Sonntag, 22. Mai 2011

[Ich lese gerade ...] Die Prophezeiung von Krystyna Kuhn

Nachdem ich gestern "Magierdämmerung - Für die Krone" zugeschlagen habe, habe ich mich regelrecht auf den vierten Band der Tal-Reihe von Krystyna Kuhn gestürzt. Die ersten drei Bände waren extrem spannend und seit das Buch erschienen ist, brenne ich darauf, es zu lesen.

Klappentext:
Es ist Prüfungszeit am Grace College – und ausgerechnet jetzt verschwindet Ben, für drei lange Tage. Als er ins College zurückkehrt, ist er kaum wiederzuerkennen. Was immer ihn auf diesen Horrortrip gebracht hat, jetzt schwebt er in Lebensgefahr. Hat Ben etwas über die Vergangenheit des Tals herausgefunden, was ihm nun gefährlich wird? 

Infos zum Buch:
# Broschiert: 269 Seiten
# Verlag: Arena (Februar 2011)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-13: 978-3401065328

Das hört sich doch vielversprechend an. Ob Krystyna Kuhn das hohe Tempo der ersten Bände halten kann, erfahrt ihr spätestens am Ende der Woche. Vorher stehen natürlich erst noch die Rezensionen zu Crashed und Magierdämmerung Bd. 1 an.

Dienstag, 17. Mai 2011

[Rezension] Skinned von Robin Wasserman (Teil 1, Skinned-Trilogie)

Gebundene Ausgabe: 375 Seiten
Verlag: Script5 (7. Januar 2010)
Sprache: Deutsch 
ISBN-13: 978-3839001066
Inhalt script5:
Lia Kahn ist reich, schön und beliebt – bis ein Unfall sie beinahe tötet. Im Krankenhaus wacht sie in einem perfekten, künstlichen Körper auf. Lia wird nie wieder Schmerz empfinden, sie wird nicht altern und nicht sterben. Doch der Preis dafür ist hoch: Ihre Freunde misstrauen ihr, ihr Freund betrügt sie und alles, was ihr wichtig war, wandelt sich in einen Albtraum.
Hin- und hergerissen zwischen dem Leben, das sie einmal kannte, und einer neuen, aufregenden Existenz, lernt Lia bald die bitterste Lektion: Niemand kann ihr die Entscheidung abnehmen, die sie treffen muss, um ihre Liebsten zu schützen. 

Der erste Satz:
„Lia Kahn ist tot.“

Was Izzy dazu sagt:
Vor dem Unfall hatte Lia Kahn alles. Sie war reich, beliebt und hat das auch zu gerne zur Schau gestellt. Doch als Lia in einem Krankenhaus erwacht, merkt sie, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Sie ist zwar am Leben, fühlt sich allerdings seltsam losgelöst von ihrem Körper. Erst nach einigen Tagen erfährt sie den Grund dafür. Lia ist nicht gelähmt, sondern wäre fast gestorben. Nur ihr Hirn wurde konserviert und in einen künstlichen Körper hochgeladen. Von nun an ist sie eine Mech. Diese sind einem Menschen so gut wie möglich nachempfunden und verfügen über das Bewusstsein einer Person. Mit dem richtigen Kleingeld kann man sich seine meachnische Hülle sogar selbst aussuchen. Lia jedoch hatte nicht das Glück, einen Körper zu bekommen, der noch nach ihr aussieht. Dazu ging alles zu schnell. Man sieht ihr auf den ersten Blick an, was mit ihr geschehen ist. Egal wie sehr Lia sich darum bemüht wieder in ihr altes Leben zu finden, die Menschen um sie herum wissen einfach, wer oder was sie jetzt ist. Aber ist Lia wirklich noch eine Wer? Oder ist sie schlichtweg nur eine Maschine, die darauf programmiert wurde zu glauben, Lia Kahn zu sein? Ein Programm, das alles weiß, was die frühere Lia auch wusste, aber dennoch nicht Lia ist.
Lia selbst bemüht sich redlich darum normal zu sein. Ihr Körper mag anders sein, aber im Innern ist sie immernoch sie selbst. Zumindest versucht sie sich das zu Beginn ihrer Rückkehr aus dem Krankenhaus einzureden. Doch ihre Umwelt sieht das ganz anders., nur in dem schüchternen Auden findet sie jemanden, der ihr darin zustimmt. Denn angefangen bei fanatischen religiösen Vereinigungen, über ihre Freunde bis hin zur eigenen Familie, stellen sich in diesem Punkt Zweifel ein. Ständig wird Lia daran erinnert, dass sie nicht mehr dieselbe ist. Schlimmer noch, dass die Lia, die aus dem Krankenhaus zurückgekehrt ist, nicht einmal mehr menschlich ist.

