Dienstag, 9. April 2013

[Book meets movie] Beautiful Creatures

http://www.blogbusters.ch/wp-content/uploads/2012/12/beautiful_creatures-banner.jpg

Infos zum Film

Kinostart: 4. April 2013
Mit: Alden Ehrenreich, Alice Englert, Jeremy Irons, Emmy Rossum, Emma Thompson
Regie: Richard LaGravenese
Genre: Fantasy, Romanze




Das sagt Lucy:

Normalerweise schaue ich mir keine Buchverfilmung an, bevor ich das Buch nicht gelesen habe. Aber ich hab das Lesen dieses Mal vorher einfach nicht geschafft und da ich nach dem Trailer zu Beautiful Creatures doch sehr neugierig auf den Film war, dachte ich, ich mach dieses Mal einmal eine Ausnahme. Vielleicht hätte ich's nicht tun sollen.Weil ich jetzt nämlich keine große Lust mehr habe, das Buch zu lesen.

Damit will ich nicht sagen, dass der Film schlecht war. Das war er nämlich absolut nicht. Es gab nur ein paar Dinge, die mich gestört haben, und die mich denken lassen, dass ich vielleicht zu alt dafür bin.

1. Das mit der Liebe zwischen Ethan und Lena ging mir doch alles etwas sehr, sehr schnell. Und ich empfand die Beziehung der beiden an einigen Stellen fast schon als unangenehm kitschig. Ganz ehrlich, musste dieses Schild brennen? Und musste dieses Gespräch, das ohnehin schon schnulzig genug gewesen wäre, zusammen mit dieser Musik geführt werden? War für mich einfach ein bisschen zu viel des Guten!

2. Das mit der Traumsache wurde mMn zu wenig behandelt, immerhin ist das doch etwas sehr Besonderes und es verbindet die beiden Protagonisten.

3. Mir persönlich wurde in diesem Film alles zu sehr schwarz und weiß gemalt. Richtige Grauzonen scheint es nicht zu geben, entweder man ist Gut oder Böse. Vielleicht wird das im Buch besser dargestellt, das kann ich leider nicht beurteilen, aber im Film war es (trotz Macon und trotz des Endes und Lenas Berufung, die ich nicht so richtig verstanden habe, weil immer wieder betont wurde, dass es kein Zwischending gibt und genau darin ja die Crux besteht?!) eindeutig zu sehr auf die durch und durch dunkle und die vollkommen reine Seite fixiert.

4.  Das Ende fand ich etwas unspektakulär und fast ging mir dabei alles zu schnell, gerade weil die Handlung vorher sich trotz Spannungsbögen sehr langsam bewegt hat. Wie genau geht so eine Berufung nun von statten? Ich hab nämlich nicht viel davon gemerkt; mal abgesehen von Lenas Augen, die ganz am Ende plötzlich verändert waren. Und was genau ist da eigentlich mit Serafine passiert?

5. Mir hat die Beleuchtung der Nebencharaktere und allgemein der Tiefgang gefehlt, auch wenn ich bei einem romantischen Fantasy Film wie diesem beides von vornherein nicht wirklich erwartet habe.

Allerdings gab es auch einige Sachen, die mir sehr gut gefallen haben:

1. Die Schauspieler haben mich alle überzeugt und waren durch die Bank weg großartig in ihren Rollen. Ganz besonders hat mir Emmy Rossum als Lenas Cousine Ridley gefallen; mit ihr fand ich eigentlich alle Szenen klasse. Und auch Emma Thompson und Jeremy Irons haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen; das Gespräch zwischen den beiden in der Kirche hat mir äußerst gut gefallen und auch den Part, als Ethan das erste Mal Zuhause bei Lena war, fand ich gerade wegen Jeremy Irons eindrucksvoll.

2. Ethan fand ich als Charakter zum knuddeln und er ist mir richtig ans Herz gewachsen. Ein netter, einfühlsamer junger Mann, der zeichnet und liest und raus will aus dem Nest, aus dem er kommt. Das ist definitiv einmal etwas anderes als all die gottesgleichen, obercoolen Kerle mit dem super-weichen Inneren, das sie aber nur ihr zeigen können, und gibt definitiv einen fetten Pluspunkt!

3.  Ebenso bekommt die Musik von mir ein Plus! So ein schöner Soundtrack, ohne viel Gesang und Songs aus den Charts und solchen Kram, den werd ich mir ganz sicher holen - weil ich dazu sicher wunderbar entspannen, zeichnen, lesen und einschlafen werden kann! (Es kommt mir so vor, als ob ich mir im Moment ständig Filmmusik hole! Warm Bodies und The perks of being the wallflower hatten schon so einen tollen Soundtrack, Cloud Atlas und Der Hobbit auch! Hach, schön, dass so viele Filme momentan so super Musik mit sich bringen!) Für alle, die mal reinhören wollen: Beautiful Creatures Soundtrack Playlist

4. Die Grundidee zur Entstehung und zum Bezwingen des Fluchs hat mir gefallen, ebenso Lenas und Macons Lösungsansätze. Herrje, die haben mich beide so richtig mitleiden lassen!

