Donnerstag, 26. Dezember 2013

[Rezension] Die Liebe deines Lebens von Cecelia Ahern

Inhalt:

LIEBE IST … ZU LEBEN!

Christine & Adam. Eine Liebesgeschichte, die das Leben verändert.

Adam will einfach nur, dass alles aufhört. Er ist über das Geländer der Brücke geklettert und schaut hinunter in das kalte, schwarze Wasser. Christine will einfach nur helfen. Mit einem Deal kann sie Adam vom Springen abhalten: Bis zu seinem nächsten Geburtstag wird sie ihn überzeugen, dass das Leben lebenswert ist! Schnell wird klar, dass sie ihn nur retten kann, wenn sie ihn wieder mit seiner großen Liebe zusammenbringt. Doch dann merkt Christine, wie sie sich selbst Hals über Kopf in Adam verliebt …


Der erste Satz:

          Man sagt, der Blitz schlägt nie zweimal ein.  



Das sagt Lucy:

Der Blitz schlägt nie zweimal an der gleichen Stelle ein. Mit diesem Sprichwort beginnt der neue Cecelia-Ahern-Roman. Doch wird es sogleich wiederlegt, denn Christine, die 33-jährige Protagonistin, erlebt gleich zweimal mit, wie sich jemand das Leben nehmen will. Das erste Mal ist sie überfordert, überrumpelt und machtlos und schafft es nicht, die Person von ihrem Vorhaben abzuhalten. Aber als sie auf der Ha'penny Bridge einen jungen Mann auf der anderen Seite des Geländers sieht, verzweifelt und mit dem Gedanken spielend, sich hinabzustürzen, fasst sie einen Entschluss. Sie würde alles daran setzen, diesen Selbstmordversuch zu verhindern - auch, wenn das bedeutet, sich an einen Wildfremden zu klammern und ihm zu versprechen, seinen Lebenswillen, ja sogar seine Freude am Leben wiederfinden zu können. 

Tatsächlich steigt Adam darauf ein und es entsteht folgender Deal: Zwei Wochen hat Christine Zeit, ihn von der Schönheit und Sinnhaftigkeit des Lebens zu überzeugen, ihm dabei zu helfen, seine Ex-Freundin zurückzugewinnen und seine familiären und beruflichen Probleme wieder in Ordnung zu rücken, die untrennbar miteinander verbunden sind und unmöglich zu lösen scheinen. 

Mit Die Liebe deines Lebens ist Cecelia Ahern endlich einmal wieder eine Geschichte gelungen, bei der für mich alles - Schreibstil, Charaktere, Handlung, Message - gestimmt hat. Ihre letzten Werke haben mich längst nicht so bewegen können wie ihr Debütroman und auch den Bezug zur Realität, den ich in P.S.: Ich liebe dich so geschätzt hatte, habe ich dort vermisst. Doch Christine, Adam und ihr Alltag sind aus dem Leben gegriffen und real. 

Christine arbeitet als Jobvermittlerin, auch wenn ihr Arbeitsraum genauso gut als Psychologen-Büro durchgehen könnte. Nicht nur, dass sie dort ein Buchregal voller Selbsthilferatgeber bunkert, nein, sie ist auch stets darauf bedacht, dass ihre Kunden es glücklich und zufrieden verlassen. Sie ist gut darin, anderen zu helfen, ihnen mit Tat und Rat zur Seite zu stehen und ihnen zu helfen, ihre Hürden zu meistern. Geht es aber um ihr eigenes Leben, wird es schon schwieriger. Sie ist zwar verheiratet, aber nicht besonders glücklich. Krampfhaft, mit ihrer Sammlung von Selbsthilferatgebern sucht sie nach Glücks- und Ruhemomenten, nach Geborgenheit und der einzig wahren Liebe - findet allerdings nur innere Unruhe und ein flaues Gefühl im Magen. 

