Samstag, 24. Januar 2015

[Leserückblick 2014] Lucys Tops, Flops, und alles, was sie sonst so bewegt hat ...

Hallo ihr Lieben,

wie schon letztes Jahr möchte ich euch auch dieses Jahr von meinem Lesejahr mit all seinen Höhen, Tiefen und Emotionen berichten:

Lesetop

Das war definitiv Die Nacht gehört dem Drachen
 

Leseflop

Gab es dieses Jahr für mich nicht. Da ich das letzte Jahr im Vergleich eh nicht so viel zum Lesen gekommen bin, habe ich mir immer genau überlegt, für welches Buch ich mir Zeit nehme. Und die Fortsetzungen, wo ich im Voraus schon befürchtete, dass sie mich enttäuschen könnten, habe ich einfach auf meinem SUB liegen gelassen. ;-)


Schönstes Cover

Irgendwie hat es mir das angetan. Schlicht, aber äußerst wirksam, vor allem mit dem Titel.


Beste Buchverfilmung



Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Und da ich noch immer nicht dazu gekommen bin, eine Rezi dazu zu schreiben, kommen jetzt eben hier ein paar Worte, die ich gerne noch dazu los werden möchte:

- Die Schauspieler waren allesamt grandios, von den Hauptdarstellern bis hin zu all den kleinen Nebenrollen! Vor allem Nat Wolff als Isaac hat es mir angetan; ich freue mich schon riesig darauf ihn dieses Jahr als Quentin in der Verfilmung zu Margos Spuren zu sehen. Und auch Willem Dafoe überzeugt zu 100 Prozent als Peter van Houten. Seine Szenen zählen zu meinen liebsten in diesem Film.

- Die John-Green-Atmosphäre, die gesamte Authentizität, die ich beim Lesen seiner Bücher so liebe,hat sich auf den Film übertragen. Einige seiner Zitate aus dem Buch wurden sogar eins zu eins übernommen. Und dafür bin ich so unglaublich dankbar, weil die Art des Autors zu Erzählen bei einer Verfilmung viel zu oft verloren geht.

- Ich habe quasi den gesamten Film über geweint-gelacht-geweint-gelacht-und dann ganz ganz viel geweint ... und ich bin mir sicher, dass mir das auch die nächsten Male noch so gehen wird. So wie man das Buch immer wieder lesen und Neues darin entdecken kann, will ich auch den Film im DVD-Regal stehen haben und immer wieder ansehen können, wenn mir danach ist.

    

Hat mich am meisten bewegt/aufgebracht/ect.


- Nachdenklich zurückgelassen hat mich Der Märchenerzähler von Antonia Michaelis.

- Am meisten berührt hat mich Die Nacht gehört dem Drachen von Alexia Casale.

- Am meisten geweint habe ich bei meinem Re-read und meinem Kinobesuch zu Das Schicksal ist ein mieser Verräter.

- Am meisten aufgebracht hat mich, dass sie aus Cecelia Aherns Für immer vielleicht so einen grauenvollen Film gemacht haben, der für mich so gut wie nichts mehr mit dem Buch gemein hatte.

- Total verstört hat mich die Verfilmung zu Gone Girl. Ich hatte das Buch zuvor noch nicht gelesen und war im Nachhinein dementsprechend traumatisiert von allem, was da so abging.

- Am meisten mitgefiebert habe ich mit Ria aus Ursula Poznanskis Die Vernichteten.

- Am meisten verstanden gefühlt habe ich mich in Rainbow Rowells Fangirl und Nick & Norah - Soundtrack einer Nacht.


Liebster Charakter

Nick und Norah aus Nick & Norah - Soundtrack einer Nacht. Die waren mir beide von Anfang an einfach so sympathisch.

Am meisten gehasster Charakter


In Endgame gibt es ja so einige krasse Charaktere mit komplizierten Namen, die ich mir gar nicht alle merken konnte- deshalb kann ich euch da jetzt auch keinen bestimmten Namen nennen; aber ja, da gab es nicht nur einen, mit dem ich partout nicht warm werden konnte.

