Dienstag, 10. September 2013

[Rezension] Eine Handvoll Worte von Jojo Moyes

Der Inhalt in wenigen Sätzen:
Die Journalistin Ellie durchforstet ihr Zeitungsarchiv nach einer Geschichte und findet einen Liebesbrief aus den Sechzigerjahren: Ein Mann bittet seine Liebste, ihren Ehemann zu verlassen und mit ihm zu fliehen. Ohne recht zu wissen, warum sie so fasziniert ist, stellt Ellie erste Nachforschungen an. Wer hat diesen Brief geschrieben? Wer war die Frau, an die er sich richtete? Und was ist aus den beiden Liebenden geworden? Bald schon spürt sie, wie sie selbst immer mehr in das Netz aus Leidenschaft, Ehebruch und Verlust hineingezogen wird.

Der erste Satz:

Elli Haworth erblickt ihre Freunde in der dicht gedrängten Menge und schlängelt sich an die Bar.

Was Izzy dazu sagt:
Ich gebe zu, etwas voreingenommen an Eine Handvoll Worte herangegangen zu sein, da mich Jojo Moyes bekanntes und wunderschönes Ein ganzes halbes Jahr so sehr begeistert hatte. Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass Jojo Moyes’ neues Buch eine gänzlich andere Richtung einschlägt, als ihr Kassenschlager des Jahres. Das störte mich allerdings nicht. Ich habe felsenfest geglaubt, dass sie, komme was wolle, zumindest in der Lage ist mitreißende und lebensechte Charaktere zu schreiben, was für mich fast das wichtigste an einem Buch ist.

Dann begann ich damit, Eine Handvoll Worte zu lesen und merkte schnell, dass ich lieber nichts von dem Buch erwartet hätte.

In diesem Buch gibt es zwei Geschichten. Zum einen die um Elli Haworth, die man als Erste kennenlernt. Sie lebt in der Gegenwart, ist Journalistin und hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Leider ist sie nicht nur durch ihre Affäre, sondern auch durch den eher egoistischen und oberflächlichen Eindruck, den sie ab der ersten Szene macht, nicht dazu in der Lage, den Leser in die Story zu ziehen.
Doch gibt es neben Ellis noch einen zweiten Handlungsstrang. In diesem dreht sich alles um die junge Frau Jennifer Sterling, die nach einem Unfall ihr Gedächtnis verloren hat und mit der Zeit, immer mehr über sich, ihre Ehe und auch die Anforderungen einer Frau der gehobenen Klasse in den 1960er Jahren lernt. Jennifer gelingt es ein wenig besser Sympathie zu wecken und stellenweise ist das Bild der Frau zu dieser Zeit gut und glaubwürdig gezeichnet, dennoch fesselt auch dieser Strang nicht zu hundert Prozent.
Es kommen noch einige andere Charaktere vor, bei denen nur Jennifers vorlaute Freundin Yvonne, durch ihr loses Mundwerk länger im Gedächtnis bleibt. Kein Charakter scheint rundum gelungen oder schafft es, dass man dessen Entwicklung mitverfolgen möchte. Stattdessen liest man weiter in der Hoffnung, dass dieser Punkt irgendwann erreicht wird.   
Eine Handvoll Worte gelingt es aus diesem Grund nicht Spannung aufzubauen. Es gibt nur selten Momente, in denen man überrascht wird, oder mit den Charakteren mitgehen kann. Das Lesen wurde dadurch für mich zu einer langwierigen und zähen Angelegenheit, die darin gipfelte, dass ich mich dazu entschloss, das Buch nicht zu Ende zu lesen. Wie es ausgeht, wird vielen schon vor dem tatsächlichen Ende in den Sinn kommen, womit das Weiterlesen nur noch einen geringen Anreiz hat.

Auch schreibhandwerklich ist die Geschichte in der Geschichte unglücklich umgesetzt. Insbesondere zu Beginn ist es sehr schwer in das Geschehen zu finden, da die Handlung verwirrend ist und man sich rasch an etliche Charaktere gewöhnen muss, die in verschiedenen Zeiten leben.
Um den Leser den Einstieg leichter zu machen und besser an Elli zu gewöhnen, wären ein oder zwei Kapitel mehr aus ihrer Sicht hilfreich gewesen.

