Freitag, 13. September 2013

[Lesungsbericht] Silber - Das erste Buch der Träume von Kerstin Gier

Hallo ihr Lieben!

Am vergangenen Samstag habe ich zusammen mit einer Arbeitskollegin und einigen anderen Bloggern, darunter die wunderbare Leselurch, die Silber-Lesung von Kerstin Gier besucht. Hier fasse ich euch diesen Abend einmal zusammen.

Vorgestelltes Buch: Silber – Das erste Buch der Träume
Ort: Buchladen Neusser Straße, Köln
Beginn: 18:00 Uhr


Lesungsbericht:
Kerstin Gier wächst dem Zuschauer durch ihre selbst zugegebene Nervosität von Beginn an ans Herz. Sie wirkt offen und lustig und hat oft einen guten Spruch auf den Lippen. Was sowohl das Publikum, als auch die Autorin selbst auflockern lässt.

Frau Gier liest an diesem Abend zum ersten Mal aus ihrem neuen Jugendbuch Silber – Das erste Buch der Träume, das im Juni diesen Jahres erschienen ist (die Rezension dazu findet ihr hier). Sie bittet also direkt im Vorfeld darum, nachsichtig mit ihr zu sein, sollte sie sich das ein oder andere Mal verlesen – hat sie das Buch doch erst einmal laut gelesen (und dabei gemerkt, dass einige Namen mit dem berühmt berüchtigten „th“ doch zu kleinen Stolperfallen werden können).

Bevor sie die erste Passage aus dem Buch liest, gibt sie eine kurze Zusammengfassung für das Publikum, denn nicht alle haben das Buch bereits gelesen.

Danach geht es sofort mit den ersten Seiten aus Silber los. Wie angekündigt, verhaspelt sich die Autorin beim Lesen, überspielt das aber auf eine derart lockere und sympathische Art und Weise, das man ihr dafür nicht böse ist.
Generell bringt nicht nur der Text, die Zuhörer zum Lachen, sondern auch der Humor von Frau Gier, die ab und an kleine Randbemerkungen einwirft und das Publikum schnell für sich einzunehmen weiß.

Nach einem kurzen Teil, in dem die Autorin über die Familienverhältnisse der Protagonistin Liv Silber spricht, geht es dann mit der nächsten Textstelle weiter: Livs erstem Tag an der Frognal Academy.
Auch hier schafft es Frau Gier mitreißend vorzulesen. Insbesondere Liv liest sie auf den Punkt und derart unterhaltsam, dass man sie vom Fleck weg mögen muss. Doch auch der Charakter der Persephone ist super getroffen. Genau so eingebildet und überheblich, wie man sie sich beim Lesen vorgestellt hat.
Das Publikum, unter dem sich von alt bis jung jede Altersklasse finden lässt, lacht oft und herzlich und lauscht der Geschichte wie gebannt.

Danach folgt ein Teil, in dem Frau Gier einige der nächsten Geschehnisse kurz zusammenfasst, um dann mit der nächsten – wirklich wunderbar ausgewählten – Textstelle weiterzumachen.
In dieser besucht Liv zum ersten Mal den Traum einer anderen Person. Allein die Szene an sich ist toll geschrieben. Sie ist witzig, spannend und an einigen Stellen ein wenig gruselig. Doch durch Frau Giers angenehme Lesestimme, erwacht alles noch einmal zum Leben. Erneut wird viel gelacht und aufmerksam zugehört. Was zum einen der Autorin aber zum Großteil ihren liebevoll gestalteten Charakteren, allen voran Liv, geschuldet ist.

Nach diesem Teil wird die Fragerunde eingeläutet. Es braucht nicht lange und die ersten Arme heben sich und Frau Gier steht ihren Lesern Rede und Antwort.
Unter anderem wird danach gefragt, ob es Zufall ist, dass Silber ebenso wie Rubinrot in London spielt. Frau Gier gibt offen zu, dass dies in erster Linie daran liegt, dass sie zu dieser Stadt schon sehr viel recherchiert hat und diese Arbeit dadurch wegfiel (außerdem ist London einfach toll!).

Rubinrot kam dieses Jahr in die Kinos. Bei der Frage nach den Filmrechten zu Silber gibt Frau Gier nur an, dass es bereits Interessenten gibt, sie sich mit der Auswahl jedoch Zeit lassen will.

Die Frage nach einer Lieblingsszene fällt der Autorin dagegen sichtlich schwer. Sie blättert durch das Buch, sagt verhalten, sie möge das ganze, blättert weiter und bleibt dann bei ihrer ersten Aussage.

In der Regel schreibt Frau Gier alle Charaktere gerne, auch die Bösewichte. Eigentlich macht es ihr bei diesen besonders Spaß, sagt sie, weil man sie so richtig böse sein lassen kann.

Jeder ist dazu in der Lage die Träume anderer zu besuchen, dazu braucht man keine besondere fähigkeit - eine Frage, die auch mich sehr stark interessiert hat.

Nun geht es ans Signieren. Bei der Wärme, die vorherrscht, sollte man meinen, dass Frau Gier eher schnell alle Bücher unterschreiben wird. Stattdessen nimmt sie sich geduldig viel Zeit für ihre kleinen und großen Fans, macht eifrig Fotos und strahlt gute Laune aus.
Süß fand ich, dass sie sofort wusste, wie man meinen Namen schreibt (selbst Englischlehrern fällt das manchmal schwer), sie, als es dann ans Signieren ging, aber ein wenig unordentlich geschrieben und sich mehrmals dafür entschuldigt hat. Ich finde ja, dass man es trotzdem lesen kann - leider wollte meine Handykamera nicht mitspielen, weswegen ich euch kein Bild dazu präsentieren kann.:()

Ich muss sagen, dass ich den Abend rundum gelungen fand. Es mag vielleicht Autoren dort draußen geben, die fehlerfreier lesen als Kerstin Gier, dafür aber weniger auf das Publikum eingehen. Frau Gier versteht es exzellent ihre vermeintliche „Schwäche“ wunderbar einzusetzen und eine Brücke zum Publikum zu schlagen. Ihre leichte Nervosität und Natürlichkeit machten sie mir umso sympathischer.

Selten habe ich mich durch einen Autor so unterhalten gefühlt. Damit und mit einem unterschriebenen Silber, verlasse ich nach einer langen, aber sich lohnenden Wartezeit den liebevoll gestalteten Buchladen an der Neusser Straße.
Wenn Frau Gier aus dem zweiten Band der Reihe lesen wird, werde ich versuchen wieder dabei zu sein, denn eine Lesung mit ihr lohnt sich zu hundert Prozent.

2 Kommentare:

Anna und Ginas Leseleben hat gesagt…

Schöner Bericht,
wir gehen jetzt am Donnerstag in Dieburg zur Lesung, weil es nicht geklappt hat nach Köln zu fahren. :/ Wir freuen und aber auch mega auf Kerstin GIer und das Buch ist sowieso toll :))

Liebe Grüße,
Anna und Gina

Izzy hat gesagt…

Hallo Anna!

Danke.:)

Ich wünsche dir ganz viel Spaß bei der Lesung, und bin mir eigentlich schon sicher, dass du den haben wirst. Kerstin Gier ist wirklich sehr sympathisch und lustig.

Ich mag das Buch auch sehr gern und freue mich schon richtig auf den zweiten Band und darauf, wie es mit Liv, Henry und Co. weitergehen wird.

Viele liebe Grüße
Izzy

Kommentar veröffentlichen