Schönstes Liebespaar 

Cath & Levi aus Rainbow Rowells Fangirl.

--- Weil das mit den beiden so authentisch und super-süß war.

Schönste dargestellte Freundschaft

... and the award goes to - Isaac and Augustus Waters!

--- Weil John Green diese Bromance-Momente einfach drauf hat (in jedem seiner Bücher! Also sollte der Award eigentlich an ihn gehen!), und ich finde, mein Reread und die Tatsache, dass der Film 2014 in den Kinos war, sollte mir erlauben, die beiden nennen zu dürfen, obwohl ich Das Schicksal ist ein mieser Verräter natürlich schon lang, lang vorher gelesen habe. ;-P

Schönster Autorenmoment

Das Meet & Greet mit Alexia Casale auf der Frankfurter Buchmesse. 
 

Highlight 2015 

- Die Verfilmung zu Margos Spuren
(weil John Green, Nat Wolff ... und habt ihr all die Videos und Fotos vom Set gesehen?! Ich denke, das ist Antwort auf meine Vorfreude genug!)
 
- Schimmert die Nacht von Maggie Stiefvater
(weil ich mir eine Fortsetzung zu Cole und Isabel so sehr gewünscht habe und ich Nebencharaktere noch nie so lieb hatte wie in dieser Reihe)

- Das Jahr, in dem ich dich traf von Cecelia Ahern
(ich freue mich immer riesig, wenn meine Lieblingsautorin ein neues Buch geschrieben hat)

- Und auch auf die animierte Verfilmung zu Der kleine Prinz freue ich mich schon wie ein kleines Kind. Guckt euch nur mal den Trailer an, habt ihr schonmal so etwas Süßes gesehen?


Montag, 5. Januar 2015

[Märchen-Adventskalender] Gewinnspiel-Auslosung

Hallo ihr Lieben,

entschuldigt die Verspätung,
hier kommen nun also die Gewinner unsereres märchenhaften Gewinnspiels:

Preis Nr. 1,













Das Reckless Märchenbuch von Cornelia Funke
inklusive eines signierten Posters der Autorin,
geht an ...

... Windsprite 



Preis Nr. 2,


















Märchen Ohne Worte von Frank Flöthmann,
geht an ...

... Denise Wollenweber


Wir haben euch per Mail benachrichtigt,
und versenden eure Pakete so schnell es geht.

Danke euch fürs Mitmachen!


Da sich nur die beiden an unserem Gewinnspiel beteiligt haben,
sind jetzt die Trostpreise, 7 signierte Poster von Cornelia Funke, noch übrig.














Da wir sie aber gerne noch verschenken würden, haben wir uns Folgendes überlegt,
die ersten 7 Personen, die uns unter diesem Post einen Kommentar (mit ihrer E-Mail-Adresse) hinterlassen, in dem sie uns verraten, warum sie ein solches Poster haben möchten, werden von uns kontaktiert.

Wir hoffen, ihr hattet alle einen guten Start ins neue Jahr!

Alles Liebe,
Jack & Lucy


Mittwoch, 24. Dezember 2014

[Märchen-Adventskalender] Interview mit Cornelia Funke

Hallo ihr Lieben,

wer Cornelia Funkes Romane kennt, der weiß, dass die in sämtlichen Ländern bekannte Kinder- und Jugendbuchautorin Märchen ganz besonders schätzt. Wir freuen uns so sehr, dass Sie sich in der stressigen Vorweihnachtszeit Zeit für unsere Interviewfragen genommen hat.

10 märchenhafte Fragen an Cornelia Funke



1. Wie kamen Sie auf die Idee zur Reckless-Reihe?

C.F.: Auf Umwegen :) Ich arbeitete mit einem Freund an einer Drehbuchadaption des Nussknackers und war immer faszinierter von der Idee, eine Welt zu erkunden, die unserem 19.Jahrhundert gleicht und in der alle Märchen historische Realität sind. Kurz - eine Märchenwelt, die erwachsen werden will und von unserer Wirklichkeit dabei beeinflusst wird.