Fazit:
Ich gebe allen Liebhabern von Ein ganzes halbes Jahr den Tipp komplett unvoreingenommen an dieses Buch heranzugehen und etwas völlig anderes zu erwarten. Da ich oben gegebenen Tipp nicht selbst befolgt habe, war ich sehr enttäuscht von dem Buch. Die Charaktere sind mir zu unsympathisch oder nichtssagend, die Handlung zu kitschig und vorhersehbar. So blieb wenig übrig, das ich mögen konnte.
Ich gestehe dem Buch allerdings zu, besser als manch anderes zu sein, durch das ich mich ganz durchgequält habe. Nur deswegen vergebe ich noch




Montag, 9. September 2013

[book meets movie] Rezi-Clash zu City of Bones

Hallo ihr Lieben,

da wir nun endlich beide die Buchverfilmung zu City of Bones gesehen haben, konnten wir uns ausgiebig und spoilerlos über unsere Kino-Erlebnisse unterhalten. Entstanden ist dabei dieser ...




L: Das Erste, das mir aufgefallen ist, war Lily Collins miese Synchro. Ansonsten hat mir der Anfang des Films sehr gut gefallen, was v.a. an Robert Sheehan, Aidan Turner und Lena Headey lag, die Simon, Luke und Jocelyn einfach nur perfekt dargestellt haben. Und daran, dass Lily Collins zu Beginn, mal abgesehen von den Haaren, wirklich noch nach der Buch-Clary aussah und gehandelt hat ... die toughe Schattenjägerin mit den schwarzen Heels und Lederoutfit, als die sie später im Film dargestellt wird, kommt im Buch so nie vor und hat mich die meiste Zeit eher genervt.

I: Ich hatte leider ziemlich schnell ein ungutes Gefühl, als es mit dem Film losging. Ich kann es nicht einmal benennen, aber von Anfang an hat für mich nicht alles gepasst. Lily Collins war zwar wie eine Clary gekleidet, brachte sie für mich aber nicht gut rüber.
Ich gebe Lucy aber darin recht, dass Jocelyn (was hätte man von Lena Headey auch anderes erwarten können?:)), Luke und Simon toll waren.
Insbesondere Simon war für mich direkt auf dem Punkt. Robert Sheehan habe ich Simons Sprüche sofort abgekauft und fand sie nie unpassend oder unrealistisch. Was mich dann wieder zu Jace und Clary im Allgemeinen bringt ...
Jamie Campbell Bower war für mich einfach die meiste Zeit nicht Jace. Die Sprüche, die ich beim Lesen noch cool oder wenigstens lustig fand, kamen mir im Film eher ein wenig peinlich vor.
Schlimmer wurde es dadurch, dass Clary sofort alles, was er sagte, toll fand und nicht, wie im Buch, noch Wiederworte gibt. Von Clary wird alles zur Seite geschoben, da Jace einfach so interessant, sexy und awesome ist, dass das ganze Darumherum eher nebensächlich wird.
Generell entwickelt sich bei Clary alles unglaublich schnell. Meine Mutter wurde entführt? Okay, kein Problem! Ich wurde von einem Typ, der Dämonen jagt, gerettet? Okay, alltäglich! Und das mit den Dämonen ist ja auch nur halb so wild, ich habe ja mal was von dieser Buffy Serie gehört!
Oh, Alec mag mich nicht? Da mich ja sonst jeder direkt klasse findet, kenne ich sofort die Lösung. Er MUSS in Jace verliebt sein! Ich habe nämlich nicht nur Buffy gesehen, sondern auch Sherlock Holmes und 1-2-3 ratzefatz kombiniert.
Dieses Verhalten zieht sich durch den ganzen Film. Entweder ist Clary extrem passiv, oder sie hat diese super klaren, heroischen Momente, die gerade dadurch extrem unpassend wirken.

L: Oh ja, das hat mich auch tierisch aufgeregt. Ich habe mir Clary beim Lesen eigentlich eher schüchtern, unsicher und die meiste Zeit überfordert mit der Gesamtsituation und all den neuen Infos vorgestellt. Die Film-Clary stattdessen scheint sich sofort prima der Schattenjäger-Welt anpassen zu können. Wirklich verwirrt und hilflos ist sie im ganzen Film nicht.
Viel mehr gestört hat mich allerdings, dass das Drehbuch aus Jace einen verliebten Trottel gemacht hat. Von dem Buch-Jace, der zunächst noch sehr auf Distanz bemüht ist und lange im Zwiespalt ist - denkt er doch, seit er klein war, dass Liebe zerstört und er solche Gefühle nicht zulassen soll -, erkennt man im Film nichts wieder. Stattdessen ist er sofort hin und weg von Clary, die ja so mutig und anders ist und lässt das auch sofort alle Welt wissen.

