Dienstag, 10. September 2013

[Rezension] Eine Handvoll Worte von Jojo Moyes

Der Inhalt in wenigen Sätzen:
Die Journalistin Ellie durchforstet ihr Zeitungsarchiv nach einer Geschichte und findet einen Liebesbrief aus den Sechzigerjahren: Ein Mann bittet seine Liebste, ihren Ehemann zu verlassen und mit ihm zu fliehen. Ohne recht zu wissen, warum sie so fasziniert ist, stellt Ellie erste Nachforschungen an. Wer hat diesen Brief geschrieben? Wer war die Frau, an die er sich richtete? Und was ist aus den beiden Liebenden geworden? Bald schon spürt sie, wie sie selbst immer mehr in das Netz aus Leidenschaft, Ehebruch und Verlust hineingezogen wird.

Der erste Satz:

Elli Haworth erblickt ihre Freunde in der dicht gedrängten Menge und schlängelt sich an die Bar.

Was Izzy dazu sagt:
Ich gebe zu, etwas voreingenommen an Eine Handvoll Worte herangegangen zu sein, da mich Jojo Moyes bekanntes und wunderschönes Ein ganzes halbes Jahr so sehr begeistert hatte. Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass Jojo Moyes’ neues Buch eine gänzlich andere Richtung einschlägt, als ihr Kassenschlager des Jahres. Das störte mich allerdings nicht. Ich habe felsenfest geglaubt, dass sie, komme was wolle, zumindest in der Lage ist mitreißende und lebensechte Charaktere zu schreiben, was für mich fast das wichtigste an einem Buch ist.

Dann begann ich damit, Eine Handvoll Worte zu lesen und merkte schnell, dass ich lieber nichts von dem Buch erwartet hätte.

In diesem Buch gibt es zwei Geschichten. Zum einen die um Elli Haworth, die man als Erste kennenlernt. Sie lebt in der Gegenwart, ist Journalistin und hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Leider ist sie nicht nur durch ihre Affäre, sondern auch durch den eher egoistischen und oberflächlichen Eindruck, den sie ab der ersten Szene macht, nicht dazu in der Lage, den Leser in die Story zu ziehen.
Doch gibt es neben Ellis noch einen zweiten Handlungsstrang. In diesem dreht sich alles um die junge Frau Jennifer Sterling, die nach einem Unfall ihr Gedächtnis verloren hat und mit der Zeit, immer mehr über sich, ihre Ehe und auch die Anforderungen einer Frau der gehobenen Klasse in den 1960er Jahren lernt. Jennifer gelingt es ein wenig besser Sympathie zu wecken und stellenweise ist das Bild der Frau zu dieser Zeit gut und glaubwürdig gezeichnet, dennoch fesselt auch dieser Strang nicht zu hundert Prozent.
Es kommen noch einige andere Charaktere vor, bei denen nur Jennifers vorlaute Freundin Yvonne, durch ihr loses Mundwerk länger im Gedächtnis bleibt. Kein Charakter scheint rundum gelungen oder schafft es, dass man dessen Entwicklung mitverfolgen möchte. Stattdessen liest man weiter in der Hoffnung, dass dieser Punkt irgendwann erreicht wird.   
Eine Handvoll Worte gelingt es aus diesem Grund nicht Spannung aufzubauen. Es gibt nur selten Momente, in denen man überrascht wird, oder mit den Charakteren mitgehen kann. Das Lesen wurde dadurch für mich zu einer langwierigen und zähen Angelegenheit, die darin gipfelte, dass ich mich dazu entschloss, das Buch nicht zu Ende zu lesen. Wie es ausgeht, wird vielen schon vor dem tatsächlichen Ende in den Sinn kommen, womit das Weiterlesen nur noch einen geringen Anreiz hat.

Auch schreibhandwerklich ist die Geschichte in der Geschichte unglücklich umgesetzt. Insbesondere zu Beginn ist es sehr schwer in das Geschehen zu finden, da die Handlung verwirrend ist und man sich rasch an etliche Charaktere gewöhnen muss, die in verschiedenen Zeiten leben.
Um den Leser den Einstieg leichter zu machen und besser an Elli zu gewöhnen, wären ein oder zwei Kapitel mehr aus ihrer Sicht hilfreich gewesen.

Fazit:
Ich gebe allen Liebhabern von Ein ganzes halbes Jahr den Tipp komplett unvoreingenommen an dieses Buch heranzugehen und etwas völlig anderes zu erwarten. Da ich oben gegebenen Tipp nicht selbst befolgt habe, war ich sehr enttäuscht von dem Buch. Die Charaktere sind mir zu unsympathisch oder nichtssagend, die Handlung zu kitschig und vorhersehbar. So blieb wenig übrig, das ich mögen konnte.
Ich gestehe dem Buch allerdings zu, besser als manch anderes zu sein, durch das ich mich ganz durchgequält habe. Nur deswegen vergebe ich noch




3 Kommentare:

May hat gesagt…

Hmm, ich glaub ich werde nicht so große Schwierigkeiten mit dem Buch haben, da ich "Ein ganzes halbes Jahr" auch noch nicht gelesen hab und deshalb noch nicht weiß was die Autorin alles schafft.
Aber schade, dass du enttäuscht wurdest :(

Liebe Grüße!

Sonne hat gesagt…

Schade, dass dich das Buch von Jojo Moyes kaum überzeugen konnte - habe gehofft, dass es vielleicht ebenso gut ist wie "Ein ganzes halbes Jahr". Dass dem nicht so ist, liegt meiner Meinung daran, dass das "Eine Handvoll Worte" eben nicht ihr neues Werk ist, sondern nur so in Deutschland vermarktet. Das ist nämlich ein Jahr vor ihrem Bestseller erschienen, und in einem solche Jahr kann sich ja vieles ändern, auch der Stil...

Nun ja, ich werd's trotzdem mal damit versuchen und hoffe ganz stark, dass es mir besser gefällt als dir, obwohl ich es bezweifle. Ich hasse es, wenn ich zu Figuren keine Verbindung aufbauen kann...

Izzy hat gesagt…

@May:

Wenn du noch kein anderes Buch von ihr gelesen hast, ist es wahrscheinlich einfacher, sich komplett auf Eine Handvoll Worte einzulassen.

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen und bin gespannt auf deine Meinung!:)

@Sonne:
Ich wusste gar nicht, dass sie die Bücher nicht nacheinander geschrieben hat...

Ich glaube, für mich lag bei Ein ganzes halbes Jahr einfach die perfekte Mischung aus mitreißender Story, Tragik und wunderbaren Charakteren vor. Mit Lou hat sich Frau Moyes wirklich in mein Herz geschrieben. Leider konnten Jennifer und gerade Elli da nicht mithalten.

Ich kann es auch nicht leiden, wenn ich zu den Figuren keinen Zugang finde. Wenn das nicht klappt, kann der Plot kaum noch was für mich rausreißen. Ich muss zumindest einen Charakter richtig gut finden...

Ich drücke dir die Daumen, dass es dir besser gefällt und halte Ausschau nach deiner Rezi.:)

Viele liebe Grüße an euch beide
Izzy

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