Sonntag, 8. September 2013

[Himmelsfern-Blogtour] Live-Chat mit Jenny Benkau

 

Hallo ihr Lieben,

gestern Abend zwischen 20 und 21:45 Uhr konntet ihr der Dark-Canopy-Dilogie- und Himmelsfern-Autorin Jennifer Benkau während eines Live-Chats auf unserer Facebook-Seite all eure Fragen stellen.

Für alle, die es zeitlich nicht geschafft haben, live mit dabei zu sein, gibt es hier noch einmal die gesamten Fragen und Antworten zum Nachlesen:
 

Jenny über Himmelsfern:

  •  Ist "Himmelsnah" vor, während oder nach "Himmelsfern" entstanden? 
Jenny: Viel später! HIMMELSNAH entstand erst, als der Verlag vorschlug, einen eShot zum Buch zu machen; das war erst in diesem Jahr. HIMMELSFERN wird schon drei.
  • Welcher Charakter war zuerst in deinem Kopf? 
Jenny: NOA! Und sie hatte ihren Liebsten gleich an der Hand. Das war übrigens Silverster, am frühen Morgen Die waren beide sofort da und komplett "fertig". Über meine Hauptfiguren muss ich nie nachdenken - nie. Die kommen zu mir und wollen erzählt werden - so, wie sie sind. Da kann ich leider auch nichts dran ändern, das würde sich falsch anfühlen: Klingt das schizophren? Ja, kann schon sein. Ist aber so. 
  •   Noa ist ja doch ein eher ungewöhnlicher Name. Kam der auch einfach so oder musstest du eine Weile danach "suchen"?
Jenny: Den Namen hat sie mitgebracht, nur ihren Nachnamen musste ich bewusst überlegen. Ich habe die Tage erst gegooglet, was der Name Noa bedeutet. Ja - passt.
  • Was bedeutet er denn?
Jenny: Noa bedeutet "die in Bewegung seiende und ist biblisch eine der Töchter Zelofats, eine der ersten Frauengruppe, die für eine weibl. Erbregelung eintrat und sie von Mose und Aaron auch bekam!"
  • Welche Haarfarbe hat Marlon?
Jenny: Marlon hat rabenschwarze Haare
  •   In "Himmelsfern" tappt der Leser lange im Dunkeln ... spielst du gerne die Geheimniskrämerin?
Jenny: Nicht bewusst! Manchmal weiß ich Dinge selbst erst, wenn die Hauptfigur sie erzählt. Aber manchmal ist es selbstredend auch bewusst eingesetzte Dramaturgie.
  •  Möchtest du uns vielleicht verraten, in welcher Stadt "Himmelsfern" spielt?
Jenny: Die Stadt ist fiktiv und namenlos, beides ganz bewusst. Sie hat Ecken aus vielen Städten, in der Hoffnng, dass jeder so ein Eckchen wiedererkennt. In der Stadt wird übrigens auch das nächste Buch spielen; ansonsten hat es aber mit Himmelsfern nichts zu tun.

Jenny über sich als Autorin:

  • Mich würde interessieren wie lange und intensiv Sie planen, plotten und recherchieren, bevor Sie sich an das eigentliche Schreiben machen? Machen Sie sich eine Art ''Masterplan'', der die komplette Geschichte detailliert skizziert oder schreiben Sie einfach drauf los, nachdem Sie einige Rahmen (wie Charaktere, Settings ect), gesteckt haben? Wie viel ist im Vorfeld geplant und wie viel Änderungen und spontane Idee lassen Sie während des Schreibens zu?
Jenny: Ah, eine schöne Frage. "Theoretisch" gibt es vor dem Schreiben einen Plan, ein Exposé, das der Verlag absegnet, ehe er sagt: Das machen wir. Praktisch sieht das bei mir oft so aus, dass sich während des Schreibens ganz andere Wege ergeben, die Figuren plötzlich anders entscheiden, neue Schwerpunkte wichtiger werden. Die Tage darf ich wieder einmal meiner Lektorin beibringen, dass das Buch doch ein wenig bis ganz schön doll anders geworden ist, als ich eigentlich dachte.
Von daher: Ich schreibe gerne "mich selbst überraschend". Mit wenig Planung vorab, so macht es mir mehr Spaß, bringt für mich selbst mehr Spannung. HIMMELSFERN z.B. habe ich komplett ohne Planung geschrieben, so wie die Geschichte sich eben erzählt hat. Und war ganz schön erstaunt, dass es am Ende sogar sinnvoll aufging.
  • Ich habe gerade in einem Wasch "Dark Canopy" durchgelesen, so begeistert war ich. Vor allem von deiner Sprache. Du hast wunderbare Vergleiche für Worte und Begriffe ("Unsere Liebe war wie Wind..."). Wie kommst du auf solche schönen und vor allem passenden Vergleiche? Bzw. (wie) hast du es gelernt/dir angeeignet?
Jenny: Freut mich, dass dir meine Sprache gefällt ich liebe es, mit Worten herumzuspielen, zu versuchen, zu experimentieren. Ganz oft geht das auch schief - aber da sortiert meine Lektorin gnadenlos aus Wie man das lernen kann ... vermutlich nur über trial & error. Und viel bewusst "erleben" - sinnlich leben, verstehst du, was ich meine? Dann kommen solche Vergleiche von ganz allein. (Auch die absurden.) 
  • Hast du Angst das irgendwann keine Figuren mehr "zu dir kommen"? Oder hast du noch so viele im Kopf das wir uns auf viele neue Geschichten freuen können?
Jenny: Davor habe ich schreckliche Angst. Was, wenn irgendwann nichts mehr kommt? Kollegen sagen mir allerdings alle, dass das nicht passiert, da das Hirn und die Phantasie eher angeregt werden, als leergeschrieben. Die Angst ist trotzdem da, ja. Was würde ich dann machen? Ich kann nichts anderes.
  • Was schreibst du denn lieber? Fantasy oder realistische Geschichten?
Jenny: Naja, der Lübbe-Roman ist der erste, der ganz ohne Fantasy daher kommt, von daher ist das eine Prämiere und genaueres kann ich dazu noch nicht sagen. Ich würde aber sagen, dass mir phasenweise das eine oder andere mehr liegt. Schön wäre es, in Zukunft beides schreiben zu können; dann hat man einen hübschen Ausgleich. ich schreibe überhaupt gerne sehr Unterschiedliches.
  •  Wie fängst du denn an, also du hast eine Idee, was dann? Schreibst du es auf und verschickst es? Arbeitest du es komplett aus und verschickst es dann in fast fertig ...?
Jenny: Früher lief es so ab, dass ich die Geschichte angefangen, zu Ende geschrieben und dann über meinen Agenten angeboten habe. Inzwischen darf ich mir den Luxus leisten, die Bücher über Exposé und eine Leseprobe anzubieten. 
  • Hi Jenny Ich habe jetzt schon einige deiner Bücher gelesen (alle bei script5 und eines beim Sieben Verlag) und erkenne dich im Stil zwar wieder, stelle aber doch auch Unterschiede fest. Wie geht es dir da? Änderst du deinen Schreibstil von Buch zu Buch bewusst oder probierst mal was anderes aus? Oder erkennst du Unterschiede selbst, dass du zB bei neueren Büchern mehr Übung/Routine hattest?
Jenny: Ich möchte schon, dass jedes Buch "seinen Ton" bekommt. Das passiert auch unweigerlich, denke ich, da ich ja immer aus der Perspektive unterschiedlicher Figuren schreibe, die unterschiedlich erzählen. Dann kommt natürlich auch noch das lektorat dazu - gerade bei Sieben und script5 haben meine Lektorinnen VÖLLIG andere Schwerpunkte und würden sich, würdest du sie an einen Tisch setzen, wohl auch streiten
  • Hallo liebe Jennifer!
    Hast du vielleicht manchmal das Gefühl, dass alles was du schreibst "in deinen Ohren" überhaupt nicht gut klingt?
    Nicht, dass es so ist.
    Ich meine diese nagenden Selbstzweifel, es nicht gut zu schaffen.
    Was würdest du in di
    esem Fall anderen Autoren raten?
    (Im Übrigen kam ich endlich dazu Dark Canopy zu lesen und konnte mich gar nicht mehr davon lösen. Jetzt ist Dark Destiny dran. Und die Signur geht mir immer noch ans Herz. )
Jenny: Dieses Gefühl habe ich STÄNDIG. Gerade Dark Canopy ist mein größtes Selbstzweifel-Buch. Raten kann ich dazu nicht viel ... es geht vielen so. Texte sind eben sehr subjektiv, schwer in gut oder schlecht oder gar richtig oder falsch zu unterteilen. Der Zweifel: Kann das irgendwem gefallen?, ist immer dabei. Vielleicht ist das gut so, der Zweifel treibt ja auch an, es noch besser zu versuchen.