Robin Wasserman entwirft eine Zukunftswelt, die von der ersten bis zur letzten Seite zu überzeugen weiß. Dabei glänzt nicht nur die Idee und Umsetzung der Menschen in Maschinenkörpern, sondern auch der Weltenbau an sich kann sich sehen lassen.
Nach mehreren Katastrophen sind die Menschen in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Ein Großteil der Bevölkerung lebt in Fabriken, von deren Schutz sie abhängig sind und die ihnen für ihre Arbeit Obdach und Nahrung bieten. Andere, die eher negativ aufgefallen sind, müssen ihr Dasein in den Ruinen der früheren Städte fristen. Ihr Leben ist von Armut und Kampf geprägt. Ein kleiner Teil der Bevölkerung hat jedoch das Glück auf der Sonnenseite zu leben und genug Geld bzw. Bonus zu haben, wie es im Buch bezeichnet wird, um sich alles leisten zu können, was sie wollen und ein unbeschwertes Leben zu führen. Zur letzten Kategorie gehört auch Lia. Während sie dabei ist, sich ihr altes Leben zurückzuerobern, erzählt sie davon, wie sie vor dem Unfall war. Das bindet Robin Wasserman so gekonnt in den Storyverlauf mit ein, dass man nach und nach ein immer besseres Bild von dieser Gesellschaft bekommt. Und dieses Bild ist nicht gerade positiv. Die Menschen sind technik- und Statusbesessen. Lia gibt selbst zu, dass sie teilweise ihr Leben im Netz und ihrer „EgoZone“ gelebt hat, weil sie dieser der wirklichen Welt vorgezogen hat. Es gibt für alles eine technische Lösung und wenn es sich um die Menschen selber handelt, eine medikamentöse. Je nachdem welche Stimmung man erreichen will, schmeißt man einfach eine Pille ein und findet sich bald darin wieder. Was viele nicht sehen ist jedoch, dass sie dadurch realtitätsfremd und äußerst oberflächlich geworden sind. Interessant sind hierbei die Anlehnungen an unsere heutige Gesellschaft. Das Internet wird immer wichtiger, die Technik entwickelt sich rasant – und immer während ich das Buch gelesen habe, habe ich mich gefragt, was wäre wenn das alles möglich wäre.
Hut ab vor diesem Weltenbau, der mir von all den Büchern, die ich in letzter Zeit in diesem Bereich gelesen habe, mit Abstand am meisten gefallen hat. Lauren Olivers Welt von Delirium war zwar recht glaubwürdig, doch fehlte es ihr meiner Meinung nach an Konsistenz, die aber auch nicht allzu wichtig schien, da es um die Gefahr von Liebe als Krankheit ging. Die Tribute von Panem liefern einen anderen, nicht weniger interessanten Ansatz. Doch Robin Wassermans auf Technik basierender hat bei mir mitten ins Schwarze getroffen und ich freue mich darauf zu sehen, wie sie diese Welt weiter ausbaut.

