeht.
Finde ich insbesondere den letzten Punkt schlecht? Nein, im Gegenteil. Die Vorfreude auf den zweiten Teil „The Clockwork Prince“, der am 06.12.2011 2011 erscheint, ist groß.
Denjenigen, die sich noch nicht an den ersten TID Band gewagt haben, gebe ich demnach diesen Tipp: Lesen!