Sonntag, 23. Dezember 2012

[Rezension] Tage wie diese von Maureen Johnson, John Green und Lauren Myracle

*Leseprobe*
  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Arena
  • ISBN-13: 978-3401065441
  • Originaltitel:  Let it snow
Rückseitentext:

Jubilee hat den perfekten Freund. Sie ahnt nicht, dass sie ihn in dieser Nacht verlieren wird - weil sie sich Hals über Kopf in einen Fremden verliebt. 

Manchmal vergisst Tobin völlig, dass der Herzog eigentlich ein Mädchen ist. Bis zu jenem magischen Moment im Schnee. 

Addie würde alles dafür geben, wenn Jeff ihr verzeihen könnte. Dabei ist er ihr längst viel näher als sie denkt

Ein zauberhaftes Buch über die Liebe auf den ersten und auf den zweiten Blick. Witzig, tiefgründig, wunderschön! 

Der erste Satz:

               Es war Heiligabend. 

Das sagt Lucy: 

Dieses Buch erzählt drei romantisch-witzige Geschichten, die während der Weihnachtsfeiertage passieren. Jede Geschichte ist von einem anderen Autor geschrieben worden und kann einzeln gelesen werden, aber insgesamt ergeben sie ein Ganzes. Sie sind alle irgendwie miteinander verbunden und alle gipfeln sie am selben Örtchen, als ein mächtiger Schneesturm es kompliziert macht, sich von dort wegzubewegen: dem berühmt-berüchtigten Waffelhaus.

Unsere erste Protagonistin, Jubilee, ist eigentlich mit dem Zug auf dem Weg zu ihren Großeltern, doch der bleibt bereits nach wenigen Stationen stehen und will sich einfach nicht mehr weiterbewegen. Nun steckt sie also fest; zu ihrem Übel nicht mit ihrem festen Freund, der Zuhause mit seinen Eltern feiert und nicht das geringste Interesse und Mitleid an Jubilees Situation zeigt, sondern mit einem Haufen laut plaudernder, kichernder und tanzender Cheerleader. Ihr Rückzugsort wird das Waffelhaus gegenüber der Gleise, in dem sie Stuart kennen lernt. Ziemlich schnell merkt Jubilee, wie ähnlich sie beide sich sind. Doch merkt sie auch, dass ihr Partner und Stuarts egozentrische Ex-Freundin so einiges gemeinsam haben? Und wird sie letztlich die Entscheidung treffen, die sie glücklich machen wird?

Die Dreier-Clique unserer zweiten Geschichte (Tobin, JP und Angie alias der Herzog) hat sich für den Heiligabend eigentlich einen James-Bond-DVD-Marathon vorgenommen. Zusammen sitzen sie bei Tobin Zuhause, bis ihr Freund Don Keun aus dem Waffelhaus anruft und von einer Gruppe heißer Cheerleader erzählt, die dort aufgekreuzt sind und Twister spielen wollen. Die Jungs sind begeistert und machen sich sofort auf den Weg. Ein abenteuerlicher Fußmarsch durch den Schnee beginnt, bei dem Tobin auf einmal klar wird, dass er gar keinen Bock auf ein Cheer-Girl und Twister hat, dafür aber den Herzog vielleicht doch ein bisschen lieber hat, als gedacht. Doch wie sagt man einem Mädchen so was, das bis vor ein paar Minuten noch der beste Kumpel gewesen ist? Und fühlt sie überhaupt genauso?

Und unsere dritte Protagonistin ist Addie, die diese Weihnachten endlich etwas sehr Wichtiges begreift. Am Heiligabend hat sie sich in ihr Zimmer eingeschlossen, wo sie sich in ihrem eigenen Selbstmitleid suhlt und ihre besten Freundinnen von sich stößt. Es braucht mehr als eine Zurechtweisung der beiden, mehr als das fehlen einer Antwort ihres Ex-Freundes, den sie zurück will, um ihr klar zu machen, dass es nicht immer nur um sie geht und dass sie etwas ändern muss. Tatsächlich braucht es dafür jede Menge Schnee und ein knuffiges, kleines Schweinchen. Doch schafft sie es noch, ihre Freundinnen und ihren Ex-Freund von ihrer neu gewonnen Einsicht zu überzeugen? Oder ist es bereits zu spät?

