Sonntag, 13. Oktober 2013

[Rezension] Wired von Robin Wasserman (Skinned #3)

Script5
384 Seiten
ISBN 978-3-8390-0115-8 
Der Inhalt in wenigen Sätzen:
Seit einem Jahr ist Lia Kahn tot und gleichzeitig ist sie am Leben. Als eine Mech, in einem künstlichen Körper, in den ihr Bewusstsein hineingeladen wurde.
Lia muss damit kämpfen, ob ihr Dasein mit dem eines Menschen aus Fleisch und Blut gleichzusetzen ist. Ob ihr Leben überhaupt noch als solches bezeichnet werden kann. 
Auf ihrem Weg begegnet sie anderen Mechs wie Jude und Riley, sie knüpft Freundschaften, die ihr später zum Verhängnis werden und muss mit ansehen, wie sich das Verhältnis zu ihrer Familie immer mehr verkompliziert. 
Nun versucht Lia auf ihre Art für die Rechte der Mechs zu kämpfen, doch irgendwann geschieht so viel, ist sie mit so vielen neuen Erkenntnissen und Entdeckungen konfrontiert, dass nicht nur sie nicht mehr genau weiß, was sie tun oder denken soll...


Der erste Satz:
„Das ist alles nicht echt.“
 

Was Izzy dazu sagt:
Robin Wassermans Abschlussband der Skinned-Trilogie ist unberechenbar. Schon in den beiden ersten Bänden Skinned und Crashed konnte die Autorin mit einer unerwarteten Handlung, tollen Ideen und komplexen Charakteren überzeugen. Auch Wired stellt in diesem Punkt keine Ausnahme dar.

Lia Kahn ist vor rund einem Jahr gestorben und ihr Bewusstsein wurde in einen künstlichen Körper hochgeladen. Seitdem hatte Lia mit ihrer Familie, Mech-Gegnern aber auch mit anderen Mechs zu kämpfen. Lia ist dabei ein ambivalenter Charakter. Sie ist selbstsüchtig, neigt dazu zu lügen und steht auch gerne dazu. Auf den ersten Blick scheint sie eher ungeeignet, um eine Geschichte zu tragen, aber gerade diese Schwächen und negativen Seiten machen es Lia in Wired möglich zu überraschen und über sich hinauszuwachsen.

Die Kluft zwischen Mechs und deren Gegnern weitet sich in Wired aus. Lia versucht alles, um die Menschen davon zu überzeugen, dass Mechs trotz eines künstlichen Körpers über ein menschliches Bewusstsein verfügen. Aber wie kämpft man für diese Selbstverständlichkeit?
Nicht nur Lia selbst gerät ins Grübeln, auch der Leser sieht sich früher oder später mit der ein oder anderen nachdenklich stimmenden Frage konfrontiert. Was bedeutet Leben? Wo fängt es an und wie hat es auszusehen? Ab wann ist ein Mensch ein Mensch und kann man diese Bezeichnung einem Lebewesen mit Ich-Bewusstsein wirklich absprechen? Fragen über Fragen, die nicht von der Hand zu weisen sind. Robin Wasserman schafft es jedoch den Leser seine eigenen Antworten auf diese finden zu lassen und bietet Freiraum für die eigenen Interpretationen.

Wired ist eine Geschichte voller Wendungen. Vieles kommt überraschend und die Handlung war komplett anders als ich es zunächst vermutet habe. Auf den ersten Blick eine klasse Entwicklung, die den ein oder anderen Schockmoment nach sich zieht. 
Einige kleine Dinge erscheinen dagegen unpassend. Besonders die Entwicklung von Lias Schwester Zo wirkt nicht ganz stimmig und für den Verlauf der Geschichte zurechtgebogen. Erklärungen für Zos Verhalten werden gegeben und sie ist keinesfalls ein langweiliger Charakter, nur weicht ihr Verhalten recht stark von dem ab, was man sonst von ihr gelesen hat.

Neben diesen kleineren Schwächen, weiß Wired aber durchaus zu überzeugen. Das Ende ist komplett anders als erwartet und insbesondere dadurch ein kleines Highlight.