Stilitisch lässt sich sagen, dass der Schreibstil gerade zu Beginn gewöhnungsbedürftig ist. Lias Empfindungen werden rasant und mit kurzen Sätzen, manchmal sogar nur Worten wiedergegeben. Hatte ich mich aber erst daran gewöhnt, bin ich richtig in die Story eingetaucht und das – ja, das ist für mich wirklich ungewöhnlich – obwohl Lia zu Beginn einer der unsympathischsten Charaktere war, die ich je gelesen habe. Sie ist selbstsüchtig, eingebildet und am Anfang tat sie mir kaum Leid. Aber mit der Zeit habe ich ihre sarkastische Art zu schätzen gelernt. Mehr noch fand ich es richtig erfrischend, dass sie dermaßene Ecken und Kanten hat. Ich bin Robin Wasserman nämlich wirklich dankbar dafür, dass Lia einfach so selbstbewusst und ein Stück weit auch selbstverliebt ist, dass sie nicht schnell aufgebeben hat. Lia ist wirklich mal eine Abwechslung zu all den weinerlichen weiblichen Buchcharakteren da draußen, die kaum wissen warum sie jemand mag und es dann nie begreifen können und deswegen ständig rumlamentieren. Das bekommt man von Lia nicht geboten. Sie ist eben Die Lia Kahn. Auch hier galt bei mir: Hatte ich mich daran gewöhnt, dass Lia sich ganz toll findet und stets alles bekommen hat, was sie immer wollte, eröffnete mir ihre Sichtweise einen fesselnden Blick auf ihre Welt. Und gerade als Mech macht sie eine gute Entwicklung durch. Sie wird nicht zu Everybodys darling, sie bleibt selbstsüchtig, hat eine große Klappe und hat den Drang zu lügen, aber sie erkennt auch Fehler, die sie in der Vergangenheit gemacht hat. Irgendwann tat sie mir sogar doch Leid, weil sie oftmals sogar lieber tot gewesen wäre, als so weiterleben zu müssen. In dem ständigen Wissen, dass die meisten sie sowieso nicht mehr als Menschen ansehen. Dabei ist Mech-Lia um einiges liebenswerter als ihre rein menschliche Version. Aber ab wann genau ist man ein Mensch, was macht uns wirklich aus? Ist es unser Geist bzw. unsere Seele? Und ist die eng mit unserem Hirn verbunden? Oder ist es alles zusammen, Körper und Seele, was uns erst menschlich macht? Das ist das zentrale Thema in diesem Buch, dessen Antworten darauf von Menschen, aber auch anderen Mechs, Lia sich stellen muss.

Fazit:
Skinned ist ein wahninns Buch, das ich regelrecht verschlungen habe. Ich bin froh, dass ich mir den zweiten Band direkt ausgeliehen habe und nahtlos weiterlesen kann. Selten gab es einen Charakter der so Ich-bezogen, eingebildet und herablassend ist, wie Lia Kahn und der es trotzdem schaffte, mich derart an ein Buch zu fesseln. Ein komplexer und glaubwürdiger Weltenbau runden das Gesamtwerk ab. Hut ab, Robin Wasserman, denn ich bin jetzt ein Fan der Reihe und werde jetzt sofort weiterlesen!


Vielen lieben Dank an den script5-Verlag, für das Rezensionsexemplar!

Montag, 16. Mai 2011

[Ich freue mich auf ...] Zweilicht von Nina Blazon

Das ich die Autorin Nina Blazon und ihre Bücher sehr mag, ist wohl nach meiner Spotlight Woche zu ihr, kein Geheimnis. Umso mehr freut es mich, dass es im August ein neues Buch von ihr geben wird, das bei Cbt erscheinen wird:

Zweilicht.
Interssanter Titel, unter dem ich mir allerdings auf Anhieb nur schwerlich etwas vorstellen konnte. Aber wozu gibt es Inhaltsangaben?

# Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
# Verlag: cbt (29. August 2011)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-13: 978-3570161173

"Erst stiehlt sie sein Herz, dann seine Welt ...
Der 17-jährige Jay ist in der Stadt seiner Träume angelangt – ein Jahr wird er als Austauschschüler in New York, der Heimat seines verstorbenen Vaters, verbringen. Gleich zu Beginn verliebt er sich in die geheimnisvolle Madison mit den Indianeraugen. Doch was er keinem zu erzählen wagt: Hin und wieder taucht ein anderes Mädchen auf, das außer ihm niemand zu sehen scheint. Sie nennt sich Ivy und er kann nicht aufhören, an sie zu denken. Bis sie ihn schließlich in eine verwunschene Welt entführt, die seit Jahrhunderten kein lebender Mensch betreten hat. Als auch im New York der Gegenwart die Geister und Dämonen erwachen, beginnt für Jay ein Kampf auf Leben und Tod. Der Dämon mit dem Herzen aus Eis ist ihm auf der Spur und giert nach menschlichen Seelen. Und Jay muss sich entscheiden – zwischen zwei Mädchen, zwei Leben, zwei Wirklichkeiten …"