I: Den super weinerlichen-Herzschmerz-Jace lernt man spätestens in City of Fallen Angels kennen. Von daher war es nicht ganz so schrecklich für mich. Richtig genervt hat mich dafür das Pacing und auf was ein Augenmerk gelegt wurde und worauf nicht. Zunächst sind die meisten zwischenmenschlichen Beziehungen eher oberflächlich dargestellt. Alec und Magnus kommen viel zu kurz (auch wenn Godfrey Gao zumindest einen guten Oneliner rüberbringen kann, auf den Zegers toll reagiert), Izzy und Simon werden direkt zusammengesteckt, obwohl das kaum zu Izzys Charakter passt.

L: Mir war der Malec-Moment auch viel zu kurz, aber ich habe Hoffnung, dass da im zweiten Teil noch etwas mehr kommen wird. Sowieso hat es mich geärgert, dass Magnus und die Lightwood-Geschwister nur so oberflächlich beleuchtet wurden.
Und warum wurde Simon eigentlich keine Ratte? Und warum durfte Luke seine Geschichte nicht erzählen, wo doch praktisch jeder all seine Geheimnisse und seine Story auspacken durfte? Zwei Dinge, die für viele vielleicht nur etwas Nebensächliches ist, für mich allerdings schwerwiegend war ... und mich in Lukes Fall auch sehr traurig gestimmt hat. Ich hatte mich so auf diesen Moment gefreut (egal, ob er als Erzählung oder als Rückblick-Szene gekommen wäre). Vielleicht hätten viele Kino-Besucher, die das Buch noch nicht kannten, dann auch besser verstanden, in welcher Beziehung Valentine zu Luke und Jocelyn stand; wie sie sich kennen lernten und wie Valentine zu dem wurde, der er heute ist ...

I: Alle Hintergrundinformationen werden dem Zuschauer nämlich bröckchenweise hingeworfen, ohne näher erläutert zu werden, denn die eigentliche Handlung scheint eh nur Beiwerk zur Jace-Clary- und irgendwie noch Simon-Show zu sein.
Nur leider haben selbst Simon und Jace mehr Chemie als Lily Collins und Jamie Campbell-Bower, deshalb haben mich diese Szenen entweder gelangweilt oder - wie im Fall der Gewächshaus-Szene - zum Lachen gebracht. (Musste dieser Song dazu wirklich noch sein?)


L: *lach* und diese Rasensprenkler-Nummer *lach*

I:  Um aber nicht alles an dem Film schlecht zu machen, zähle ich auch mal die Dinge auf, die mir gefallen haben. Neben den Special-Effects fand ich Jemima West, Godyfrey Gao und Jared Harris in ihren Rollen wirklich toll. Ich hoffe, dass sie in den nächsten Bänden vielleicht ein wenig mehr Szenen bekommen. Bei Jemima West und Godfrey Gao müsste das sogar möglich sein.
CCH Pounder schafft es trotz des merkwürdig geschriebenen Drehbuchs (im Buch war die Szene so cool und im Film plötzlich ein kleiner WTF?-Moment) Madame Dorothea richtig klasse rüberzubringen.

L: Mir gefiel auch die Kampfszene zwischen Izzy und dem Vampir, der von Elyas M'Barek gespielt wurde, super. Als jemand, der in seinen Teenie-Jahren regelmäßig Türkisch für Anfänger geguckt und geliebt hat, hab ich mich sehr für den Schauspieler gefreut, dass er diese Rolle ergattern konnte. 
Überhaupt gefielen mir die Kampfszenen und die Darstellung der Dämonen, Vampire und Werwölfe alle sehr gut. Mir war das nur insgesamt zu viel auf einmal. Kampf hier, Kampf da, währenddessen liegt Alec im Sterben und Valentine zieht sein komisches Ding durch - im Übrigen auch ganz anders, als ich mir das beim Lesen vorgestellt hatte. Dann wird mal eben eine neue Rune erfunden, dann wird wieder zu einer anderen Fightszene geschwenkt. Ich hätte mir gewünscht, dass man sich für manches, was da zwischen den 'Kriegsschauplätzen' passiert ist, mehr Zeit genommen hätte. 

I: Es gibt sie also, die wenigen lichten Momente in diesem Film.
Ich muss allerdings gestehen, dass ich mich nicht um die Verfilmung von City of Ashes reiße, da ich mir kaum vorstellen kann, wo die Story ansetzen soll und wie es umgesetzt wird.

L: Das frage ich mich auch, wo der Film doch ein wenig anders aufgehört hat als das Buch. Dennoch, ich bin gespannt auf City of Ashes und werde ihn mir auf jeden Fall ansehen - schon allein wegen der Hoffnung auf mehr Malec-Momente und wegen Robert Sheehan. Ich kann es nur nochmals wiederholen: Dieser Kerl IST Simon!