Fazit:
Wired ist der gelungene Abschlussband einer unterhaltsamen und nachdenklich stimmenden Sci–Fi-Reihe. Allen, die Charaktere mit Ecken und Kanten, eine geradlinige und kitschlose Geschichte und unverbrauchte Ideen mögen, kann ich diese Bücher nur ans Herz legen.



Dieses Buch habe ich im Rahmen der Kampf den Buchreihen-Challenge gelesen!

Freitag, 11. Oktober 2013

[Rezension] Last Stand of Dead Men von Derek Landy (Skulduggery Pleasant #8)

Der Inhalt in wenigen Sätzen:
Im achten Abenteuer des Skelett-Detektivs Skulduggery Pleasant und seiner Partnerin Valkyrie Cain, droht ein Krieg in der Zaubererwelt auszubrechen. Zu viel lief in den letzten Jahren unter der Führung des irischen Sanktuariums schief und die Sanktuerien vieler anderer Länder fühlen sich gezwungen einzugreifen.
Als ein Krieg immer wahrscheinlicher wird, finden sich die legendären Dead Men, Helden des Widerstands gegen Mevolent, erneut zusammen. Doch können sieben noch so gerühmte Zauberer wirklich einen Krieg abwenden?

Der erste Satz:
The camp was dark und quiet, and the Warlocks slept.

Was Izzy dazu sagt:
In Skulduggery Pleasants und Valkyrie Cains achtem und vorletzten gemeinsamen Abenteuer geht es wie gewohnt hoch her.
Derek Landy fakelt nicht lange und wirft den Leser in eine mitreißende Handlung, in der nichts weniger auf dem Spiel steht, als der Fortbestand des irischen Sanktuariums. Die Lage spitzt sich nach den Ereignisen der letzten Jahre zu und im Mittelpunkt der ganzen Turbulenzen stehen die irischen Magier und deren Autonomie.

Wie auch schon in den vorangegangen Bänden erfährt man im Verlauf der Geschichte das ein oder andere Geheimnis über die Charaktere. Insbesondere Valkyrie und Skulduggery zeigen noch einmal neue Nuancen. Derek Landy ist wirklich äußerst geschickt darin auch nach sieben Büchern noch Wesenszüge oder Verhaltensweisen seiner Protagonisten zu vertiefen und besser zu erklären. Das führt dazu, dass es mit keinem seiner etlichen Charaktere langweilig wird, denn diese sind alles, außer schwarz-weiß gezeichnet.
So sehr die Charaktere durch ihre Unterschiedlichkeit überzeugen können, fällt es dem Leser jedoch in diesem handlungsreichen Band schwer sie alle auseinander zu halten. Es ist eine solche Fülle vorhanden – und ganz präsent ist der letzte Band nach knapp einem Jahr auch nicht mehr – so dass man hin und wieder erst einmal überlegen muss, um wen es sich nun handelt und in welcher Beziehung er zu Skulduggery oder Valkyrie steht.
Dies mindert das Lesevergnügen aber nur minimal. Da das Buch wieder mit tollen Ideen aufwahrten kann, sich gewohnt sarkastisch und besonders in Hinblick auf den letzten Band an der ein oder anderen Stelle tragisch zeigt. Derek Landy macht deutlich, dass der Untertitel des Buches Programm ist. Niemand ist wirklich sicher und man bangt nicht selten mit den Charakteren mit oder hofft, dass sie auch im letzten Band die Möglichkeit bekommen werden aufzutauchen.

Langsam werden die losen Fäden zusammengeführt und stimmen den Leser auf das unabwendbare Ende der Reihe ein. Wo genau die Reise hingehen wird, bleibt dabei unklar, was schon immer eine der Stärken von Skulduggery Pleasant war. Als Leser bleibt man also voller Neugier zurück, hofft auf das Erscheinen des letzten Bandes und ist gleichzeitig ein wenig wehmütig, dass diese auf 9(!) Bände angelegte Reihe kurz vor ihrem Abschluss steht.