Ich freue mich wahnsinnig auf dieses Buch, weil es sich wieder einmal interessant anhört und da ich mittlerweile weiß, wie gut Nina Blazon schreibt! Das Cover finde ich eigentlich auch recht schön, obwohl es langsam aber sicher doch ein wenig Überhang nimmt mit den "Mädchengesicht"-Covern gibt. Außerdem erinnert es mit den Blättern ganz entfernt an die Tribute von Panem. Dennoch bin ich mir beim Inhalt sicher, dass er durchweg überzeugen wird und leider ist es momentan Trend, einfach ein Mädchengesicht auf das Cover zu packen ...

Eine Leseprobe könnt ihr übrigens hier finden. Ich werde später auch schon einmal reinlesen, um zu schauen, wie Nina Blazon die Idee umgesetzt hat.

Sonntag, 15. Mai 2011

[Rezension] Das lange Lied eines Lebens von Andrea Levy

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3421044839
Klappentext:
Jamaika, Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie war einst Haussklavin auf der Zuckerplantage Amity und hat bewegte Zeiten hinter sich. Nun, viele Jahre nachdem sich ihre Brüder und Schwestern die Freiheit mit Blut erkauften, drängt es die inzwischen betagte Miss July ihrem Sohn, einem angesehenen Verleger, die Geschichte ihres Lebens zu offenbaren – und ihm zu erklären, warum sie gezwungen war, ihn als Säugling auf den Stufen einer Pfarrei auszusetzen. So beginnt sie mit großer Lust am Fabulieren von jener Zeit zu erzählen, als sie die rechte Hand der Missus auf der Plantage war. Bis der junge Goodwin seine Arbeit als Aufseher aufnahm und für July ein Leben unter anderen Vorzeichen anfing. Die unvergessliche Geschichte einer Emanzipation und zugleich ein erschütternder Bericht über die letzten Tage der Sklaverei, dargeboten von einer Ich-Erzählerin, die uns aufschreien lässt gegen die Unmenschlichkeit, die uns aber immer auch mit ihrem Lachen versöhnt. Denn sie führt uns vor Augen, welche Kräfte der Glaube an Veränderung wecken kann, welche Kraft die Freiheit birgt. 

Der erste Satz:
"Es war vorbei, kaum dass es begonnen hatte."

Was Izzy dazu sagt:
Eine alte Frau schreibt ein Buch über das Leben der jamaikanischen Sklavin July. Ihr Sohn, selbst Verleger, zeigt sich höchst interessiert an der Geschichte und treibt die Mutter stets an, sie niederzuschreiben. Ergebnis ist das Zeugnis und Vermächtnis über die letzte Zeit der jamaikanischen Sklaverei, in deren Zentrum Julie versucht ihr Leben zu bestreiten.
July wächst als Sklavin in Jamaika auf. Ihrer Mutter schon in jungen Jahren entrissen, kennt sie zum großen Teil nur die anderen Haussklaven und ihre egozentrische Herrin, die die junge Frau von einem Ort zum anderen scheucht. Trotz ihrer harten Lebensumstände ist July eine starke Frau, die stets darum bemüht ist, sich auf ihre Weise durchzukämpfen.
Im Verlauf des Buches vermischen sich die Geschichte um Julie und die Welt der Autorin. July ist nicht etwa eine fiktive Figur, sondern erlebt all das, was auch die Autorin als junge Frau erdulden musste.