Als abschließende Worte vielleicht noch die Warnung, dass sich den Film nur Leute ansehen sollten, die bereits alle drei Bücher gelesen haben oder nicht vorhaben, sie zu lesen. Denn er enhält ganz fiese Spoiler.

Wir vergeben 3 Wombats:


 



Sonntag, 8. September 2013

[Himmelsfern-Blogtour] Das Gewinnspiel


Wie versprochen wartet heute, am Ende der Blogtour, noch ein Gewinnspiel auf euch beziehungsweise gleich 7 Gewinnspiele, denn heute habt ihr die Chance, bei jedem der 7 Blogger, die an der Himmelsfern-Blogtour beteiligt waren, ein Exemplar des neuen Benkau-Romans zu gewinnen.

Schaut also noch einmal vorbei bei:
Und probiert auch hier bei uns euer Glück. Mitmachen ist ganz leicht - beantwortet uns einfach folgende Fragen:


Was versprichst du dir von Himmelsfern? 
Warum MUSST du dieses Buch unbedingt lesen?


Bis zum 15.09.2013 00:00 Uhr habt ihr Zeit, uns eure Antwort in die Kommentare zu schreiben. Am Ende entscheidet das Losverfahren. 

Viel Glück und liebe Grüße,
eure Izzy und Lucy

[Himmelsfern-Blogtour] Live-Chat mit Jenny Benkau

 

Hallo ihr Lieben,

gestern Abend zwischen 20 und 21:45 Uhr konntet ihr der Dark-Canopy-Dilogie- und Himmelsfern-Autorin Jennifer Benkau während eines Live-Chats auf unserer Facebook-Seite all eure Fragen stellen.

Für alle, die es zeitlich nicht geschafft haben, live mit dabei zu sein, gibt es hier noch einmal die gesamten Fragen und Antworten zum Nachlesen:
 

Jenny über Himmelsfern:

  •  Ist "Himmelsnah" vor, während oder nach "Himmelsfern" entstanden? 
Jenny: Viel später! HIMMELSNAH entstand erst, als der Verlag vorschlug, einen eShot zum Buch zu machen; das war erst in diesem Jahr. HIMMELSFERN wird schon drei.
  • Welcher Charakter war zuerst in deinem Kopf? 
Jenny: NOA! Und sie hatte ihren Liebsten gleich an der Hand. Das war übrigens Silverster, am frühen Morgen Die waren beide sofort da und komplett "fertig". Über meine Hauptfiguren muss ich nie nachdenken - nie. Die kommen zu mir und wollen erzählt werden - so, wie sie sind. Da kann ich leider auch nichts dran ändern, das würde sich falsch anfühlen: Klingt das schizophren? Ja, kann schon sein. Ist aber so. 
  •   Noa ist ja doch ein eher ungewöhnlicher Name. Kam der auch einfach so oder musstest du eine Weile danach "suchen"?
Jenny: Den Namen hat sie mitgebracht, nur ihren Nachnamen musste ich bewusst überlegen. Ich habe die Tage erst gegooglet, was der Name Noa bedeutet. Ja - passt.
  • Was bedeutet er denn?
Jenny: Noa bedeutet "die in Bewegung seiende und ist biblisch eine der Töchter Zelofats, eine der ersten Frauengruppe, die für eine weibl. Erbregelung eintrat und sie von Mose und Aaron auch bekam!"
  • Welche Haarfarbe hat Marlon?
Jenny: Marlon hat rabenschwarze Haare
  •   In "Himmelsfern" tappt der Leser lange im Dunkeln ... spielst du gerne die Geheimniskrämerin?
Jenny: Nicht bewusst! Manchmal weiß ich Dinge selbst erst, wenn die Hauptfigur sie erzählt. Aber manchmal ist es selbstredend auch bewusst eingesetzte Dramaturgie.
  •  Möchtest du uns vielleicht verraten, in welcher Stadt "Himmelsfern" spielt?
Jenny: Die Stadt ist fiktiv und namenlos, beides ganz bewusst. Sie hat Ecken aus vielen Städten, in der Hoffnng, dass jeder so ein Eckchen wiedererkennt. In der Stadt wird übrigens auch das nächste Buch spielen; ansonsten hat es aber mit Himmelsfern nichts zu tun.