2. Gibt es einen bestimmten Grund, weshalb Sie in Ihre Bücher immer einmal wieder gerne etwas Märchenhaftes einbauen?

C.F.: Ich bin ein Geschichtenerzähler und sehe mich daher in der Tradition aller anderen Geschichtenerzähler, die die Welt und die grossen Fragen, die wir uns alle stellen, in Bilder und Gleichnisse fassen. 

3. Welche Rolle spielen Märchen für Sie?

C.F.: Ich habe sie als Kind nie gemocht - aber hab sie trotzdem ständig gelesen. Es ist ja sehr interessant, wie unvergesslich Märchenbilder und Motive sind. Je älter ich werde, desto mehr sind die Märchen eines Landes für mich eine phantastische Reisevorbereitung. Sie sind Zeitmaschinen, beschreiben verlorene Götter, Landschaften, die das Leben der Menschen prägen, soziale Systeme….sehr aufregend :) Aber sie können auch sehr reaktionär sein, weil sie alte Werte aufrechthalten, die nicht mehr die unseren sind - etwas, das gerade uns Frauen betrifft. Interessanterweise haben sehr alte Märchen oft wesentlich stärkere Frauengestalten.

4. Welche Bedeutung haben Ihrer Meinung nach Märchen ganz allgemein in der heutigen Gesellschaft und Erziehung?

C.F.: Ich glaube, sie sind überall gegenwärtig! Man muss sich nur die zur Zeit sehr erfolgreichen Comicverfilmungen ansehen, von der Fantasy ganz zu schweigen. Wir verstehen unsere Wirklichkeit leichter durch Symbole, Bilder, Kreaturen, die Aspekte der Welt verkörpern. Sie erfassen unsere Wirklichkeit wesentlich leichter in all ihrer Widersprüchlichkeit.  

5. Was bedeutet für Sie „typisch Märchen“? 

C.F.: Einen Helden, der sich selbst erkennen muss. Wunscherfüllung. Kampf von Gut und Böse. Und tausend andere Dinge :)  

6. Haben Sie als Kind viele Märchen vorgelesen bekommen bzw. selbst gelesen? 

C.F.: siehe Anttwort zu Frage 3 

7. Haben Sie Ihren Kindern manchmal Märchen vorgelesen bzw. zum Lesen gegeben?  

C.F.: Selten. Ich habe Ihnen allerdings viel Fantasy vorgelesen. 

8. Haben Sie ein Lieblingsmärchen – wenn ja, welches und warum ausgerechnet dieses? 

C.F.: Die Sechs Schwäne gehören sicher zu meinen LIeblingsmaerchen. Die Motive haben mich immer schon sehr berührt und ich will eigentlich gar nicht genau wissen, warum, weil die Antwort sicher sehr komplex wäre.  

 
9. Mit welchem Märchencharakter können Sie sich selbst am meisten identifizieren?  
C.F.: Da muss ich sehr weit zurückgehen - zu Märchen, in denen die Frauen noch Heldinnen und Göttinnen sind :) Aber die Hexen mag ich auch gern :)  

10. Haben Sie ein liebstes Zitat aus einem Märchenbuch oder Märchenfilm?  

C.F.: Es war einmal ... :) 

Dienstag, 23. Dezember 2014

[Märchen-Adventskalender] Das Gewinnspiel!

Hallo ihr Lieben,

bevor es morgen weihnachtet, gibt es heute - wie versprochen - ein Gewinnspiel mit tollen Preisen. So toll sogar, dass wir sie am liebsten alle selbst behalten würden!;-)



1. Preis:

Das Reckless Märchenbuch von Cornelia Funke
inklusive eines signierten Posters der Autorin,
das uns der Dressler-Verlag netterweise zum Verlosen zur Verfügung gestellt hat















2. Preis:

Märchen Ohne Worte von Frank Flöthmann
das uns der DuMont Buchverlag zum Verlosen gespendet hat




















3. - 10. Platz:

Jeweils ein signiertes Poster von Cornelia Funke




 











Und wie könnt ihr diese wunderbaren Preise gewinnen?