Aufmerksam bin ich auf dieses Buch aufgrund des wunderschönen Covers geworden. Die türkise Farbe und das Blütenmotiv passen sehr schon zum Setting des Buches, Jamaika. Auch der Inhalt hörte sich sehr spannend an. Es geht um Sklaverei und das Schicksal einer jungen Frau, die diese durchleben muss.
Andrea Levy hat für ihr Buch „Das lange Lied eines Lebens" viel recherchiert. Das wird nicht nur in einem kurzen Portrait zu ihr deutlich, in dem sie sehr sympathisch von der Entstehung des Buches berichtet, sondern auch beim Lesen. Die Kulisse vor der sich Julys Geschichte abspielt, ist authentisch; die Figuren wirken glaubwürdig und haben oftmals kein Blatt vor dem Mund  oder im Allgemeinen die gehobenste Sprache. Doch gerade das zeigt ihren Stand auf, sie sind und bleiben nun einmal Sklaven. Was July während der Geschichte erlebt, ist darüberhinaus aufwühlend. Als Kind wird sie der eigenen Mutter entrissen und muss fortan ohne sie ein Sklavendasein fristen. Was soll es auch, denkt sich ihre neue Herrin, da Sklaven sowieso keine Gefühle haben und somit ihre Kinder nicht vermissen. Solche Szenarien sind nicht selten im Buch zu finden und bilden die traurigsten, aber meiner Meinung nach  auch nachdenklich stimmendsten Stellen. Es ist schockierend mitzuerleben, wie sehr July sich manchmal für ihre eigene Hautfarbe schämt. Zu erfahren, was sie nicht tun würde, um zumindest ihren Kindern zu gewährleisten, nicht mehr als Mensch angesehen zu werden, der kaum mehr Wert ist als ein Tier.  Die eigene Identität ist ein wichtiger Bestandteil der Geschichte, was durch Julies Leben und auch der Beziehung zu ihrem Sohn untermauert wird.
Am bewegendsten war jedoch die Trennung von Familien, gestützt auf Annahmen und Behauptungen, die mich oft zum Kopfschütteln gebracht haben.Umso intensiver wird dieses Gefühl, wenn man sich vor Augen führt, dass die Menschen früher tatsächlich so gedacht haben und wirklich glaubten, dass die ethnische Gruppe und Hautfarbe darüber entscheiden, wie und was man fühlt, geschweigedenn,  was aus einem Menschen werden kann. Manchmal habe ich mich richtig darüber aufgeregt, wenn Julies Herrin wieder die größten Albernheiten von sich gab und gleichzeitig betonte, wie dumm ihre Sklaven doch seien. Diese haben ihre eigene „Bauernschläue“ entwickelt, da Bildung für sie nicht infrage kommt. Auch Julie selbst ist nicht hochgebildet, doch auf ihre eigene Art aufmerksam und clever, was die Geschichte angenehm lesbar macht.
Trotz dieser vielen guten Aspekte, konnte mich das Buch nicht so recht überzeugen. Ich habe sehr lange gebraucht, um es zu lesen, da ich es oft aus der Hand gelegt habe, weil es mich nicht fesseln konnte. Ja, es gibt Stellen, die anrühren, die zum Nachdenken führen, leider aber zu wenige. Das liegt daran, dass July zwar viele schreckliche Dinge widerfahren, sie jedoch meist sehr kalt und nüchtern darüber berichtet. Dann setzt sie eben ihr Kind aus. Na und? Warum sollte sie danach noch einen Gedanken an das Baby verschwenden? Dann stirbt ihre Mutter auf unmenschliche Weise, dann ist das so - das Leben geht trotzdem weiter. Genau das war der Grund, warum Julie mir seltsam fremd blieb.
Die alte July konnte mich auch nicht stärker ansprechen, obwohl das gerade durch ihre direkte Leseransprache, die sich durch das ganze Buch zieht, stark gewollt ist. Stellenweise war die Leseransprache für mich derart anstrengend, dass sie mich aus der Geschichte geworfen hat, hatte ich mich erst eingefunden. Das mag allerdings Geschmackssache sein, denn ich gebe gerne zu, nicht der größte Fan der direkten Leseransprache zu sein - erst recht nicht in solchem Ausmaß. Neben diesem Manko empfand ich die Beziehung von Julie und ihrem Sohn auch als relativ gefühlsarm, was gerade aufgrund ihrer Geschichte unpassend wirkte.

Fazit:
"Das lange Lied eines Lebens" greift ein wichtiges und berührendes Thema auf, das die Autorin stellenweise sehr souverän darstellt. Leider konnte ihre Detailgenauheit und gute Recherche für mich nicht darüber hinwegtrösten, dass die Geschichte um July distanziert und oftmals recht gefühlsarm geschildert wird. Wer sich für das Thema Sklaverei interessiert, kann dennoch zu dem Buch greifen, da es fachlich einwandfrei geschrieben ist und ich mir vorstellen kann, dass es anderen Lesern durchaus gefallen kann. Für mich selber muss ich jedoch sagen, dass es nicht über eine Frage des Geschmacks hinausgekommen ist und mich nicht recht  mitreißen konnte.