Ich muss gestehen, dass mich nicht alle drei Geschichten überzeugen konnten.

Die erste, die von Maureen Johnson geschrieben wurde, fand ich unglaublich niedlich, fühlte mich teilweise aber schon etwas zu alt dafür; nicht wegen der Handlung, aber wegen Jubilee, die mir hier und da doch noch etwas zu kindisch und albern war. Insgesamt war sie aber sehr süß. Und ich mochte Stuart so gerne. Ich wäre am liebsten ins Buch hineingesprungen und hätte ihn abgeknuddelt, weil er so ein typischer Fall von zu-gut-und-zu-nett-für-die-Frauenwelt ist und weil so Leute einfach keine Cheerleader-Zicken, sondern jemand ganz Netten und ganz viel Liebe verdient haben.

Dann kam John Greens Geschichte, die von vorne bis hinten so typisch John Green war, dass ich pausenlos schmunzeln und grinsen musste. Ich finde auch, er ist einfach einer der ganz wenigen Autoren, die es schaffen, ihre Charaktere super-authentisch und echt und liebenswert darzustellen, ohne sie in irgendeinem Satz wie lediglich erfundene Personen aussehen zu lassen. Ich hab, wenn ich etwas von John Green lese, immer das Gefühl, etwas zu lesen, was so irgendwo mit irgendwem schon einmal passiert ist. Und ich liebe dieses Gefühl beim Lesen! Na jedenfalls waren mir all seine Charaktere auch dieses Mal sehr sympathisch und ich habe das Schneeabenteuer von Tobin, JP und dem Herzog sehr genossen.

Mit der letzten Geschichte konnte ich mich dann so gar nicht anfreunden, was vermutlich 1. daran lag, dass es die Geschichte war, die nach der von John Green kam, und es immer schwer ist, einer John-Green-Story gleichzukommen und 2. dass ich mit der Protagonistin einfach nicht warm geworden bin. Ich hatte beim Lesen die ganze Zeit das Gefühl, dass ihr Ex-Freund Jeb viel zu nett und lieb für sie ist. Und ich hoffe, dass ihre Einsicht von Dauer sein wird und sie ihm kein zweites Mal das Herz brechen wird.

Der Schreibstil war in allein drei Geschichten jugendlich und locker. Wenn man mag und mal ein bisschen Zeit hat, kann man dieses Buch in einem Rutsch durchlesen, ohne sich danach ausgelaugt zu fühlen. Nein, stattdessen fühlt man sich von all dem Witz und der Liebe eher beflügelt. So ging es mir zumindest, ich wollte danach rausgehen und ... keine Ahnung, irgendetwas erleben. 

Tage wie diese ist ein Buch für alle Romantiker und Weihnachtsliebhaber mit einem wunderschönen Cover. Es ist aber auf keinen Fall zu verkitscht, eher ist es humorvoll und irgendwie (bis auf die vielen Zufälle; wobei es die ab und an ja auch außerhalb der Bücher- und Filmwelten geben soll) aus dem Leben gegriffen.

Fazit: 

Tage wie diese ist ein wirklich nettes Buch über die erste große Liebe und die Freundschaft. Witzig und herzerwärmend erzählen Maureen Johnson, John Green und Lauren Myracle drei Weihnachts-Liebes-Geschichten (die einen besser als die anderen ;-)), die sich an winterlichen Tagen sehr schön und schnell lesen lassen. Dafür gibt es von mir 4 Wombats!



P.S.: Izzy und ich wünschen euch ganz fröhliche Weihnachten und hoffen, ihr müsst euch nicht mit so viel Schnee wie in Tage wie diese herumärgern. Vielleicht findet die Liebe auch ohne Sturm und Kälte einen Weg zu euch! ;-)

3 Kommentare:

ND - Buchjunkies hat gesagt…

Aww, das hab ich auch in den letzten beiden Jahren immer an Weihnachten gelesen. Sehr süße Geschichten, vor allem die von John Green. :)

Lucy Montrose hat gesagt…

@ ND - Buchjunkies: Hehe, es ist ja auch ein sehr schönes Weihnachtsbuch! :-)

ND - Buchjunkies hat gesagt…

Ja finde ich auch. Muss dir aber zustimmen, dass trotzdem allen Geschichten irgendwas...fehlt und die letzte die schlechteste ist.

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