1. Ihr müsst dafür nicht Follower dieses Blogs sein, trotzdem würden wir uns natürlich riesig freuen, wenn ihr unsere Storytime-Beiträge hier auch im nächsten Jahr verfolgt und kommentiert und wenn ihr uns auch auf Facebook liked und unsere Posts teilt! ;-)

2. Ihr müsst die drei märchenhaften Fragen aus diesem Video (entschuldigt unsere krächzenden Stimmen und die fertige Erscheinung, winterliche Erkältungen suchen uns gerade heim) beantworten und uns die richtigen Antworten bis um 12 mittags des 31.12.14 per Mail an storytimeblog@gmx.de zukommen lassen:




3. Unter allen richtigen Antworten werden die Gewinner ausgelost.

4. Die Sieger werden im Laufe des 31.12.14 bekannt gegeben und per E-Mail benachrichtigt. Ab diesem Zeitpunkt haben sie eine Woche, uns per E-Mail ihre Adressen mitzuteilen. Haben wir bis dahin nichts erhalten, wird neu ausgelost.
 

Wir drücken euch allen ganz feste die Daumen!!!

Alles Liebe & frohe Festtage,
Lucy & Jack

Donnerstag, 18. Dezember 2014

[Märchen-Adventskalender] Unbekannte Märchen, Teil V

Hallo meine Lieben!

Und heute gibt es ein Märchen von Clemens Brentano.
Ich glaube, dass diese Geschichten allgemein sehr unbekannt sind. Leider, wie ich finde.
Denn diese Märchen sind etwas ganz anderes als z.b. die der Gebr. Grimm. Sie sind nicht so grausam bzw. gewalttätig. Sie erinnern mich immer etwas an Fabeln oder Sagen. Zudem sind sie lang. Man könnte sagen, dass es fast schon richtige Kurzgeschichten sind.

Das Märchen, das ich euch heute vorstellen möchte, heißt "Das Märchen vom Murmeltier". Seitdem liebe ich Murmeltiere über alles :D

Ich poste hier nur mal den Link zum Märchen, denn wenn ich das Ganze hier reinstelle nimmt das ganz schön viel Platz weg :)

Das Märchen vom Murmeltier (C. Brentano)


Wenn ihr also mal Lust auf etwas andere Märchen habt schaut mal in ein Märchenbuch von Clemens Brentano :)

Liebe Grüße
Euer Jack

Mittwoch, 17. Dezember 2014

[Märchen-Adventskalender] Unbekannte Märchen, Teil IV

Hallo!

Heute stelle ich euch wieder ein Märchen von Hans Christian Andersen vor. Ich finde, es passt ganz gut in die heutige Zeit. Es wird geredet und getuschelt, und am Ende bleibt doch alles Gequatsche nur ein Gerücht


      "Das ist wirklich wahr"