Jenny über sich als Autorin:

  • Mich würde interessieren wie lange und intensiv Sie planen, plotten und recherchieren, bevor Sie sich an das eigentliche Schreiben machen? Machen Sie sich eine Art ''Masterplan'', der die komplette Geschichte detailliert skizziert oder schreiben Sie einfach drauf los, nachdem Sie einige Rahmen (wie Charaktere, Settings ect), gesteckt haben? Wie viel ist im Vorfeld geplant und wie viel Änderungen und spontane Idee lassen Sie während des Schreibens zu?
Jenny: Ah, eine schöne Frage. "Theoretisch" gibt es vor dem Schreiben einen Plan, ein Exposé, das der Verlag absegnet, ehe er sagt: Das machen wir. Praktisch sieht das bei mir oft so aus, dass sich während des Schreibens ganz andere Wege ergeben, die Figuren plötzlich anders entscheiden, neue Schwerpunkte wichtiger werden. Die Tage darf ich wieder einmal meiner Lektorin beibringen, dass das Buch doch ein wenig bis ganz schön doll anders geworden ist, als ich eigentlich dachte.
Von daher: Ich schreibe gerne "mich selbst überraschend". Mit wenig Planung vorab, so macht es mir mehr Spaß, bringt für mich selbst mehr Spannung. HIMMELSFERN z.B. habe ich komplett ohne Planung geschrieben, so wie die Geschichte sich eben erzählt hat. Und war ganz schön erstaunt, dass es am Ende sogar sinnvoll aufging.
  • Ich habe gerade in einem Wasch "Dark Canopy" durchgelesen, so begeistert war ich. Vor allem von deiner Sprache. Du hast wunderbare Vergleiche für Worte und Begriffe ("Unsere Liebe war wie Wind..."). Wie kommst du auf solche schönen und vor allem passenden Vergleiche? Bzw. (wie) hast du es gelernt/dir angeeignet?
Jenny: Freut mich, dass dir meine Sprache gefällt ich liebe es, mit Worten herumzuspielen, zu versuchen, zu experimentieren. Ganz oft geht das auch schief - aber da sortiert meine Lektorin gnadenlos aus Wie man das lernen kann ... vermutlich nur über trial & error. Und viel bewusst "erleben" - sinnlich leben, verstehst du, was ich meine? Dann kommen solche Vergleiche von ganz allein. (Auch die absurden.) 
  • Hast du Angst das irgendwann keine Figuren mehr "zu dir kommen"? Oder hast du noch so viele im Kopf das wir uns auf viele neue Geschichten freuen können?
Jenny: Davor habe ich schreckliche Angst. Was, wenn irgendwann nichts mehr kommt? Kollegen sagen mir allerdings alle, dass das nicht passiert, da das Hirn und die Phantasie eher angeregt werden, als leergeschrieben. Die Angst ist trotzdem da, ja. Was würde ich dann machen? Ich kann nichts anderes.
  • Was schreibst du denn lieber? Fantasy oder realistische Geschichten?
Jenny: Naja, der Lübbe-Roman ist der erste, der ganz ohne Fantasy daher kommt, von daher ist das eine Prämiere und genaueres kann ich dazu noch nicht sagen. Ich würde aber sagen, dass mir phasenweise das eine oder andere mehr liegt. Schön wäre es, in Zukunft beides schreiben zu können; dann hat man einen hübschen Ausgleich. ich schreibe überhaupt gerne sehr Unterschiedliches.
  •  Wie fängst du denn an, also du hast eine Idee, was dann? Schreibst du es auf und verschickst es? Arbeitest du es komplett aus und verschickst es dann in fast fertig ...?
Jenny: Früher lief es so ab, dass ich die Geschichte angefangen, zu Ende geschrieben und dann über meinen Agenten angeboten habe. Inzwischen darf ich mir den Luxus leisten, die Bücher über Exposé und eine Leseprobe anzubieten. 
  • Hi Jenny Ich habe jetzt schon einige deiner Bücher gelesen (alle bei script5 und eines beim Sieben Verlag) und erkenne dich im Stil zwar wieder, stelle aber doch auch Unterschiede fest. Wie geht es dir da? Änderst du deinen Schreibstil von Buch zu Buch bewusst oder probierst mal was anderes aus? Oder erkennst du Unterschiede selbst, dass du zB bei neueren Büchern mehr Übung/Routine hattest?
Jenny: Ich möchte schon, dass jedes Buch "seinen Ton" bekommt. Das passiert auch unweigerlich, denke ich, da ich ja immer aus der Perspektive unterschiedlicher Figuren schreibe, die unterschiedlich erzählen. Dann kommt natürlich auch noch das lektorat dazu - gerade bei Sieben und script5 haben meine Lektorinnen VÖLLIG andere Schwerpunkte und würden sich, würdest du sie an einen Tisch setzen, wohl auch streiten
  • Hallo liebe Jennifer!
    Hast du vielleicht manchmal das Gefühl, dass alles was du schreibst "in deinen Ohren" überhaupt nicht gut klingt?
    Nicht, dass es so ist.
    Ich meine diese nagenden Selbstzweifel, es nicht gut zu schaffen.
    Was würdest du in di
    esem Fall anderen Autoren raten?
    (Im Übrigen kam ich endlich dazu Dark Canopy zu lesen und konnte mich gar nicht mehr davon lösen. Jetzt ist Dark Destiny dran. Und die Signur geht mir immer noch ans Herz. )
Jenny: Dieses Gefühl habe ich STÄNDIG. Gerade Dark Canopy ist mein größtes Selbstzweifel-Buch. Raten kann ich dazu nicht viel ... es geht vielen so. Texte sind eben sehr subjektiv, schwer in gut oder schlecht oder gar richtig oder falsch zu unterteilen. Der Zweifel: Kann das irgendwem gefallen?, ist immer dabei. Vielleicht ist das gut so, der Zweifel treibt ja auch an, es noch besser zu versuchen.

