Samstag, 13. Dezember 2014

[Märchen-Adventskalender] Interview mit Jennifer Benkau

Hallo ihr Lieben,

mit ihrem neuem YA-Roman Marmorkuss lässt Jennifer Benkau ein schlafendes Dornröschen aus dem letzten Jahrhundert in der heutigen Zeit erwachen. Wir haben nachgefragt, wie die deutsche Erfolgsautorin allgemein so zu Märchen steht.

10 märchenhafte Fragen an Jennifer Benkau



1.  Wie kamst du auf die Idee zu Marmorkuss?

J: Wie fast immer bei meinen Büchern kam eine Figur – in diesem Fall Jarno – mit einer Überlegung zusammen, die ich schon als Kind gehabt hatte, und die lautete: Fängt mit dem Dornröschenkuss die Geschichte nicht erst an, interessant zu werden?

2. Gibt es einen bestimmten Grund, weshalb du dich für das Märchen Dornröschen als Grundlage entschieden hast?

J: Das ergab sich eher zufällig. Ich hatte nie den Plan, irgendeine Märchenadaption zu schreiben und musste nur das richtige Märchen finden. Eher war das Märchen bloß Inspiration; die Geschichte selbst hat damit nicht mehr viel zu tun.

3. Welche Rolle spielt das Originalmärchen in deiner Geschichte?

J: Nur noch eine untergeordnete. Die Schwerpunkte liegen deutlich anders.

4. Welche Bedeutung haben deiner Meinung nach Märchen ganz allgemein?

J: Es wird mMn zu viel in klassische Märchen hineininterpretiert. Alle Märchen lehren uns …, Märchen bedeuten …, Kinder brauchen Märchen, weil … - papperlapapp! Märchen sind Geschichten, spannend genug, um beinah jeden zu interessieren und einfach genug, dass man sie von Mensch zu Mensch weitererzählen kann. Das allein ist fantastisch genug. Man muss nicht zwanghaft etwas hineininterpretieren – und wenn, dann bitte bei jedem Märchen einzeln.

5. Was ist für dich typisch Märchen?

J: Die Zeitlosigkeit. „Es war einmal …“ wird in 1000 Jahren noch funktionieren.

6. Hast du als Kind viele Märchen vorgelesen bekommen bzw. selbst gelesen?

J: Ja. Zum einen hat meine Uroma mir immer Märchen vorgelesen (und dabei die grausamen Details ausgeblendet, wie ich es anfangs auch bei meinen Kindern gemacht habe). Zum anderen hatten ich einen kleinen Schallplattenspieler (ja – so alt bin ich schon) und eine große Sammlung an Märchenschallplatten.

 7. Liest du deinen Kindern manchmal Märchen vor bzw. lesen sie selbst welche?

J: Ja, vor allem meine jüngere Tochter, die Achtjährige, steht gerade sehr auf Märchen. Und (pscht) meine Älteste bekommt zu Weihnachten auch eine Dornröschen-Adaption: Ewiglich Dornröschen? Kick my ass! Mit fast 14 muss man das „es war einmal“ halt etwas hipper verpacken ;-)

8. Hast du ein Lieblingsmärchen – wenn ja, welches und warum ausgerechnet dieses? 

J: Ich oute mich: Ich bin ein großer Fan der Disney-Adaptionen. Küss den Frosch fand ich großartig; so modern, so viel Jazz, die zauberhafte deutsche Synchronstimme von Tiana mit dem Südstaatenakzent  und diese herrliche Sterbeszene *hach*.

9. Mit welchem Märchencharakter kannst du dich selbst am meisten identifizieren?

J: Keine Ahnung, aber ich wär gern so clever und schlagfertig wie der gestiefelte Kater!

10. Hast du ein liebstes Zitat aus einem Märchenbuch oder Märchenfilm?

J: Nein, aber bei der Frage läuft in meinem Kopf wieder „Let it go“ aus Frozen/Die Eiskönig los. So schön kitschy. Großes Kino, ich hab hemmungslos geheult.
 

2 Kommentare:

Damaris Anna hat gesagt…

Ach wie schön! Ich lese so gerne Interviews von Autoren, deren Bücher ich gelesen habe :-) Ich bin übrigens auch ein Disney Fan (nicht von jedem Film!) "Die Eiskönigin" gehört zu den schönsten animierten 3D-Filmen der letzten Jahre. Wir haben ihn auch schon zu Hause geschaut - natürlich! :-)
Grüß euch lieb,
Damaris

Lucy Montrose hat gesagt…

Liebe Damaris, es freut mich, dass du Spaß daran hast, Interviews mit Autoren zu lesen. Ich freue mich da auch jedes Mal, wenn es irgendwo Autoren-Interviews zu lesen gibt, und wenn wir die Chance haben, welche zu führen und in unseren Blog einzubauen. :-)

Und "Die Eiskönigin" fand ich auch toll; auch wenn ich finde, dass Disney schon bessere Filme gemacht hat.

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