Montag, 19. August 2013

Lucy in Prag & auf der Suche nach der richtigen Tür

Hallo ihr Lieben,

das verlängerte Wochenende habe ich in Prag verbracht. Und eines steht fest, auch wenn es ein Drei-Tage-Fußmarsch-Trip war, werde ich diese Stadt auf jeden Fall wieder besuchen.

Warum?, fragt ihr euch.

Deshalb, sage ich ...







           The streets of Prague were a fantasia scarcely touched by the twenty-first century—or the twentieth or nineteenth, for that matter. It was a city of alchemists and dreamers, its medieval cobbles once trod by golems, mystics, invading armies. Tall houses glowed goldenrod and carmine and eggshell blue, embellished with Rococo plasterwork and capped in roofs of uniform red. Baroque cupolas were the soft green of antique copper, and Gothic steeples stood ready to impale fallen angels. The wind carried the memory of magic, revolution, violins, and the cobbled lanes meandered like creeks. Thugs wore Motzart wigs and pushed chamber music on street corners, and marionettes hung in windows, making the whole city seem like a theater with unseen puppeteers crouched behind velvet. (Daughter of Smoke and Bone)

Laini Taylor hat das schon ganz richtig beschrieben. Prag heißt nicht umsonst die Stadt der 100 Türme und goldenen Dächer. Diese Stadt ist zauberhaft. Egal wo man hinsieht, man sieht nie ins Leere. An jeder Ecke lebt Geschichte, leben Marionetten, leben Straßenkünstler. Die Gebäude sind eindrucksvoll und die Karlsbrücke verbindet imposant beide Stadthälften. Es tümmeln sich zwar täglich Menschenmassen darauf, aber die Musiker und Künstler, die dort musizieren oder ihre Bilder zur Schau stellen, machen es erträglich, dass man sich nicht schneller fortbewegen kann und alle paar Meter zum Anhalten gezwungen wird.

Die Straßen in Prag sind gepflastert, die Gassen eng, Bars findet man oftmals versteckt in Nischen und in Kellern. Die Atmosphäre ist nicht unbedingt alt, aber magisch. Es geht hundertmal bergauf und hundertmal bergab in der Stadt und wenn die Sonne scheint, so wie sie es übers Wochenende immerzu getan hat, dann leuchten die Dächer golden und silbern und grünlich, während die bunten Kirchenfenester regenbogenfarbige Lichter an die Wände malen.

(doch so schön ich die Stadt im Sommer auch fand, ich muss unbedingt im Winter noch einmal her. Ich denke nämlich, dass Prag in Weiß und eingehüllt in mystischen Nebel noch viel geheimnisvoller und atmosphärischer wirkt. Wie gut, dass man von Süddeutschland aus ziemlich schnell mit Auto, Bus oder Bahn dahin kommen kann!)

Und es gibt wirklich ganz wundervolle Buchläden in Prag. Alt und modern eingerichtete, Secondhand-Shops mit niedlichen Cafés und aktuelle Buchsortimente hinter Graffitti besprühten Wänden. Kafka und der kleine Maulwurf  füllen dort überall sämtliche Regale in sämtlichen Sprachen. Englischssprachige Bücher zu fnden, war überhaupt kein problem, aber besonders gefreut habe ich mich immer, wenn mir eine kleine Büchersammlung betitelt mit "Deutsche Klassiker" entgegengestrahlt hat.

Ganz besonders angetan hat es mir übrigens der süße Shakespeare and sons - nicht nur wegen dem entzückenden Namen, sondern auch wegen der Schallplattensammlung und dem ein bisschen retro-eingerichteten Lesebereich. Außerdem hatte dieser Buchladen The perks of being a wallflower auf dem Präsentiertisch stehen und zwar in einer so wundervollen Ausgabe, dass ich sie mir am liebsten gekauft hätte, obwohl ich das Buch ja bereits 2x Zuhause stehen habe.


Über manche der Buch-Shops bin ich ganz zufällig gestolpet, manche habe ich stundenlang gesucht und mich dabei zigmal verlaufen (weil diese tschechischen Namen oft so verdammt gleich klingen, dass man erst checkt, dass man falsch gelaufen ist, wenn man kilometerweit in die falsche Richtung gestapft ist und dann das e bemerkt, dass anstelle des i im Straßennamen sein sollte!)

Oh, und nur damit ihr's wisst, ich habe an zig Türen geklopft, aber leider hat mir nirgendwo ein Brimstone geöffnet. Stattdessen wurde ich ein bisschen seltsam angeguckt. Vielleicht lag das aber auch daran, dass ich Karou gespielt und mir deshalb eine blauhaarige Perücke aufgesetzt und ihre auffälligen Handtattoos aufgemalt hatte. ;-D


Und - wer von euch hat nun Lust nach Prag zu reisen?

Liebe Grüße,
eure Lucy

5 Kommentare:

Lynn hat gesagt…

Sieht wirklich schön aus.:D
Ich war auch schon mal in Prag und würde auch jeder Zeit gerne noch einmal hinfahren.;D

LG
Lynn

Paperdreams hat gesagt…

Prag im Winter ist wirklich wunderschön. Überall Lichter, überall Weihnachten in jeder Ecke. Ich habe dort mal 4 Jahre lang gewohnt und die Stadt ist zu meiner Herzensstadt geworden, sodass mein Herz direkt höher schlug, als ich deinen Post gelesen habe :) Deswegen hatte es mir auch Laini Taylors Buch wahnsinnig angetan und ich freue mich schon so sehr auf den zweiten Teil, dass ich platzen könnte. Wenn ich solche Berichte über Prag lese, bekomme ich immer so ein Fernweh... hach...

Liebste Grüße,
Marie

Lucy Montrose hat gesagt…

@ Lynn: :-)

@ Paperdreams: Dann freut es mich, dass ich dir mit meinem kleinen Post eine Freude machen konnte bzw. dich wieder an deine guten alten Prag-Zeiten erinnern konnte. Vielleicht klappt es ja bald einmal wieder mit einem Kurzurlaub dort?

Mir hat es Laini Taylors Buch auch wahnsinnig angetan. Nur bei mir war das Buch der Auslöser für den Prag-Urlaub und nicht umgedreht wie bei dir ;-)

Miss Bookiverse hat gesagt…

Seit ich DoSaB gelesen habe, möchte ich auch unbedingt mal nach Prag D: Ist ja eigentlich echt nicht so weit weg.
Wusste gar nicht, dass es da auch so süß Buchläden zu entdecken gibt, direkt noch ein Grund mehr für einen Besuch :D

Lucy Montrose hat gesagt…

@ MissBookiverse: Prag ist auf jeden Fall einen Besuch wert! :-)

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