Ach ja, und zum Zweifel: Komischerweise kommt bei den Lesern das am besten an, woran ich am meisten Zweifel habe ... Bücher, die ich selbst toll finde, an denen ich nicht zweifle, bekommen zumindest deutlich kritischere Rezensionen. Das ist sehr eigenartig, aber glaube mal nicht, man würde danach weniger Zweifeln.
  •  Hast du schon deine nächste Geschichte geplant? Oder kann man die überhaupt planen?
Jenny: Ich schreibe gerade die letzten Seiten der nächsten Geschichte und gleich darauf ist die übernächste dran. Beide erscheinen vermutlich im Herbst 2014; es wird einmal wieder Fantasy für junge Erwachsene und ein realistischer Roman, der bei Lübbe erscheinen wird. Was danach kommt, weiß ich aber noch nicht, da ich dann erst mal ein Baby bekomme.
  • Wieso Lübbe? Himmelsfern, Dark Canopy und Dark Destiny hast du doch durch script5 veröffentlicht!?
Jenny: Der Titel, der bei Lübbe erscheint, ist einfach kein script5-Titel. Und da ich mehr als ein Buch im jahr schreiben kann, haben wir uns entschieden, für dieses Wunschbuch von mir einen anderen Verlag zu suchen. Bei script5 geht es aber auch weiter (aber darüber darf ich leider noch nicht sprechen ;-))
  •  Ein kleiner Tipp zum neuen Buchinhalt? 
Jenny: Über den phantastischen Roman darf ich noch nicht reden. Der Lübbe-Roman handelt von einer jungen Frau, Wanda, deren Verlobter kurz vor der geplanten Traumhochzeit verunfallt und ins Koma fällt. Während er schläft, findet sie Dinge über ihn heraus, die überhaupt nicht zu seinem Leben passen. Es fängt mit kleinen Unwahrheiten an und endet ... das erzähle ich natürlich nicht. Ein Buch über Leichen im Keller, könnte man sagen.
  • Wie viele Geschichten hast du den noch in der Schublade liegen bzw. noch als Entwurf und warum?  
Jenny: Gar keine ich habe zwar noch 4 unveröffentlichte, aber die haben auch nicht das Zeug dazu, ein Buch zu werden, daher bleiben die in der Schublade. Frühwerke eben, ich lese sie aber hin und wieder sehr gerne, freue mich darüber und schäme mich auch manchmal ein bisschen.
  •  "Kennst" du deine Charaktere? Hattest du es schonmal das du jemanden neu kennengelernt hast und diese Person mit einer aus deinen Büchern verglichen hast?
Jenny: Ich kenne sie besser als sehr nahe Freunde. Aber ich vergleiche nie mit realen Personen, das wäre mir irgendwie ... zu intim. Das ist irgendwie ein Tabu für mich.
  • Wie sieht eigentlich dein (Autoren-)Alltag aus?
    Hast du feste Zeiten zum Schreiben? Und wie viel Zeit pro Tag verbringst du damit?
      
Jenny: Wirklich feste Zeiten habe ich nicht, allerdings unterscheidet der Job sich nicht so groß von jedem anderen Schreibtischjob. Meine acht Stunden sitze ich in den Schreibphasen schon am Laptop, vorzugsweise natürlich, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Ober abends - ich schreibe sehr gerne abends.