»Das ist ja eine schreckliche Geschichte« sagte ein Huhn, und zwar an dem Ende des Dorfes, wo die Geschichte nicht passiert war. »Das ist ja eine schreckliche Geschichte im Hühnerhaus. Ich getraue mich gar nicht, heute nacht allein zu schlafen! Es ist nur gut, dass wir so viele im Stalle sind« - Und dann erzählte es, dass sich den anderen Hühnern die Federn sträubten und der Hahn den Kamm sinken ließ. Es ist wirklich wahr.
Aber wir wollen von Anfang anfangen, und der war am anderen Ende des Dorfes in einem Hühnerhaus. Die Sonne ging unter und die Hühner flogen auf. Eins von ihnen, es war weißgefiedert und kurzbeinig, legte seine vorgeschriebene Anzahl Eier und war, als Huhn, in jeder Weise respektabel. Als es die Leiter hinaufstieg, krause es sich mit dem Schnabel, und dabei fiel ihm eine kleine Feder aus.
»Hin ist hin!« sagte es. »Je mehr ich mich putze, desto schöner werde ich noch!« Das war scherzhaft hingesprochen; denn es war das lustigste unter den Hühnern, im übrigen war es, wie gesagt, sehr respektabel; und dann schlief es ein.
Ringsum war es dunkel, Huhn an Huhn saß auf der Stange; aber das, was am nächsten dabei gesessen hatte, schlief noch nicht. Es hörte halb, halb hörte es nicht, wie man es ja in dieser Welt handhaben soll, um seine Gemütsruhe zu bewahren. Aber seiner anderen Nachbarin musste es doch noch schnell zuflüstern: »Hast Du gehört, was hier gesprochen worden ist? Ich nenne keinen Namen, aber es gibt hier ein Huhn, das sich rupfen will, um schön auszusehen! Wenn ich ein Hahn wäre, würde ich es verachten.«
Gerade gegenüber den Hühnern saß die Eule mit ihrem Eulenmann und den Eulenkindern; in dieser Familie hat man scharfe Ohren, sie hörten jedes Wort, was das Nachbarhuhn sagte. Und sie rollten mit den Augen und die Eulenmutter fächelte sich mit den Flügeln: »Hört nur nicht hin! Aber Ihr habt es wohl doch gehört, was dort drüben gesprochen wurde? Ich hörte es mit meinen eigenen Ohren, und man hört ja viel ehe sie abfallen! Da ist eins unter den Hühnern, was in einem solchen Grade vergessen hat, was sich für ein Huhn schickt, dass es sitzt und sich alle Federn vom Leibe zupft und es den Hahn mit ansehen lässt!«
»Prenez garde aux enfants!« sagte der Eulenvater, »das ist nichts für die Kinder.«
»Ich will es doch der Nachbareule erzählen! Das ist eine so ehrenwerte Eule im Umgang!« damit flog die Mutter fort.
»Hu-Hu! uhuh!« tuteten die beiden gerade in den gegenüberliegenden Taubenschlag zu den Tauben hinein. »Habt Ihr schon gehört? uhuh! Da ist ein Huhn, dass sich alle Federn ausgerupft hat wegen des Hahns. Es wird tot frieren, wenn es nicht schon tot ist, uhuh!« »Wo? Wo?« gurrten die Tauben.
»Im Nachbarhofe! Ich habe es so gut wie selbst gesehen. Es ist zwar eine etwas unanständige Geschichte, aber es ist wirklich wahr!«
»Glaubt nur, glaubt nur jedes einzige Wort« sagten die Tauben und gurrten zu ihrem Hühnerstall hinab: »Da ist ein Huhn, ja, einige sagen sogar, es seien zwei, die sich alle Federn ausgerupft haben, um nicht wie die anderen auszusehen und dadurch die Aufmerksamkeit des Hahns zu erregen. Das ist ein gewagtes Spiel, man kann sich dabei erkälten und am Fieber sterben, nun sind sie beide tot!«
»Wacht auf! Wacht auf!« krähte der Hahn und flog auf den Zaun. Der Schlaf saß ihm noch in den Augen, aber er krähte trotzdem: »Es sind drei Hühner aus unglücklicher Liebe zu einem Hahn gestorben! Sie haben sich alle Federn ausgerupft! Das ist eine hässliche Geschichte, ich will sie nicht für mich behalten, lasst sie weitergehen!«
»Lasst sie weitergehen!« pfiffen die Fledermäuse, und die Hühner gluckten und der Hahn krähte: »Lasst sie weitergehen! Lasst sie weitergehen!« Und so eilte die Geschichte von Hühnerhaus zu Hühnerhaus und endete zuletzt bei der Stelle, von wo sie ausgegangen war.
»Da sind fünf Hühner,« hieß es, »die sich alle die Federn ausgerupft haben, um zu zeigen, welches von ihnen am magersten vor Liebeskummer um den Hahn geworden wäre, und sie hackten auf einander los, bis das Blut floss und fielen tot zur Erde, ihrer Familie zu Schimpf und Schande und dem Besitzer zu großem Verlust.«
Das Huhn, das die lose, kleine Feder verloren hatte, erkannte sich natürlich in der Geschichte nicht wieder, und da es ein respektables Huhn war, sagte es: »Diese Hühner verachte ich. Aber es gibt mehr von dieser Art. So etwas soll man nicht vertuschen, ich will jedenfalls das meinige dazu tun, dass die Geschichte in die Zeitung kommt, dann geht sie durch das ganze Land, das haben die Hühner verdient und die Familie auch!«