Alles in allem also wieder ein rundum gelungenes Buch, an dem ich nur eine Sache klipp und klar auszusetzen habe: die Altersfreigabe. Diese liegt laut Amazon bei 11 - 15 Jahren, was ich als ungeeignet empfinde. Diese Bücher sind nichts für zarte Gemüter. Charaktere sterben, es wird gekämpft und Krieg geführt und das nicht auf die weichgespülte Art und Weise. Ob das für Kinder und Jugendliche in diesem Alter angebracht ist, sollte meiner Meinung nach wohl überlegt werden.

Fazit:
Derek Landy ist ein gemeiner wie ebenso begabter Autor. Skulduggery Pleasants achtes Abenteuer reiht sich, wenn es um den Unterhaltungswert geht, nahtlos bei seinen vorigen Bänden ein und bietet sogar noch mehr Spannung, einige unerwartete Wendungen, aber auch härtere Tiefschläge als man selbst vor diesem Hintergrund erwartet.
Ein tolles Buch, das voll und ganz auf den finalen Band einstimmt - vor dem ich mich ein wenig fürchte, aber wäre dem nicht so, wäre es kein richtiger Derek Landy.

Donnerstag, 10. Oktober 2013

[Tag] Lucy's Bookish Idenitity

Hallo ihr Lieben,

vor Kurzem habe ich bei Miss Bookiverse diesen Tag gefunden ... und weil ich die Fragen wirklich ziemlich cool finde und sie ohnehin bereits ganz automatisch im Kopf beantwortet habe, dachte ich, ich schreibe alles auf und lass euch daran teilhaben.

Sollte jemand Lust auf diesen Tag haben, nur zu ... ich bin gespannt auf eure Antworten! :-)



What dystopian world would you live in?

Eigentlich möchte ich in gar keiner dystopischen Welt leben. Natürlich liest es sich extrem spannend, aber ich fühle mich hier in meiner Realität, weitgehend wohlbehütet, ganz gut. Ich brauche und will keine zerstörten Städte und Länder, keinen Krieg, keine Armut und Hungersnot, kein Leben auf der Straße, keine Tyrannei, keine Aufteilung in Faktionen, Distrikte, Sphären- und Außenbewohner, keine ständige Angst und kein immer-auf-der-Flucht-sein, keine Zukunft, in der man nicht mehr lieben darf oder die Technik richtig gruselig und übermächtig geworden ist.



Who would your partner be?

Puh, ganz schwere Frage. Ich könnte mich unmöglich für einen Partner entscheiden. Mit Four oder Finnick hätte ich einen starken, aber trotzdem super-lieben Kerl an meiner Seite; mit Hermine oder Annabeth gäbe es für alle Probleme einen rettenden Plan, außerdem würde ich sicher so einiges lernen; mit Fred und George hätte ich immer einen Grund zum Lachen und gleich zwei Retter in der Not; und dann gibt es noch all die wunderbaren Game of Thrones Charaktere - Arya Stark wäre sicher eine klasse Verbündete. Nein, ich kann mich nicht entscheiden ...

Who would be your godly mother/father? 

Apollo. Definitiv. Ich bin optimistisch und loyal, hab Spaß an den verschiedensten Sportarten und Wettkämpfen und bin eine Künstlerin aus Leidenschaft. Zwar bin ich eine Niete, was das Musizieren angeht (weder spiele ich ein Instrument, noch habe ich eine engelsgleiche Stimme), aber trotzdem liebe ich Karaoke-Abende mit Freunden und Musik im Allgemeinen. Ich gehe so gut wie nie ohne meinen mp3-Player aus dem Haus und meinen Apollo-Geschwistern, die es musisch draufhaben, könnte ich stundenlang zuhören. Und schließlich kann man als Tochter des Apollo genetisch auch nicht all seine vielen Talente abgestaubt haben. ;-D

Aus Spaß habe ich übrigens mal diesen Test hier gemacht, der mich auch in Hütte 7 gesteckt hätte.



Would you be a downworldler or nephilim?

Eine Nephilim. Und Alec Lightwoods neue, beste Freundin. Nee, mal Spaß beiseite, die Runen haben es mir ziemlich angetan ... und ich wollte schon immer einmal badass sein. :-D


Which house would you be in?