Jenny privat:

  • Wie bringt ihr das abends in Einklang? ich habe immer ein bisschen ein schlechtes Gewissen, abends "hirn-afk" zu sein, wenn man sich tagsüber schon nicht sieht. Hatte dein Mann da immer schon Verständnis für? 
Jenny: Genau DAS ist das Problem, ja. Und der große Konflikt. Ich schreibe abends viel leichter und effektiver, aber ma muss irgendwann auch mal Paarzeit haben ... daher versuche ich wirklich, mich aufs Frühschreiben umzutrainieren, aber das gelingt nicht so wirklich und dann muss ich doch wieder abends, vor allem vor Abgabeterminen. Es ist ein permanenter Kompromiss *seufz*. 
  • In welcher Woche/welchem Monat bist du denn schwanger? Weißt du schon ob Junge oder Mädchen?
Jenny: Es wird ein kleiner Junge und er soll Anfang Januar kommen.
  • Wie viele Hunde hast du mittlerweile? Sind es noch zwei? 
Jenny: Ja zwei, einen weißen Schäferhund (der seit gestern über 2 Kilo Äpfel vom Tisch gestohlen hat) und einen Beagle aus dem Versuchslabor. 
  • Der Schäferhund isst Äpfel? - wie lustig! Naja, wenigstens gesünder als würde er Schoki oder Kekse vom Tisch mopsen ... 
  • Wie heißen die beiden denn?
Jenny: Ja, sie liebt Äpfel. Sie frisst aber auch alles, das Vieh ist ein Nimmersatt. Abby und Selma heißen die beiden. 
  • Familie mit (bald) 4 Kindern und 2 Hunden - Respekt! Hast du dir schon mal überlegt einen Lebensratgeber zu schreiben? 
  •  Wie schaffst du es denn, konsequent dranzubleiben, bei so viel Trubel. Tiere, Kinder ... reißt dich das nicht manchmal raus? Wie behilfst du dir da?
Jenny: Oh Gott, nein! *lol* ich verzweifel manchmal schon an der Notwendigkeit, mir die Zähne zu putzen - wann soll ich das schaffen?? - und stecke doch meist mitten im Chaos. ich BRAUCHE eher gute Lebensratgeber. Zum Glück ist mein Mann gut organisiert, ansonsten ginge es hier drunter und drüber. Okay, das tut es auch so ....

... aber ich mag das Chaos, daher geht es.
  •  Lässt du deinen Mann manchmal Texte von dir probelesen?
Jenny: Als ich DARK DESTINY abgeben musste (am Morgen und das Buch war in der späten Nacht fertig) habe ich ihn dazu genötigt - um Tippfehler zu finden. Normalerweise aber nicht. Er liest lieber andere Genre. Seine Lieblingsautoren (die oute ich jetzt aber nicht) fnde ich stilistisch aber immer schlecht. 
  • Lesen deine Kinder gerne und viel?
Jenny: Autsch, das ist ein komisches Thema. Meine Kinder lesen eher wenig. Die Große kaum, der Junge etwas mehr (aber nur phasenweise) und die Kleine mag nicht mal vorgelesen bekommen. Es ist mir unverständlich, aber was willl man machen?
  • Wie findest du selbst es denn, wenn ein Buch kein Happy End hat? Bei Himmelsfern hab ich ja schon wieder das schlimmste befürchtet. Bricht dir ein Nicht-Happy-End für deine Charaktere das Herz?   
Jenny: Ich LIEBE tragische Enden. Ich hoffe zwar bei Lieblingsbüchern immer sehnlichst auf ein Happy End und heule mir die Augen blutig, wenn es keines gibt, aber die tragischen, die, die richtig weh tun, die vergesse ich nie wieder. ich denke, es muss einfach passen. Eine Geschichte muss ihr eigenes Ende haben, das kann gerne happy oder tragisch oder komplett offen sein.


Wir hoffen, ihr hattet heute Spaß mit Jenny und natürlich auch an der gesamten Blogtour.