Dass sie versagt hat, als es drauf ankam, dass ein Mann versucht hat, sich in ihrer Gegenwart umzubringen und seither im Koma liegt, mindert diese Negativgefühle nicht unbedingt. Umso verständlicher war es für mich als Leserin, dass sie sich wie eine Besessene auf Adam "gestürzt" hat; dass sie es sich zur Aufgabe gemacht hat, ihm zu helfen. Erst mit Tipps aus ihren Ratgebern, dann mit persönlicheren, improvisierten Selbstversuchen. Dass sie sich dabei verliebt, war abzusehen. Doch ihre gemeinsame Geschichte ist so herzergreifend, dass das Buch keine Minute lang langweilig wurde.

Außerdem konnte ich mich mit Christine, aus deren Ich-Perspektive das Ganze beschrieben wird, so gut identifizieren wie schon lange mit keinem Charakter mehr. Ich war Christine beim Lesen ... ich war unsicher mit ihr, ich war verzweifelt mit ihr, ich war traurig, schlaflos, fröhlich, hatte Herzklopfen bis zum Hals. Noch dazu hat Adam es mir ziemlich angetan. Ja, ich wollte diesem traurigen, hochsensiblen Kerl, der auch noch verdammt gut aussieht, unbedingt wieder auf die Beine helfen.

Besonders gefallen hat mir, dass die Nebencharaktere so authentisch dargestellt waren und auch in Zusammenhang mit ihnen Probleme angesprochen werden, die wir aus unserem Alltag kennen könnten: Adam hat einen Vater, der ihn nicht versteht und scheinbar auch gar nicht verstehen will, eine Schwester, die ihm Ärger macht statt den Rücken zu stärken und eine Ex-Freundin, die ihn mit seinem besten Freund betrügt. Und Christines beste Freundin sorgt sich mehr um ihre kranke Mutter, die sie Zuhause pflegt, als ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche.

Dass Cecelia Aherns Schreibstil zu einen meiner liebsten gehört, muss ich eigentlich gar nicht mehr erwähnen, weil ihr es ohnehin schon wisst; tue es aber dennoch. Mit ihren Formulierungen, ihren Vergleichen und Metaphern, ihren Dialogen und den Gedankengängen ihrer Charaktere trifft sie mich immer mitten ins Herz. 

Fazit:

Für Cecelia Aherns feinfühligen, bildhaften Schreibstil; für eine Protagonistin, mit der ich mich ganz wunderbar identifizieren konnte; für liebenswerte Charaktere und echte Probleme; für ein paar Tipps, das Leben genießen zu lernen und die Erkenntnis, dass alle Tipps nicht helfen, wenn der Kopf und das Herz nicht mitspielen und man sich mit den falschen Leuten umgibt; für ein Cecelia-Ahern-Buch, wie ich es liebe, gibt es von mir 6 Wombats!



Und weil die Rezi nicht mehr ganz pünktlich zu Weihnachtem kam, wünsche ich euch an dieser Stelle noch ein paar schöne letzte Dezembertage! Ich hoffe, ihr hattet alle ruhige, wunderschöne Weihnachtsfeiertage und kommt gut ins neue Jahr! :-)

Alles Liebe,
eure Lucy

2 Kommentare:

Erina Schnabu hat gesagt…

Die Bücher (und Verfilmungen) dieser Autorin haben mich bisher eher nicht angesprochen. Dieses Buch klingt aber nach schöner Unterhaltung mit einem etwas tieferen Sinn. Wenn ich mir deine Rezension so durchlesen, finde ich nur, dass der deutsche Titel des Buches etwas platt und einfallslos ist. Kann das sein? Ok, ich habe gerade nachgeschaut und gelesen, dass der englische Titel "How to fall in love" ist. Auch nicht soo viel besser. Schade eigentlich, denn ich glaube, aus der Story könnte man einen anspruchsvolleren Titel machen, oder? :)

Lucy Montrose hat gesagt…

@ Erina: Manchmal ist es schwer, richtig gute Titel zu finden. Aber Die Liebe deines Lebens ist auch wirklich nicht besonders treffend. How to fall in love ist vielleicht nicht unbedingt kreativ, aber es trifft den Kern der Sache schon eher ... denn schließlich lernen beide Protagonisten sich zu verlieben, in sich, in das Leben, ineinander.
Ich denke auch, Cecelia Ahern ist nichts für jeden. Ich liebe ihren Schreibstil unglaublich gerne, aber für einige mag er zu detailiert sein. Hast du denn mal etwas von ihr gelesen?

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