Und es kam in die Zeitung und wurde gedruckt und es ist wirklich wahr: Aus einer kleinen Feder können schnell fünf Hühner werden!

Und die Moral von der Geschicht´? Bevor ihr alles weiter tratscht informiert euch über den Wahrheitsgehalt.

Ich wünsche euch noch einen Schönen Abend!
Alles Liebe,
Euer Jack



Dienstag, 16. Dezember 2014

[Märchen-Adventskalender] Unbekannte Märchen, Teil III

Hallo liebe Blogger-Freunde! Heute öffnen wir schon das 16. Türchen! Um Himmels Willen, die Zeit vergeht! Seid ihr auch schon im Weihnachtsstress wie ich oder habt ihr eher eine ruhige Zeit? :)


Heute gibt´s wieder einen Post der Rubrik "Unbekannte Märchen".

Ich möchte euch gerne "Der Engel" von H.C.Andersen vorstellen. Ein wunderschönes Märchen aus Dänemark, in dem es um Blumen, Engel, Gott und Kinder geht. 
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Alles Liebe
Euer Jack




Der Engel


Jedesmal, wenn ein gutes Kind stirbt, kommt ein Engel Gottes zur Erde hernieder, nimmt das tote Kind auf seine Arme, breitet die großen, weißen Flügel aus und pflückt eine ganze Hand voll Blumen, welche er zu Gott hinaufbringt, damit sie dort noch schöner als auf der Erde blühen. Der liebe Gott drückt alle Blumen an sein Herz, aber der Blume, welche ihm die liebste ist, giebt er einen Kuß, und dann bekommt sie Stimme und kann in der großen Glückseligkeit mitsingen.
Sieh, alles dieses erzählte ein Engel Gottes, indem er ein totes Kind zum Himmel forttrug, und das Kind hörte wie im Traume; sie flogen über die Stätten in der Heimat, wo der Kleine gespielt hatte und kamen durch Gärten mit herrlichen Blumen.
»Welche wollen wir nun mitnehmen und in dem Himmel pflanzen?« fragte der Engel.
Da stand ein schlanker, herrlicher Rosenstock, aber eine böse Hand hatte den Stamm abgebrochen, sodaß alle Zweige, voll von großen, halbaufgebrochenen Knospen, rundherum vertrocknet hingen.
»Der arme Rosenstock!« sagte das Kind. »Nimm ihn, damit er oben bei Gott zum Blühen kommen kann!«
Und der Engel nahm ihn, küßte das Kind dafür, und der Kleine öffnete seine Augen zur Hälfte. Sie pflückten von den reichen Prachtblumen, nahmen aber auch die verachtete Butterblume und das wilde Stiefmütterchen.
»Nun haben wir Blumen!« sagte das Kind und der Engel nickte, aber er flog noch nicht zu Gott empor. Es war Nacht und ganz still; sie blieben in der großen Stadt und schwebten in einer der schmalen Gassen umher, wo Haufen Stroh und Asche lagen; es war Umzug gewesen. Da lagen Scherben von Tellern, Gipsstücke, Lumpen und alte Hutköpfe, was alles nicht gut aussah.
Der Engel zeigte in allen diesen Wirrwarr hinunter auf einige Scherben eines Blumentopfes und auf einen Klumpen Erde, der da herausgefallen war und von den Wurzeln einer großen, vertrockneten Feldblume, welche nichts taugte und die man deshalb auf die Gasse geworfen hatte, zusammengehalten wurde.
»Diese nehmen wir mit!« sagte der Engel. »Ich werde Dir erzählen, während wir fliegen!«