Wer noch einmal bei den anderen Posts vorbeischauen möchte, hier findet ihr die Links in der richtigen Reihenfolge:

  1. Steffi von his and her books: Was erwartet euch in Himmelsfern?
  2. Damaris: Vorstellung von Poi, dem gefährlichen Hobby der Protagonistin
  3. Sonne von back down to earth: 10 Gründe, warum man Himmelsfern lesen sollte
  4. Tanja: Die schönsten Zitate aus dem Buch
  5. Charlousie von Leselust & Leseliebe: Mini-Lesung und etwas Kreatives zu den Charakteren
  6. Lurchi: Charakter-Interviews
  7. wir von Storytime: Live-Chat mit Jenny Benkau

Und kleiner Tipp, es lohnt sich auf jeden Fall, noch einmal bei uns allen vorbeizuschauen, da es 7 Mega-Preise zu gewinnen gibt! ;-)

Alles Liebe, 
eure Lucy & Izzy

Samstag, 7. September 2013

[Ankündigung] Live-Chat auf Facebook mit Jenny Benkau



Hallo ihr Lieben,

im Laufe der letzten Woche habt ihr so einiges über Himmelsfern erfahren. Es gab Informationen zur Handlung und dem spannenden Hobby der Protagonistin, es wurden sehr unterhaltsam so einige Gründe aufgezählt, warum man dieses Buch unbedingt gelesen haben muss, es gab einen Post mit den schönsten und witzigsten Zitaten aus dem Buch, ein Video mit ganz viel rosa Liebe und einer Lesung und ein exklusives Interview mit den beiden Hauptcharakteren.

Heute macht die Blogtour Halt bei uns und auch wir haben uns etwas ganz ganz Besonderes ausgedacht: Heute Abend ab 20 Uhr findet auf unserer Facebook-Seite ein Live-Chat mit Himmelsfern-Autorin Jennifer Benkau statt. Jenny nimmt sich ca. 1,5 Stunden Zeit für euch alle und versucht, so viele Fragen wie möglich zu beantworten.

Wolltet ihr also schon immer einmal mehr über die Autorin selbst, ihre Werke, ihre Charaktere oder Story-Hintergründe wissen, dann SCHAUT VORBEI und nutzt die Möglichkeit, eine spontane, ehrliche Antwort zu erhalten!

Im Anschluss werden wir den ganzen Chat zum Nachlesen hier auf unserem Blog veröffentlichen. 

Seid ihr mit dabei? Wir freuen uns auf euch und eine tolle "Unterhaltung" mit Jenny. :-)

Alles Liebe,
Lucy & Izzy

Sonntag, 1. September 2013

[Buch des Monats] September 2013

Hallo ihr Lieben,

seit unserer Blogtour-Ankündigung am Freitag sollte euch allen eigentlich längst klar sein, welches Buch diesen September unser Buch des Monats wird. Genau, es ist Himmelsfern von Jennifer Benkau!


http://www.script5.de/_cover/628/9783839001431.jpg
Inhalt:

In diesem Moment lernte ich etwas, das ich zuvor nicht zu begreifen imstande gewesen war, weil sich manches erst verstehen lässt, wenn man es selbst erlebt. Ich lernte, dass das Gefühl, jemanden zu lieben, nichts mit Zärtlichkeit zu tun haben muss. Ganz im Gegenteil, es kann gewaltsam sein, brutal und quälend, von tausend Zweifeln durchsetzt. 

Noa verliebt sich. Doch ihr bleiben nur zwei Wochen. In zwei Wochen wird der Junge, den sie liebt, dem Menschsein den Rücken kehren, vielleicht für immer. 

Hat ihre Liebe unter diesen Umständen überhaupt eine Chance? Wird der Schmerz am Ende nicht viel zu groß sein? Doch Noa kennt das Spiel mit dem Feuer - ihre Leidenschaft ist der Tanz mit den brennenden Poi. Wird sie es schaffen, ihre Furcht zu bezwingen, so wie sie bei jedem Training, jedem Auftritt ihre Angst überwindet? Denn sie ist seine einzige Hoffnung ...


Ich freute mich auf dieses Buch, seit ich das erste Mal davon gehört und gelesen hatte. Wie wahnsinnig hatte ich dem Erscheinungstermin entgegengefiebert und das Buch, als der Postbote es schließlich brachte, aufgekratzt und stürmisch und liebevoll-vorsichtig zugleich in meine Arme geschlossen. 

Schnell hatte ich es durch, so spannend und aufwühlend war es und so sehr hab ich die Charaktere auf Anhieb lieb gewonnen. Mittlerweile hat es einen Ehrenplatz in meinem Regal und die Rezension, die eher einem Liebesbrief gleicht, wartet seither darauf, in die Welt hinausgepostet zu werden und andere an meinen Himmelsfern-Erlebnissen teilhaben zu lassen (dies wird nach der Blogtour der Fall sein!). 

Wer von euch hat Vorfreude auf Jenny Benkaus neuen Einzelband und wer die Möglichkeit, ihn bereits gelesen zu haben?!! ;-)

Alles Liebe,
Lucy