Ich war mir nie sicher, ob ich eher nach Gryffindor oder nach Hufflepuff gehöre - ich scheine irgendwie der perfekte Mix aus beiden Hauseigenschaften zu sein. Aber Pottermore hat schließlich eine Entscheidung gefällt und mich nach Hufflepuff geschickt, wo ich mich pudelwohl fühle ... und mich mit Ted und Dora Tonks und Cedric in einem Satz nennen darf! :-)


Which faction would you be in?

Ich bin ein sehr, sehr harmoniebedürftiger Mensch, ich meide Streit und denke meist zuerst an die anderen, also wäre ich bei den Amite wohl am besten aufgehoben. Wobei ich auch der Meinung bin, dass kein Mensch in eine einzige Faktion gepfercht werden sollte ... denn irgendwie sind wir doch alle "unbestimmt", oder nicht?

 What would be your daemon?

Mein Daemon wäre wohl ein Hund (ein großer, treuer, kuscheliger, mich-beschützender Hund), weil ich diese Tiere einfach liebe und sie meinen Charakter am besten wiederspiegeln. Vielleicht wäre ich in dieser Welt dann ein Diener, vielleicht auch nicht. Schließlich heißt es lediglich, dass die Daemonen der Diener für gewöhnlich eine Hundeform annehmen und nicht, dass man automatisch ein Diener ist, wenn der Daemon die Gestalt eines Hundes behält. Oder? ;-)

Dienstag, 8. Oktober 2013

[Ich lese gerade ...] Wen der Rabe ruft von Maggie Stiefvater

Hallo ihr Lieben!

Heute hatte ich Wen der Rabe ruft von Maggie Stiefvater in der Post und ich habe mich sehr darüber gefreut.

Es wird mein erstes Buch von ihr sein, da die Mercy Falls-Reihe (hier Lucys Rezension zur ganzen Reihe) mich nicht richtig angesprochen hat. Aber die Story hinter Wen der Rabe ruft, hört sich spannend an. 
Bei dem Buch handelt es sich um den Auftakt zu einer vierbändigen Reihe und ich kann es kaum erwarten mit dem Lesen zu beginnen. Hier für euch der Klappentext:

Script5
464 Seiten
ISBN 978-3-8390-0153-0
Jedes Jahr im April empfängt Blue die Seelen derer, die bald sterben werden, auf dem verwitterten Kirchhof außerhalb ihrer Stadt. Bisher konnte sie sie nur spüren, nie sehen – bis in diesem Jahr plötzlich der Geist eines Jungen aus dem Dunkel auftaucht. Sein Name lautet Gansey, und dass Blue ihn sieht, bedeutet, dass sie der Grund für seinen nahen Tod sein wird.
Seit Blue sich erinnern kann, lebt sie mit der Weissagung, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Ist damit etwa Gansey gemeint?


Ich bin sehr neugierig und werde berichten, wie mir das Buch gefallen hat.
Gehört habe ich von Lucy und vielen anderen nur Gutes über Maggie Stiefvater und ihren Schreibstil. Mal sehen, wie er mir gefallen wird - die Leseprobe ist schon einmal vielversprechend.

Liebe Grüße,
eure Izzy



Dienstag, 1. Oktober 2013

[Buch des Monats] Oktober 2013

Ende August war es endlich (oder mal wieder) soweit und der neue Skulduggery Pleasant-Band ist erschienen. Last Stand of Dead Men ist tatsächlich schon der achte und vorletzte Band in dieser wunderbaren Reihe!
Ich mag es kaum glauben, aber mit dem nächsten Band wird die Geschichte um Valkyrie Cain und Skulduggery Pleasant ihr Ende finden. Schon jetzt bin ich ein wenig wehmütig deswegen. Aber gut... Hier dreht sich schließlich alles um den achten Band der Reihe, mit dem wieder einmal coolen Titel (wenn man mich fragt) Last Stand of Dead Men.

Taschenbuch: 604 Seiten
Verlag: Harpercollins UK  
ISBN-13: 978-0007489213
Inhalt:
War has finally come.

