Sonntag, 10. März 2013

[Lesungsbericht] Kerstin Gier mit Rubinrot

Hallo ihr Lieben,

komme gerade aus München zurück (und bin nach einer langen, anstrengenden Zugfahrt mal wieder der Meinung, dass die Bahn es einführen sollte, dass man mit dem Bayern-Ticket auch ICEs fahren darf!) & bin noch so voller rubinroter Euphorie, dass ich auf keinen Fall ins Bett kann, ohne euch von dieser Lesung (mit anschließender Film-Preview) zu erzählen.

Fakten zur Lesung:

Vorgestelltes Buch: Rubinrot
Ort: Mathäser Filmpalast München
Datum: 09.03.2013, 13:30 Uhr


Der Kinosaal ist beinah komplett ausverkauft. Der Stargast des heutigen Nachmittags, Kerstin Gier, sitzt sichtlich nervös und dauergrinsend auf einem Sessel in der Mitte der kleinen Bühne ganz vorne, ihr Gesicht wird auf die große Leinwand hinter ihr projiziert, damit sie auch jeder sehen kann. Neben ihr haben ihre Lektorin, Christiane Düring, und eine Vertreterin einer Münchner Buchhandlung Platz genommen.

"Wer ist denn hier über 18?", ist eine der ersten Fragen, die Frau Gier an diesem frühen Nachmittag an ihr Publikum stellt - und tatsächlich heben sich einige Hände (und ich bin erleichtert, weil ich mich nun nicht mehr ganz so zurück in die Pubertät versetzt fühle. Zufällig saßen rings um mich herum nämlich nur süße, unschuldige, kreischende Unterstufler.)

"Jemand über 42 hier?" Sie lacht eher, als dass sie ernsthaft fragt, aber wieder heben sich einige Hände - beinahe stolz; vermutlich Frau Giers treue Mütter-Mafia-Fans.

Und dann stellt Kerstin Gier die Frage aller Fragen: "Haben wir heute Männer unter uns?" Und ja, tatsächlich fand man auch ein paar vereinzelte Exemplare des starken Geschlechts auf den roten Kinositzen. Hauptsächlich Väter, die natürlich nur ihrer Töchter zuliebe mitgekommen sind (dann aber gebannt lauschten und breit grinsten, sobald es dunkel genug war).

Insgesamt war leider nicht allzu viel Zeit für das Vorlesen an sich. Lediglich die ersten paar Seiten des ersten Kapitels gab es zu hören - und auch die mit Unterbrechungen, weil Frau Gier immer noch sichtlich abgelenkt war, sich selbst so riesig auf der Leinwand hinter sich zu sehen; da kann es dann schon einmal vorkommen, dass sie plötzlich ihre Protagonistin von Gwenny zu Maggie umbenennt, ihr einfällt, dass man die britischen Schulnoten wohl auch Englisch aussprechen sollte  und wir eventuell Schweißperlen auf ihrer Stirn sehen könnten. War alles super super sympathisch, allerdings hätte ich trotzdem gerne mehr gehört. Muss ich wohl irgendwann noch einmal zu einer "richtigen" Lesung von ihr.

Dafür hat sie sich sehr viel Zeit für Fragen genommen. Hierbei gesteht sie zum Beispiel, dass sie die Tatsache, dass aus Rubinrot ein Film geworden ist, immer noch nicht richtig fassen kann. Sie hätte zwar große Träume und Hoffnungen gehabt, dass das Buch allerdings zu einem Kinofilm dieser Größe werden könnte ... na ja, so groß waren die Träume und Hoffnungen dann doch wieder nicht. An dieser Stelle verrät sie auch, dass sie, als sie den Film das erste Mal gesehen hat, eigentlich von Anfang an und die ganze Zeit geweint hat. "Und dann musste ich noch weinen, als ich selbst durchs Bild gelaufen bin - bei der Szene im Hyde Park."

Der Rote Teppich sei allerdings absolut nichts für sie. Sie fand das Ganze ein bisschen schrecklich und fühlte sich im Blitzlichtgewitter der Paparazzi wie ein verschrecktes Huhn.

Mit dem Cast ist sie mehr als zufrieden. Maria Ehrich findet sie zauberhaft in ihrer Rolle als Gwendolyn und in Gideon, so prophezeit sie, werden sich spätestens alle verliebt haben, wenn seine Haare später im Film verwuschelter geworden sind. Ihre Lieblings-Szene im Film ist übrigens die, in der Gideon sein erstes Curry ist - eine Szene, die so gar nicht im Buch steht, sondern die sich die Drehbuch-Autorin Katharina Schöde ausgedacht hat.