Ach ja, und zum Zweifel: Komischerweise kommt bei den Lesern das am besten an, woran ich am meisten Zweifel habe ... Bücher, die ich selbst toll finde, an denen ich nicht zweifle, bekommen zumindest deutlich kritischere Rezensionen. Das ist sehr eigenartig, aber glaube mal nicht, man würde danach weniger Zweifeln.
  •  Hast du schon deine nächste Geschichte geplant? Oder kann man die überhaupt planen?
Jenny: Ich schreibe gerade die letzten Seiten der nächsten Geschichte und gleich darauf ist die übernächste dran. Beide erscheinen vermutlich im Herbst 2014; es wird einmal wieder Fantasy für junge Erwachsene und ein realistischer Roman, der bei Lübbe erscheinen wird. Was danach kommt, weiß ich aber noch nicht, da ich dann erst mal ein Baby bekomme.
  • Wieso Lübbe? Himmelsfern, Dark Canopy und Dark Destiny hast du doch durch script5 veröffentlicht!?
Jenny: Der Titel, der bei Lübbe erscheint, ist einfach kein script5-Titel. Und da ich mehr als ein Buch im jahr schreiben kann, haben wir uns entschieden, für dieses Wunschbuch von mir einen anderen Verlag zu suchen. Bei script5 geht es aber auch weiter (aber darüber darf ich leider noch nicht sprechen ;-))
  •  Ein kleiner Tipp zum neuen Buchinhalt? 
Jenny: Über den phantastischen Roman darf ich noch nicht reden. Der Lübbe-Roman handelt von einer jungen Frau, Wanda, deren Verlobter kurz vor der geplanten Traumhochzeit verunfallt und ins Koma fällt. Während er schläft, findet sie Dinge über ihn heraus, die überhaupt nicht zu seinem Leben passen. Es fängt mit kleinen Unwahrheiten an und endet ... das erzähle ich natürlich nicht. Ein Buch über Leichen im Keller, könnte man sagen.
  • Wie viele Geschichten hast du den noch in der Schublade liegen bzw. noch als Entwurf und warum?  
Jenny: Gar keine ich habe zwar noch 4 unveröffentlichte, aber die haben auch nicht das Zeug dazu, ein Buch zu werden, daher bleiben die in der Schublade. Frühwerke eben, ich lese sie aber hin und wieder sehr gerne, freue mich darüber und schäme mich auch manchmal ein bisschen.
  •  "Kennst" du deine Charaktere? Hattest du es schonmal das du jemanden neu kennengelernt hast und diese Person mit einer aus deinen Büchern verglichen hast?
Jenny: Ich kenne sie besser als sehr nahe Freunde. Aber ich vergleiche nie mit realen Personen, das wäre mir irgendwie ... zu intim. Das ist irgendwie ein Tabu für mich.
  • Wie sieht eigentlich dein (Autoren-)Alltag aus?
    Hast du feste Zeiten zum Schreiben? Und wie viel Zeit pro Tag verbringst du damit?
      
Jenny: Wirklich feste Zeiten habe ich nicht, allerdings unterscheidet der Job sich nicht so groß von jedem anderen Schreibtischjob. Meine acht Stunden sitze ich in den Schreibphasen schon am Laptop, vorzugsweise natürlich, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Ober abends - ich schreibe sehr gerne abends.

Jenny privat:

  • Wie bringt ihr das abends in Einklang? ich habe immer ein bisschen ein schlechtes Gewissen, abends "hirn-afk" zu sein, wenn man sich tagsüber schon nicht sieht. Hatte dein Mann da immer schon Verständnis für? 
Jenny: Genau DAS ist das Problem, ja. Und der große Konflikt. Ich schreibe abends viel leichter und effektiver, aber ma muss irgendwann auch mal Paarzeit haben ... daher versuche ich wirklich, mich aufs Frühschreiben umzutrainieren, aber das gelingt nicht so wirklich und dann muss ich doch wieder abends, vor allem vor Abgabeterminen. Es ist ein permanenter Kompromiss *seufz*. 
  • In welcher Woche/welchem Monat bist du denn schwanger? Weißt du schon ob Junge oder Mädchen?
Jenny: Es wird ein kleiner Junge und er soll Anfang Januar kommen.
  • Wie viele Hunde hast du mittlerweile? Sind es noch zwei? 
Jenny: Ja zwei, einen weißen Schäferhund (der seit gestern über 2 Kilo Äpfel vom Tisch gestohlen hat) und einen Beagle aus dem Versuchslabor. 
  • Der Schäferhund isst Äpfel? - wie lustig! Naja, wenigstens gesünder als würde er Schoki oder Kekse vom Tisch mopsen ... 
  • Wie heißen die beiden denn?
Jenny: Ja, sie liebt Äpfel. Sie frisst aber auch alles, das Vieh ist ein Nimmersatt. Abby und Selma heißen die beiden. 
  • Familie mit (bald) 4 Kindern und 2 Hunden - Respekt! Hast du dir schon mal überlegt einen Lebensratgeber zu schreiben? 
  •  Wie schaffst du es denn, konsequent dranzubleiben, bei so viel Trubel. Tiere, Kinder ... reißt dich das nicht manchmal raus? Wie behilfst du dir da?
Jenny: Oh Gott, nein! *lol* ich verzweifel manchmal schon an der Notwendigkeit, mir die Zähne zu putzen - wann soll ich das schaffen?? - und stecke doch meist mitten im Chaos. ich BRAUCHE eher gute Lebensratgeber. Zum Glück ist mein Mann gut organisiert, ansonsten ginge es hier drunter und drüber. Okay, das tut es auch so ....

... aber ich mag das Chaos, daher geht es.
  •  Lässt du deinen Mann manchmal Texte von dir probelesen?
Jenny: Als ich DARK DESTINY abgeben musste (am Morgen und das Buch war in der späten Nacht fertig) habe ich ihn dazu genötigt - um Tippfehler zu finden. Normalerweise aber nicht. Er liest lieber andere Genre. Seine Lieblingsautoren (die oute ich jetzt aber nicht) fnde ich stilistisch aber immer schlecht. 
  • Lesen deine Kinder gerne und viel?
Jenny: Autsch, das ist ein komisches Thema. Meine Kinder lesen eher wenig. Die Große kaum, der Junge etwas mehr (aber nur phasenweise) und die Kleine mag nicht mal vorgelesen bekommen. Es ist mir unverständlich, aber was willl man machen?
  • Wie findest du selbst es denn, wenn ein Buch kein Happy End hat? Bei Himmelsfern hab ich ja schon wieder das schlimmste befürchtet. Bricht dir ein Nicht-Happy-End für deine Charaktere das Herz?   
Jenny: Ich LIEBE tragische Enden. Ich hoffe zwar bei Lieblingsbüchern immer sehnlichst auf ein Happy End und heule mir die Augen blutig, wenn es keines gibt, aber die tragischen, die, die richtig weh tun, die vergesse ich nie wieder. ich denke, es muss einfach passen. Eine Geschichte muss ihr eigenes Ende haben, das kann gerne happy oder tragisch oder komplett offen sein.


Wir hoffen, ihr hattet heute Spaß mit Jenny und natürlich auch an der gesamten Blogtour.

Wer noch einmal bei den anderen Posts vorbeischauen möchte, hier findet ihr die Links in der richtigen Reihenfolge:

  1. Steffi von his and her books: Was erwartet euch in Himmelsfern?
  2. Damaris: Vorstellung von Poi, dem gefährlichen Hobby der Protagonistin
  3. Sonne von back down to earth: 10 Gründe, warum man Himmelsfern lesen sollte
  4. Tanja: Die schönsten Zitate aus dem Buch
  5. Charlousie von Leselust & Leseliebe: Mini-Lesung und etwas Kreatives zu den Charakteren
  6. Lurchi: Charakter-Interviews
  7. wir von Storytime: Live-Chat mit Jenny Benkau

Und kleiner Tipp, es lohnt sich auf jeden Fall, noch einmal bei uns allen vorbeizuschauen, da es 7 Mega-Preise zu gewinnen gibt! ;-)

Alles Liebe, 
eure Lucy & Izzy

2 Kommentare:

bluetenfeder hat gesagt…

Dieser Live-Chat war eine ganz fantastische Idee!
Bei weiteren Aktionen in dem Sinn, würde ich sicher auch wirder teilnehmen.

Liebe Grüße,
Ann-Kristin.

Lucy Montrose hat gesagt…

@ bluetenfeder: Danke, das freut uns sehr zu hören! :-)

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