But it's not a war between good and evil, or light and dark - it's a war between Sanctuaries. For too long now, the Irish Sanctuary has teetered on the brink of world-ending disaster, and the other Sanctuaries around the world have had enough. Allies turn to enemies, friends turn to foes, and Skulduggery and Valkyrie must team up with the rest of the Dead Men if they're going to have any chance at all of maintaining the balance of power and getting to the root of a vast conspiracy that has been years in the making.


Vorsicht Spoiler, nur weiterlesen, wenn ihr die vorigen Bände schon gelesen habt! Wenn nicht wegsehen - wirklich!;)
But while this war is only beginning, another war rages within Valkyrie herself. Her own dark side, the insanely powerful being known as Darquesse, is on the verge of rising to the surface. And if Valkyrie slips, even for a moment, then Darquesse will burn the world and everyone in it.

Ach, ich freue mich schon richtig auf das Buch. Ich bin mir jetzt schon sehr sicher, dass Derek Landy mich nicht enttäuschen wird.


Liebe Grüße
eure Izzy

[Auf Reisen] Izzy & Lucy in Paris

Bonjour, ihr Lieben,

vor Kurzem haben Izzy und ich einen Kurztrip nach Paris unternommen. Hier sind die versprochenen Eindrücke und Fotos:


In Büchern und in Filmen wird Paris immer dargestellt, als wäre es die niedlichste, romantischste und imposanteste Stadt der Welt. Mit Prachtgebäuden, Stuck und Gold, vielen kleinen, schnörkeligen Cafés, Pärchen und Leuten, die Baguettes und Wein auf ihren Fahrradkörben transportieren. Und wir wollen nun wirklich nicht behaupten, dass die Bücher und Filme lügen ... aber zu Paris gehören eben auch Hektik, lautstarker Trubel, unbezahlbare Preise und größtenteils unfreundliche Leute.

Mag sein, dass es am Dauerregen lag, aber allzu viel von dem schnuckeligen Café-Crossaint-Paris haben wir leider nicht gesehen. Ohne Frage, es gab ein paar wirklich tolle Bistros (vor allem im Künstlerviertel haben wir einen Retro-Bagel-Laden für uns entdeckt. Daneben haben wir übrigens auch ein kleines Geschäft mit dem Namen Lou entdeckt, dass uns sofort an Jojo Moyes Protagonistin aus Ein ganzes halbes Jahr erinnert hat), aber ein typisch-französisches Café mit kleinen, weißen runden Tischchen und verschnörkelten Stühlen haben wir leider in den ganzen drei Tagen nicht gefunden.

Zudem war uns Paris, trotz der romantischen Plätze und dem Alt-trifft-Moderne-Flair zu hektisch, zu laut und zu befahren. Man kam irgendwie nie so richtig zur Ruhe, weil selbst in den Parks permanent Menschen, Touristen und Tauben in großen Gruppen vorbeigehuscht sind. Gelesen haben wir also nur auf der 12-Stunden-Busfahrt hin und zurück.

Beeindruckend war alles Kulturelle, Künstlerische, Historische allerdings schon. Schon alleine deswegen hat es sich gelohnt, die Stadt zu besuchen. Notre Dame ist ein Traum (sowohl von innen als auch von außen als auch in Schokolade), Versaille unglaublich imposant (v.a. der Spiegelsaal und der Garten) und im Louvre hätte ich mich sowieso den ganzen Tag aufhalten können (dabei immer Dan Brown und Michelangelo auf der Spur, mit Notitzblock zum Zeichnen in der Tasche).

Und auch so besteht Paris noch heute aus sehr vielen Altbauten, die einem als schlenderter Tourist immer etwas zu sehen geben - vor allem bei Nacht und im Regen, weil dann alles so schön leuchtet und glänzt und man sich dann total gut vorstellen kann, wie es dort früher ausgesehen hat.


(Da musste ich ständig an folgendes Zitat aus dem Film Midnight in Paris denken:

            
                  "Can you picture how drop dead gorgeous this city is in the rain? Imagine this town in the '20s. Paris in the '20s, in the rain. The artists and writers!" (Midnight in Paris))
 


Und wir haben im Saint Michel Viertel, einen wundervollen Buchladen gefunden, aus dem ich gar nicht mehr herauskommen wollte. Im Shakespeare & Company gibt es nämlich nicht nur wundervolle Ausgaben von Alice im Wunderland, Harry Potter und vom Zauberer von Oz, sondern es ist auch ganz entzückend eingerichtet. Es gibt romantische Leseplätze, Schreibmaschinen als Deko und ein Klavier, auf dem jeder, der möchte spielen darf. Außerdem kann man an einer Wand kleine Nachrichten hinterlassen.