Auf die Frage, in welche Zeit sie gerne einmal zurückreisen würde, wenn es möglich wäre, antwortet sie mit: "In die 50iger Jahre, um meine Eltern als junge Leute zu treffen. Um zu sehen, ob die Geschichten, die sie mir aus ihrer Jugend erzählt haben, alle wahr sind." Einen Augenblick lang lacht sie mit der Menge, dann wird sie nochmal ernst: "Oh, und Tee trinken mit Jane Austen würde ich gerne."

Und hat Kerstin Gier einen Lieblingscharakter? - So etwas fragt man eine Autorin nicht, schimpft sie spielerisch, denn natürlich liebt sie all ihre Charaktere, die guten ebenso wie die Bösewichte. Aber Xemerius sei eindeutig das Beste, das sie je erfunden hat. Da stimmen wir ihr doch alle miteinander zu, oder?

Danach war Zeit (leider nicht genug für alle!), um sich ein Autogramm zu holen. Ganz stolz präsentiere ich euch also jetzt mein Rubinrot-Exemplar mit lieben Grüßen von der Autorin:



Und ein Foto mit der lieben Frau Gier gibt es auch noch; allerdings leider etwas verwackelt, da wir uns da gerade über Grace und Falk "unterhalten" haben. Für alle, die es wissen wollen, die beiden werden nie mehr wieder ein Paar werden, weil sie einfach nicht zusammen passen; aber sie werden zumindest einen Moment für eine Aussprache finden und irgendwann einmal lockerer miteinander umgehen können.



Alles Liebe,
eure Lucy

P.S.: Die Rezi zum Film schreibe ich morgen. Ich muss allerdings sagen, dass ich ihn leider nur so mittelprächtig fand. Film-Gwen und Film-Gideon haben für mich nicht so schön zusammen funktioniert wie im Buch und der Buch-Humor hat mir definitiv gefehlt. Da die oben erwähnten süßen, kleinen Unterstufler allerdings nicht aufhören konnten mitzufiebern und zu kreischen, nehme ich an, dass ich für diesen Film einfach schon zu alt bin. ;-)


4 Kommentare:

*Sheena* hat gesagt…

Ganz wunderbar, danke fürs teilhaben =)

LG Sheena

Anonym hat gesagt…

Hallo,

vielen Dank für die tolle Zusammenfassung des gestrigen Nachmittags in München. Ich war auch dort und bin über 42 :-). Ich liebe Kerstin, ich liebe Ihre Bücher und ich liebe es mich mal wieder wie eine 16 jährige zu fühlen :-). Ich fand den Film sehr schön, und sehr gut gemacht. Er ist etwas anders als das Buch, aber das hatte ich schon irgendwie erwartet. Ich denke es ist sehr schwierig die Gefühle und den Humor im Film so darzustellen wie von der lieben Kerstin geschrieben. Ich glaube es hilft sehr, wenn man beim Betrachten des Films die Gefühle vom Lesen mit einbezieht. Also ich habe das so gemacht. Ich fand die Beiden schon sehr süß :-).

Es freut mich auf jeden Fall, dass ein so qualitätiv toller Film daraus wurde. Hoffentlich gehen ganz viele rein, damit auch die anderen Teile verfilmt werden.

Auf jeden Fall freue ich mich schon auf die neuen Bücher von Kerstin.

Liebe Grüße
Claudia

Lucy Montrose hat gesagt…

@ *Sheena*: Gerne doch! :-)

@ Claudia: Dankeschön! Und ja, du hast Recht, es ist ein qualitätvoller, toller Film geworden - für eine deutsche Produktion lässt er sich auf jeden Fall sehen. Dennoch haben mich einige Sachen gestört. Hier findest du zu meiner Film-Rezi: http://our-storytime.blogspot.de/2013/03/book-meets-movie-rubinrot.html
Dass die anderen beiden Teile verfilmt werden, hoffe ich trotzdem! :-)

Anonym hat gesagt…

Hallo,

ich habe deinen Block über den Film gelesen. Super geschrieben! In den meisten Fällen stimme ich Dir voll zu. Was mich auch nicht so gut fand ist die "Kuss-Scene" - das ist wirklich zu kitschig gewesen. Der Schluß vom Buch hätte viel besser gepaßt!!!

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