Dienstag, 30. Oktober 2012

[Rezension] Starters - Lissa Price



 
  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: ivi 
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3492702638 
                                                                 
    
 
  • Band 2
  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: ivi  (14. Mai 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3492702645
 






Klappentext:

Nach einer unvorstellbaren Katastrophe gibt es nur noch sehr alte und junge Menschen. Mittellos kämpfen die 16-jährige Callie und ihr kleiner Bruder auf der Straße ums Überleben. Callie entschließt sich daher zu dem Undenkbaren: Sie verleiht ihren Körper an einen alten Menschen, dessen Bewusstsein übernimmt ihren Körper und kann so wieder jung sein. Doch alles verläuft anders als geplant ... Die Body Bank, ein mysteriöses wissenschaftliches Institut, bietet Callie eine einzigartige Möglichkeit, an Geld zu kommen: Sie lässt ihr Bewusstsein ausschalten, während eine reiche Mieterin die Kontrolle über ihren Körper übernimmt. Aber Callie erwacht früher als geplant, in einem fremden Leben. Sie bewohnt plötzlich eine teure Villa, verfügt über Luxus im Überfluss und verliebt sich in den jungen Blake. Doch bald findet sie heraus, dass ihr Körper nur zu einem Zweck gemietet wurde - um einen furchtbaren Plan zu verwirklichen, den Callie um jeden Preis verhindern muss ...

                                                                 


Der erste Satz

        Enders machten mir Angst.

Das sagt Lucy:

Stellt euch eine Welt vor, in der es nur noch Menschen unter 20 (die Starters) und über 60 Jahren (die Enders) gibt. Stellt euch vor, ihr hättet eure Eltern verloren und niemanden, bei dem ihr wohnen könnt. Stellt euch vor, ihr müsst euch selbst versorgen, ohne Geld, in dieser Welt, in der ihr gejagt werdet von der Polizei und anderen, gierigen Teenagern. Stellt euch vor, ihr habt einen kleinen, kranken Bruder, auf den ihr aufpassen müsst. Und nun stellt euch vor, ihr könntet an massig Geld kommen, indem ihr einem sehr alten Menschen für ein paar Stunden oder Tage euren Körper und eure Jugend ausleiht. Würdet ihr einwilligen?

Genau mit dieser Frage  fühlt sich die sechzehnjährige Callie zu Beginn der Geschichte konfrontiert, als sie die Body Bank Prime Destinations das erste Mal besucht. Für ihren Bruder Tyler, dem es aufgrund seiner Krankheit nicht besonders gut geht, und in der Hoffnung, sich anschließend ein eigenes Haus und Sicherheit kaufen zu können, entscheidet sie sich dafür. Sie wird einer kompletten Schönheitskur unterzogen und bekommt einen Chip eingepflanzt, der ihr Gehirn für einen gewünschten Zeitraum ausknipsen kann. Es ist dann, als würde man schlafen, sagen die Angestellten bei Prime, und wenn man aufwacht, hat man keinerlei Erinnerung an das, was der Ender mit dem eigenen, dem so genannten Mietkörper angestellt hat. 

Doch bei Callie läuft irgendetwas schief, denn sie wacht früher auf, als angesetzt. Und noch schlimmer, sie kriegt mit, dass ihre Mieterin, eine reiche Ender mit riesigem Anwesen und einem Geheimnis um ihre Enkeltochter, ihren Körper nur zu dem Zweck ausgeliehen hat, um jemanden umzubringen. Von da ab versucht Callie um ihr Bewusstsein und die Kontrolle über ihren Körper zu kämpfen; schließlich muss sie diesen Mord doch verhindern, oder? Und dann gibt es da schließlich auch noch Blake, den superreichen, süßen Typen, in den sie sich verliebt.

Klingt erst einmal äußerst viel versprechend. Und die erste Hälfte des Buches fand ich auch super, aber nach und nach ist die gesamte Geschichte irgendwie immer weniger greifbar und lückenhafter geworden. Als dann der gefürchtete Bösewicht, der zunächst recht überzeugend als ‚Mann ohne Gesicht‘ im Hintergrund agiert hat, das erste Mal persönlich erschien, verlor es für mich endgültig an Glaubwürdigkeit. 

Es lag nicht am Schreibstil, ganz und gar nicht, den fand ich sehr gelungen. Typisch für dieses Genre wurde das Ganze aus der Ich-Perspektive beschrieben: Jugendlich und frisch und spannend, mit vielen kurzen Sätzen und hier und da einem Flashback. Die ständigen Erinnerungslücken und fehlenden Zeitspannen, die durch Callies ‚Bewusstseins-Schlaf‘ entstanden sind, haben wirkungsvoll ihren Beitrag dazu geleistet, Spannung aufzubauen. 