 Übrigens, weil alle einen immer davor warnen, wir hatten aufgrund unserer deutschen Herkunft mit den Franzosen kein bisschen Probleme. Der nette Weinverkäufer, der mich zunächst für eine Britin gehalten hat, meinte sogar, dass wir in Deutschland auch ganz guten Wein haben. Das hat mich, wo ich doch aus einem unterfränkischen Weindorf stamme, sehr gefreut. Der Bordeaux, den ich mir zusammen mit einem französischem Käse gegönnt habe, war übrigens exzellent. Ebenso wie die überteuren Crêpes, die wir uns an unserem letzten Nachmittag erlaubt haben. Und die zuckersüßen Macarons, die übrigens total süchtig machen. 

Und ich hab jedes Mal ein Fangirl-Quietschen von mir gegeben, wenn wir mal wieder an einem Paul vorbei gekommen sind. Nur so nebenbei, Paul war in dem Fall kein schwarzhaariger Kerl, der durch die Zeit reisen kann, sondern eine Bäckerei und Konditorei, die absolut geniales Zeug verkauft. Kann ich jedem nur empfehlen. 

Alles in allem hatten wir eine schöne Zeit in Paris, müssen aber zugeben, dass es wohl nie unsere Traumstadt werden wird. Wer allerdings Geld hat, auf Luxus steht oder einfach nur total verliebt ist, kann der Stadt der Liebe und der sündhaftteuren Mode gerne einmal einen Besuch abstatten. 

Viele liebe Grüße,
Lucy & Izzy

Montag, 23. September 2013

[Rezension] Gone Girl - Das perfekte Opfer von Gillian Flynn

  • Broschiert: 576 Seiten
  • Verlag: FISCHER Scherz
  • ISBN-13: 978-3502102229
Der Inhalt in wenigen Sätzen (Klappentext):
„Was denkst du gerade, Amy?” Diese Frage habe ich ihr oft während unserer Ehe gestellt. Ich glaube, das fragt man sich immer wieder: Was denkst du? Wie geht es dir? Wer bist du? Wie gut kennt man eigentlich den Menschen, den man liebt?

Genau diese Fragen stellt sich Nick Dunne am Morgen seines fünften Hochzeitstages, dem Morgen, an dem seine Frau Amy spurlos verschwindet. Die Polizei verdächtigt sogleich Nick. Amys Freunde berichten, dass sie Angst vor ihm hatte. Er schwört, dass das nicht wahr ist. In seinem Computer findet die Polizei merkwürdige Hinweise. Er erhält sonderbare Anrufe. Was geschah mit Nicks wunderbarer Frau Amy?



Der erste Satz:
Wenn ich an meine Frau denke, fällt mir immer ihr Kopf ein.


Was Izzy dazu sagt:
Nick Dunne und Amy Elliott scheinen wie füreinander geschaffen. Von der ersten Minute an sprühen die Funken und als sie sich nach einigen Monaten wiedertreffen, ist klar, dass sie den Partner fürs Leben gefunden haben.
Zwei Jahre funktioniert ihre Ehe reibungslos. Bis die Fassade zu bröckeln beginnt. Nick ist nicht ständig der perfekte, fürsorgliche Ehemann, den Amy sich wünscht; Amy nicht die unentwegt glückliche und entspannte Ehefrau, die Nick zu Beginn ihrer Ehe in ihr gesehen hat. Nach und nach wird die emotionale Distanz zwischen ihnen immer größer, die Lügen häufiger und die einstige Liebe schwingt in Abscheu um.
Dann verschwindet Amy an ihrem fünften Hochzeitstag und Nick ist – wie sollte es für den Ehemann anders sein – der Hauptverdächtige.