Vielen lieben Dank an den DVA-Verlag, der mir das Lesexemplar zur Verfügung gestellt hat.

[Buchverfilmung] Hunger Games-Cast, Part II

In den letzten Wochen hat sich einiges beim Hunger Games/Tribute von Panem-Casting getan! Da es beinahe jeden zweiten Tag eine neue Ankündigung gab, habe ich allerdings extra gewartet, um euch die restlichen wichtigen Rollen präsentieren zu können:

Primrose Everdeen - Willow Shields

Katniss kleine Schwester, die unfreiwillig erst der Auslöser für Katniss' Geschichte ist, ist eine wichtige Rolle.
Genau wie Amanda Stenberg als Rue finde ich die Kleine Willow sehr gut gecastet. Sie sieht unschuldig aus, strahlt aber gleichzeitig auch eine gewisse innere Stärke und Intensität aus, die ich für Prim genau richtig finde.







Miss Everdeen - Paula Malcomson

Finde ich auf den ersten Blick sehr gut gecastet. Ich kann mich nicht daran erinnern schon einmal Filme mit ihr gesehen zu haben, aber das finde ich nicht weiter schlimm, da ich nicht denke, dass jede Rolle mit einem sehr bekannten Schauspieler besetzt werden muss. Obendrein kann ich sie mir richtig gut als die Mutter der beiden Mädchen vorstellen und bin gespannt, wie sie ihre Rolle umsetzen wird.






Effie Trinket - Elizabeth Banks

Die wunderebare Elizabeth Banks, die einigen wahrscheinlich durch die Serie Scrubs bekannt sein wird, hat das Rennen gemacht. Sie galt schon länger als Fanfavoritin, umso mehr freut es mich, dass sie die Rolle bekommen hat. Auch hier bin ich sehr zufrieden mit der Entscheidung und kann sie mir richtig gut in der Rolle vorstellen.
Elizabeth hat ein gutes komödiantisches Gespür, was in dieser Rolle unerlässlich ist, damit Effi zwar irgendwie lustig, aber nicht zu lächerlich wirkt.



Seneca Crane - Wes Bentley

Der Headgamekeeper war mir jetzt nicht so wichtig. Um ehrlich zu sein, konnte ich mich auch kaum mehr daran erinnern, wie viel er in den Büchern wirklich aufgetaucht ist. Irgendwie war Seneca eine Rolle, die mich kaum interessiert hat. Wes Bentley ist überraschend jung, was aber nicht schlecht sein muss. Nur tut mir der Charakter deswegen schon, bevor ich den Film überhaupt gesehen habe, leid.





Haymitch Abernathy - Woody Harrelson

Woody Harrelson stand nie auf meiner Liste für die Rolle von Haymitch. Vorher hieß es auch, dass John C. Reilly die Rolle übernehmen würde, mit dem ich ebenfalls sehr zufrieden gewesen wäre. Aber als ich gelesen habe, dass Woody Harrelson doch das Rennen gemacht hat, war ich nicht weniger erfreut.
Er hat etwas Verrücktes an sich und kann das betrunkene Schlitzohr bestimmt wunderbar darstellen. Hut ab, vor dem Castingleuten, denn diese Entscheidung gefällt mir persönlich extrem gut.





Caesar Flickerman - Stanley Tucci

Ich.Liebe.Stanley.Tucci! Dieser Mann ist einer der wandelbarsten Schauspieler, die es in Hollywood gibt. Als creepiger Mörder in "In meinem Himmel" , als Designer in "Der Teufel trägt Prada" oder als hinterlistiger Elf in "Ein Sommernachtstraum", Stanley Tucci kann das alles glaubhaft spielen. Auch in der Rolle, des grellen Caesar wird er abliefern, da bin ich mir sicher und bin schon unglaublich gespannt auf seine Outfits.:)





Die restlichen Tribute ...