Nur diese Sache mit der Liebe ging mir persönlich viel zu schnell und viel zu kitschig von statten. Es wird zwar im Nachhinein erklärt, warum dies der Fall war, und teilweise macht es das verständlicher, aber dennoch sind mir einige Stellen beim Lesen unangenehm aufgefallen. 

Auch die verschiedenen Charaktere werden mir nicht genug vorgestellt. Über Callies kleinen Bruder Tyler oder über ihren Freund Michael erfährt man zum Beispiel so gut wie nichts. Sie waren ziemlich gestaltlos für mich und wirkten platt während des Lesens. Callie selber kann man zwar sehr gut verstehen, denn in ihre Gedanken- und Gefühlswelt wird man mitgenommen, doch ein konkretes Bild habe ich auch von ihr nicht im Kopf. Ich will mich nicht beklagen, ich bin niemand, der mordsmäßige Beschreibungen braucht, aber zumindest irgendein Detail hätte ich gerne gewusst. Hat sie ein Muttermal, das sie kennzeichnet? Ist sie klein oder groß? Welche Farbe haben ihre Augen? 

Dennoch werde ich es mir nicht nehmen lassen, Band 2 (Enders), der im Mai 2013 erscheinen soll, zu lesen. Ich bin gespannt auf den ‚richtigen‘ Blake; darauf, wie sich das Ganze noch entwickelt und welche Überraschungen der 2. Teil bereithält. Ich hoffe, dass er auch auf einige der vielen, offenen Fragen eingeht, mit denen Starters uns zurücklässt. Wie kam es zu dem Sporenkrieg? Warum haben die Enders eine solche Macht über die Starters? Wie genau funktioniert dieser Chip, der den Starters eingepflanzt wird? Was genau ist das Ziel des Old Man? Ein paar mehr Infos zu den Hintergründen würden vielleicht auch beim Verstehen helfen und uns weiter in die Geschichte eintauchen lassen. 

Fazit

Ich hatte mich eigentlich sehr auf das Buch gefreut, die Thematik und das Cover haben mich sofort angesprochen. Nur leider muss ich sagen, dass das Potenzial meiner Meinung nicht wirklich ausgeschöpft wurde. Letztlich war es zwar ein ganz nettes Lesevergnügen, aber keine herausragende, neue Dystopie. Mehr als 4 Wombats kann ich also nicht geben. 



3 Kommentare:

Michelle Broller hat gesagt…

Ich fande das Buch wirklich gut und konnte es in meinem Urlaub nur selten weglegen ;) Freue mich ebenso auf den 2ten Teil!

Sternwanderin hat gesagt…

Das Buch habe ich auch vor ein paar Monaten gelesen und mir ging es teilweise ganz ähnlich wie dir. Anfangs war ich ziemlich begeistert, aber ab einem bestimmten Punkt, ging es einfach abwärts. Fand ich eigentlich sehr enttäuschend, weil ich die Idee klasse fand. Das mit Callies Aussehen habe ich gar nicht so stark wahrgenommen, kann ich aber verstehen. Was mich, wie dich auch, gestört hat, war, dass Michael und Callies Bruder weitegehend blasse Nebencharas geblieben sind. Da hat sich Miss Price wohl einfach zu stark auf Callies Gefühlswelt fixiert. :)
Uh, beim Thema Liebe kann ich wirklich nur bestätigend nicken, allerdings hat mich die Wendung am Ende mit Blake doch ziemlich überrascht. Musste mich eine Weile entscheiden, ob ich das nun gut finden soll und zu aprubt. *lach* Im Endeffekt, fand ich es dann doch gut, weil es wirklich wahnsinnig gespannt auf den zweiten Teil gemacht hat. ;)
Jedenfalls eine schöne Rezi, Lucy!^^

Lucy Montrose hat gesagt…

@ Michelle: Du kannst dir den 2.Teil ja kaufen und ich leih ihn mir dann einfach mal aus! Im Endeffekt gehört der 1.Teil ja auch dir! ;-)

@ Sternwanderin: Tja, wie gesagt, ich werde den 2.Teil auf jeden Fall lesen, weil ich einfach doch sehr neugierig bin und sie vielleicht auch vieles noch erklärt oder besser machen wird. Aber im Großen und Ganzen war ich doch stark enttäuscht. Es hat sich eben ganz nett gelesen, aber ich hab einfach mehr erwartet. Denke, da sind wir uns einig! :-)

Kommentar veröffentlichen