Gone Girl ist in drei Teile untergliedert und setzt mit Amys Verschwinden ein. Im ersten Teil kommen abwechselnd Nick und Amy in Form von Tagebucheinträgen zu Wort.
Es liegt ein besonderes Augenmerk darauf, beide Charaktere gut kennenzulernen, denn Nick als auch Amy erzählen viel über ihre erste Begegnung, die ersten Tage als Frischverheiratete und das routinierte Eheleben. Kleinigkeiten zählen nicht nur in ihrer Beziehung, sondern auch für den Leser. 
Nick ist ein sympathischer Typ, dessen Leben ihm immer mehr aus den Händen gleitet. Aufgezogen von einem Vater, der seinen Sohn dazu brachte Frauen im Allgemeinen zu fürchten und wütende obendrein zu verachten.
Amy zeigt sich als gut betuchte Tochter eines perfekt harmonisierenden Bestseller-Autoren-Paares. Gesegnet mit einem messerscharfen Verstand und einer auffallenden Schönheit.
Richtig sympathisch ist von den zwei Protagonisten keiner. Denn nicht nur der Polizei fällt es schwer, Nick zu glauben, dass er nichts mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun hat, auch der Leser fragt sich oft, was bei Nick Dunne wirklich Sache ist. Nick verstrickt sich in ein weitreichendes Lügengeflecht und sieht sich außer Stande, ehrliche Emotionen ob Amys Entführung auszudrücken. Punktum, er wirkt verdächtig.
Amy dagegen ist zunächst das liebestaumelnde Frauchen, später die angsterfüllte Ehefrau, die ihrem Mann nicht über die nächste Straßenecke traut. Jedoch wird man beim Lesen das Gefühl nicht los, dass viel mehr hinter ihr stecken muss, als diese Tagebucheinträge aufzeigen.

Nach dem Ende des erstes Teils, der circa die Hälfte des Buches umfasst, nimmt das Buch richtig an Fahrt auf. Viele der Wendungen sieht man in ihrem vollen Ausmaß nicht voraus. Man ist schockiert und fassungslos, während man Nick und Amy durch die Geschichte folgt.
Die Autorin schafft sehr lebendige Persönlichkeiten, deren psychische Abgründe deutlich hervortreten. Insbesondere Nick und Amy entwickeln sich in eine Richtig, die man als Leser nicht erahnt hätte. Sympathieträger sind sie eindeutig nicht. Dazu zählen Nicks Zwillingsschwester Go, die ohne Wenn und Aber zu ihrem Bruder steht. Und die bemühte Ermittlerin Bony, die einiges an Kompetenz aufgrund des Handlungsverlaufes einbüßen muss.
Auch an der Ehe wird in Gillian Flynns Buch kein gutes Haar gelassen. Die meisten Paare sind geschieden, oder unglücklich. Und Amy und Nick treiben ihr perfides Psychospiel, das mit Voranschreiten der Handlung eher widersprüchliche Gefühle im Leser aufkommen lässt. Auf eine abstoßende Art und Weise haben diese beiden einander wirklich verdient. Da ein großes Augenmerk auf ihr Umfeld, ihre Erziehung und ihr Innenleben gelegt wird, lassen sich ihre Handlungen erklären. Trotzdem habe ich mich oft gefragt: Ist das noch glaubwürdig? Wer würde so etwas tun, oder auf jene Handlung auf diese Weise reagieren? Kamen mir die zwei zu Beginn des Buches nur ein wenig zwielichtig vor; wie Charaktere mit Ecken und Kanten, habe ich sie am Ende verabscheut. Das ist eine Aufgabe, der Gillian Flynn sich über 560 Seiten lang widmet – und ihre Sache macht sie gründlich.
 
Fazit:
Gillian Flynns Gone Girl - Das perfekte Opfer bietet ein interessantes, sowie sehr schockierendes Psychospiel, bei dem man nie sicher ist, wem man trauen kann, oder nicht. Mir persönlich war das Buch manchmal ein wenig zu lang und darum bemüht Nicks und Amys Handlungen glaubwürdig zu machen. Alles in allem konnte ich es allerdings nur schwer zur Seite legen. Ich vergebe...