Alle 24 Tribute sind gecastet. Schön finde ich hier, dass versucht wurde, so viele ethnische Gruppen einzubauen wie möglich und der Cast wirklich bunt gemischt ist. Foxface (Mädchen von Distrikt 5) finde ich extrem passend gecastet, ebenso wie Glimmer und nach einer Gewöhnungsphase auch Cato.

Wer fehlt noch?

Zwei wichtige Besetzungen stehen noch aus:
Präsident Snow, bei dem ich persönlich keinen Schauspieler auf dem Schirm habe. Umso gespannter bin ich auf die entgültige Entscheidung, da diese Rolle so extrem wichtig, wenn auch nicht die allergrößte in den Filmen sein wird.

Und Leserliebling Cinna, der auch mir sehr am Herzen liegt und bei dessen Casting ich ebenfalls sehr gespannt bin. Vor einigen Wochen war Lenny Kravtitz anscheinend im Gespräch für eine Rolle, wobei niemand wusste, um welche es sich genau handelt. Er wurde zeitgleich mit Woody Harrelson und Stanley Tucci erwähnt, die mittlerweile beide zum Cast gehören. Ob und welche Rolle Lenny Kravitz bekommen wird, scheint bis jetzt aber in den Sternen zu stehen, da ich schon länger nichts mehr davon gehört habe. Anbieten würde sich zwar Cinna, der als Einziger - neben Snow - noch fehlt, doch scheint Lenny mir für die Rolle zu alt. Möglicherweise wird er vielleicht ein Teil des Prep-Teams, was ich gar nicht mal so schlecht fände.

Alles in allem muss ich sagen, dass ich mit dem Casting größtenteils sehr zufrieden bin. Die meisten sind wirklich talentiert und man konnte auch einige bekanntere Schauspieler für den Film verpflichten. Jetzt bin ich nur noch neugierig auf Snow und Cinna und später auf die ersten Bilder von den Darstellern, wenn sie für ihre Rollen zurechtgemacht sind.
Einzig Sorge habe ich nach wie vor bei Liam Hemsworth, davor, dass er Gale in den Sand setzen und obendrein noch merkwürdig aussehen wird. Ich hoffe, meine Befürchtungen werden sich nicht bestätigen.

Samstag, 14. Mai 2011

Buch des Monats

Mit einiger Verspätung kann ich endlich mein Buch des Monats im Mai 2011 verkünden:

# Gebundene Ausgabe: 716 Seiten
# Verlag: Lyx (8. April 2011)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-13: 978-3802583049

Inhalt Egmont-Lyx:

Ein Jahr ist vergangen, seit der Gargoyle Grim und die junge Sterbliche Mia den mächtigen Magier Seraphin besiegten. Doch nun wird die Welt erneut von Unheil bedroht. Grausame Morde geschehen in der Oberwelt von Paris, und Grim erkennt schnell, dass die Ereignisse nur eine Vorwarnung für etwas weitaus Schrecklicheres sind: Eine uralte Macht wartet darauf, entfesselt zu werden und das Antlitz der Welt für immer zu verändern ...

Ich mochte den ersten Band richtig gern und bin gespannt auf den Nachfolger.

Lebenszeichen

Erst einmal schulde ich euch eine riesen Entschuldigung, da ich mich in den letzten zwei Wochen so rar gemacht habe. Wie ich schon einmal angekündigt hatte (ich hoffe, dass es so ist, ich war so verwirrt in den letzten Wochen^^) habe ich am 5. und 6. Mai meine schriftlichen Abschlussprüfungen geschrieben. Danach hieß es erstmal wieder zurück in den Arbeitsalltag, was nach einigen Wochen Urlaub und Prüfungsvorbereitung auch erst von mir verpackt werden musste.
Mittlerweile habe ich mich aber in meiner jetzigen Stelle eingelebt und bin wieder so zurechtnungsfähig, dass ich keine Angst haben muss, totalen Schwachsinn zu posten.:)

Nach so langer Zeit, freue ich mich auch wieder richtig darauf, mich um den Blog zu kümmern. Lernbedingt habe ich zwar kaum gelesen, hoffe aber, dass ich bald wieder zu meinem alten Lesefluss zurückfinden werde.

Liebe Grüße,
Izzy, die sich jetzt erstmal anschauen geht, was sie auf ihren Lieblingsblogs verpasst hat ...