Sie flogen und der Engel erzählte:
»Dort unten in der schmalen Gasse, in dem niedrigen Keller, wohnte ein armer, kranker Knabe. Von seiner Geburt an war er immer bettlägerig gewesen; wenn es ihm am besten ging, konnte er auf Krücken die kleine Stube ein paarmal auf und nieder gehen, das war alles. An einigen Tagen im Sommer fielen die Sonnenstrahlen während einer halben Stunde bis in den Keller hinab, und wenn der Knabe dasaß und sich von der warmen Sonne bescheinen ließ und das rote Blut durch seine feinen Finger sah, die er vor das Gesicht hielt, dann hieß es: ›Heute ist er aus gewesen!‹ Er kannte den Wald in seinem herrlichen Frühjahrsgrün nur dadurch, daß ihm des Nachbars Sohn den ersten Buchenzweig brachte, den hielt er über seinem Haupte und träumte dann unter Buchen zu sein, wo die Sonne scheint und die Vögel singen. An einem Frühlingstage brachte ihm des Nachbars Knabe auch Feldblumen, und unter diesen war zufällig eine mit der Wurzel, deshalb wurde sie in einen Blumentopf gepflanzt und am Bette neben das Fenster gestellt. Die Blume war mit einer glücklichen Hand gepflanzt, sie wuchs, trieb neue Zweige und trug jedes Jahr ihre Blumen; sie wurde des kranken Knaben herrlichster Blumengarten, sein kleiner Schatz hier auf Erden; er begoß und pflegte sie, und sorgte dafür, daß sie jeden Sonnenstrahl, bis zum letzten, welcher durch das niedrige Fenster hinunterglitt, erhielt; die Blume selbst verwuchs mit seinen Thränen, denn für ihn blühte sie, verbreitete sie ihren Duft und erfreute das Auge; gegen sie wendete er sich im Tode, da der Herr ihn rief. Ein Jahr ist er nun bei Gott gewesen, ein Jahr hat die Blume vergessen im Fenster gestanden und ist verdorrt und wurde deshalb beim Umziehen im Kehricht hinaus auf die Straße geworfen. Und dies ist die Blume, die arme vertrocknete Blume, welche wir mit in unsern Blumenstrauß genommen haben, denn diese Blume hat mehr erfreut, als die reichste Blume im Garten einer Königin!«

»Aber woher weißt Du das alles?« fragte das Kind, welches der Engel gen Himmel trug.
»Ich weiß es,« sagte der Engel, »denn ich war selbst der kleine, kranke Knabe, welcher auf Krücken ging; meine Blume kenne ich wohl!«
Das Kind öffnete seine Augen ganz und sah in des Engels herrliches, frohes Antlitz hinein, und im selben Augenblick befanden sie sich in Gottes Himmel, wo Freude und Glückseligkeit war. Gott drückte das tote Kind an sein Herz und da bekam es Schwingen, wie der andere Engel und flog Hand in Hand mit ihm. Gott drückte alle Blumen an sein Herz, aber die arme verdorrte Feldblume küßte er, und sie erhielt Stimme und sang mit allen Engeln, welche Gott umschwebten, einige ganz nahe, andere um diese herum in großen Kreisen und immer weiter fort, in das Unendliche, aber alle gleich glücklich. Und alle sangen sie, klein und groß, samt dem guten, gesegneten Kinde und der armen Feldblume, welche verdorrt dagelegen, hingeworfen in den Kehricht des Umziehtages, in der schmalen, dunkeln Gasse.