5. Hab ich mich oben über die kitschige Szene mit dem brennenden Schild beschwert, muss ich jetzt zugeben, dass die Regen-Szene davor zu einen meiner liebsten des Films gehört; was zum einem am Regen selbst und zum anderen an Ethans Reaktion auf das alles lag! Und weil sie so toll ist, wird sie auch gleich gezeigt:




Es gab ein paar Sachen, die ich als Nicht-Leser nicht verstanden habe. Vielleicht kann einer, der das Buch kennt, mir die Fragen ja beantworten, ich wäre ihm dafür sehr dankbar: Wo bzw. bei wem hat Lena denn gelebt, bevor sie zu ihrem Onkel kam? Wenn Macon von dem Fluch wusste und wusste, dass die Familie Wate etwas damit zu tun hat, warum holt er Lena dann zu sich (weil er sie beschützen will, klar, aber warum lässt er dann zu, dass Lena zusammen mit Ethan in die gleiche Klasse geht und ihn kennen lernt)? Hab ich das richtig verstanden, dass der Fluch auch auf Lenas Mutter und Großmutter usw. lag? Erfährt man im Buch etwas mehr über Serafine und ihre Geschichte (das war mir im Film nämlich viel zu wenig und zu schwammig!)?

Fazit:

Für wahnsinnig tolle Schauspieler; für einen klasse Soundtrack (auch wenn 7 Devils von Florence & the Machine leider gar nicht im Film vorkam); für etwas zu viel Kitsch, zu wenige Grauzonen und ein unspektakuläres Ende, das einige Fragen unbeantwortet lässt; für die Regen-Szene; für einen männlichen Protagonisten, der liest und zeichnet und noch dazu einfühlsam und niedlich ist; für eine tolle Grundidee und einen romantischen Film für junge Mädchen, der insgesamt um Einiges besser ist als Twilight; dafür gibt es von mir 4 Wombats und die Hoffnung, dass es einen zweiten Teil geben wird.


 



6 Kommentare:

karin hat gesagt…

Hallo,

alles in Allem ganz nett, aber ausbaufähig.
Ich glaube, dass kommt ganz gut hin oder?

LG..Karin...

Lucy Montrose hat gesagt…

@ karin: Jepp, das trifft's ganz gut!

Sonne hat gesagt…

Ich lese mir die Rezension jetzt noch nicht durch [da ich in ein paar Tagen ins Kino gehe & nicht beeinflusst werden will], ich finde es nur famos, WIE UNFASSBAR SCHNELL ihr immer ins Kino kommt O.o Bin neidisch, ein wenig! :D Ein weiterer Kommentar folgt dann noch einmal, wenn ich den Streifen auch gesehen habe. Und übrigens, das Buch musst du/müsst ihr auch wirklich nicht unbedingt lesen. Ist eher mittelmäßig, meiner Meinung nach...

Lucy Montrose hat gesagt…

@ Sonne: Dann wünsche ich dir viel Spaß! Bin gespannt, wie du den Film finden wirst!

Hehe, ich hab's da etwas einfacher, muss ich gestehen, weil ich neben meinem Studium im Kino arbeite! ;-)

Lesen werd ich es nicht mehr, aber vielleicht kannst du mir, wo du das Buch scheinbar gelesen hast, meine offenen Fragen beantworten, wenn du das nächste Mal hier vorbeischaust?

Sonne hat gesagt…

Wie versprochen kommentiere ich noch einmal, wo ich jetzt am Freitag ja den Film gesehen habe, und zu einem großen Teil kann ich dir zustimmen, wobei ich den Streifen noch etwas schlechter fand. Ich bin ja normalerweise niemand, der sich bei kleinen Änderungen von der Vorlage zur Verfilmung tierisch aufregt, aber bei "Beautiful Creatures" ist beinahe GAR NICHTS wie im Buch. Das Ganze ist extrem schwammig, unverständlich und für Nicht-Leser, wie du ja auch feststellen musstest, total verwirrend. Es wird sich einfach extrem stark auf die Liebesgeschichte konzentriert und alles andere außen vor gelassen. Der Film ist nicht total mies - aber das Ganze regt mich total auf :D

Zu deinen Fragen: Also soweit ich das noch weiß, hat Lena vor Gatlin in ganz vielen verschiedenen Staaten bei verschiedenen Verwandten gelebt - zum Beispiel bei denen, die man dann später auch kennen lernt. Über Sarafine selbst erfährt man eher weniger, aber der Flucht liegt [jedenfalls im Buch] auf allen weiblichen Castern der Ravenwood- bzw. Duchainnes-Familie. Also auch auf ihrer Großmutter, Tante, Großmutter etc. Ihre Mutter wurde halt zum Bösen berufen. Und ich meine auch, dass Macon nicht von dieser bevorstehenden Liebe zwischen Lena und Ethan sowie der Verbindung wusste bzw. nicht gedacht hätte, dass die beiden sich so nahe kommen. Er hätte ja nicht ahnen können, dass das Ganze sich wiederholt :D So ungefähr jedenfalls...

Ich weiß nicht, ob ich dir jetzt helfen konnte...aber ich hoffe es! Ach ja und bei der Musik kann ich dir echt zustimmen, die finde ich auch total klasse!

Lucy Montrose hat gesagt…

@ Sonne: Vielen vielen Dank für deine Meinung und dass du mir meine Fragen beantwortet hast. Das erklärt doch Einiges.

Scheint dann ja ne eher miese Buchverfilmung zu sein. Schade. Potenzial hatte das Ganze mMn ja.

Kommentar veröffentlichen